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Wildon - 6000 Jahre Geschichte

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Pfarrmatriken

Unter www.matriken.graz-seckau.at können alle digitalisierten Pfarrmatriken (Taufen, Trauungen und Sterbefälle vor 1938) der Diözese Graz-Seckau bereits online eingesehen werden. 

Riedkarten, alte Ansichtskarten

Auf der Webseite des Steiermärkischen Landesarchives (www.landesarchiv.steiermark.at) finden Sie in digitaler Form u. a. die Riedkarten zum Franziszeischen Kataster aus den 1820er Jahren, tausende Ansichtskarten (das Angebot wird laufend erweitert) und können im Archivinformationssystem recherchieren.

4000 v. Chr.: Jungsteinzeit

Erste Dörfer standen bereits in der Jungsteinzeit um 4000 vor Christus an der strategisch günstigen Stelle im Mündungsgebiet von Kainach und Mur.

Der Wildoner Schloßberg am Zusammenfluß im Mündungsgebiet von
Kainach und Mur und der dahinter liegende mächtige Buchkogel und
Bockberg (zusammen früher “Hengst" genannt) waren wegen ihrer
günstigen strategischen Lage beliebte Siedlungsplätze, seitdem der
Mensch im Gebiet der heutigen Steiermark seßhaft wurde.

Aus der späten Urnenfeldzeit stammt ein Gräberfeld, das 1986
in der Nähe der Hauptschule Wildon entdeckt wurde.

Zahlreiche Funde aus dieser Zeit wie Steinbeile, Keramikgefäße, Tonwerkzeuge und Grabbeigaben sind im Museum im Schloss Wildon zu sehen.

Der Ortsname ist in seiner Bedeutung nicht wirklich entschlüsselt. Die Möglichkeiten sind zum Beispiel “fialdunum", “bilo donje" oder “Wilde".

Seit dem 12. Jahrhundert folgten der Hengistburg mehrere
nebeneinander bestehende Burgen nach.

Erstmalige urkundliche Nennung des Marktes Wildon im Jahre 1219.

Das Wappen mit Turm und "Wilden Mann mit Keule" wurde am 17.11.1544 an die Bürgerschaft des Marktes Wildon mit Wappenbrief verliehen.

Die Pfarre Wildon wird erstmals im Jahr 1252 genannt.

Wildon ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit Brücken über Mur
und Kainach. Um 1850 wird die Eisenbahn errichtet. 1979 wird die Autobahn für den Transitverkehr frei gegeben.

Seit dem 16. Jahrhundert gibt es Schulen in Wildon.

In den Jahrzehnten des Wiederaufbaues wurde viel in den Aufbau einer guten Infrastruktur mit Wasserleitungen, Kanalisation, Gemeindestraßen und öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen investiert.

Der Ortsname "Wildon"

Der Ortsname Wildon ist in seiner Bedeutung nach wie vor nicht
wirklich entschlüsselt.

Die Möglichkeiten reichen von Keltisch “fialdunum" (gastfreundlicher Ort) über das slawische „bilo donje" (Ort auf halber Höhe) bis zur “Wilde" (die mittelhochdeutsche Bedeutung für Stute) die die Pferdefamilie mit dem größten Berg “Hengst" und dem kleinsten “Ful" (Fohlen) vervollständigen würde.

 

Die Burgen und ihre Besitzer

Seit dem 12. Jahrhundert folgten der Hengistburg mehrere
nebeneinander bestehende Burgen nach.

Im Frühmittelalter, um das Jahr 1000 nach Christus, lag die Hengistburg,
das Zentrum der damaligen Mark an der mittleren Mur,
wohl ebenfalls am Wildoner Schloßberg. Sie sollte die Grenze zum
Osten sichern.

Seit dem 12. Jahrhundert folgten der Hengistburg mehrere
nebeneinander bestehende Burgen nach.

Das landesfürstliche Lehen Altwildon (erstmals erwähnt 1173), Sitz
des angesehenen und mächtigen Geschlechtes der Herren von Wildon,
die erzbischöflich-salzburgische Burg Neuwildon am Plateau sowie
das Haus Ful und der Turm Hengst auf halber Höhe sperrten den Weg
vom Grazer Feld in das Leibnitzer Feld.

Als Marschälle der Steiermark führten die Wildonier im Kriegsfalle
das steirische Aufgebot an, so im Jahre 1260, als es in der Schlacht
von Kroissenbrunn gegen die Ungarn
ging und der alte Ulrich von
Wildon das steirische Landesbanner führte. Es wird bei dieser
Gelegenheit überhaupt erstmals schriftlich erwähnt.

Damals hatten die Wappenfarben der Wildonier - Weiß und Grün - bereits die alten Landesfarben der Steiermark - Schwarz und Weiß - verdrängt.

Leutold I. von Wildon gründete 1229 das Augustiner-Chorherrenstift
Stainz.

Herrand II. von Wildon war um die Mitte des 13. Jahrhunderts
nicht nur mächtiger Landespolitiker, sondern auch als Minnedichter sehr bekannt.

Nach einem Aufstand gegen den Landesfürsten verloren die Wildonier
ihren Stammsitz, der als landesfürstliche Herrschaft Oberwildon
durch Pfleger verwaltet oder an Adelige verpfändet wurde.

1624 verkaufte Kaiser Ferdinand II. die Herrschaft an die Eggenberger.
Mit der Herrschaft war ein ausgedehntes Landgericht verbunden, das
sich über große Teile der Weststeiermark erstreckte.

Seit dem 18. Jahrhundert wechselten die Besitzer häufig.

Bewohnt wurde im wesentlichen das “Freihaus" oder Untere Schloß Wildon im
Markt - später Landessiechenhaus für Mittelsteiermark und dann Hauptschule, heute Hauptplatz 55.

1997 wurde die grundlegende Restaurierung des bereits in schlechtem
Bauzustand befindlichen Unteren Schlosses eingeleitet und mit der
Übersiedlung des Gemeindeamtes, dem Ausbau eines Kulturzentrums
und der Errichtung eines Museums soll die künftige Nutzung gesichert sein.

Die Burgen am Schloßberg jedoch wurden Ruinen und im
19. Jahrhundert zunehmend als Steinbruch verwendet.

Der Markt Wildon

Die vermutlich von den Wildoniern gegründete Burguntersiedlung Wildon wird erstmals 1219 urkundlich erwähnt und erhielt noch Anfang des 13. Jahrhunderts Marktrechte.

Damit war das Recht zur Ummauerung und zur Abhaltung von Wochen- und Jahrmärkten verbunden.

Zwei Tore schlossen den Markt nach außen sicher ab, so daß kaiserliche Truppen in der Baumkirchnerfehde um 1470 Wildon ein Jahr lang belagern mußten, ehe es erobert werden konnte.

1850 entstand Wildon als selbständige Ortsgemeinde.

Die damals selbständige Nachbargemeinde Unterhaus, eine rein agrarisch strukturierte Gemeinde, wurde 1955 nach Wildon eingemeindet.

Ortschaften

Kainach als Ort wird im Jahre 1365 in einer Urkunde im Besitze des Erzbischofs von Salzburg genannt. (Ortschaften Kainach bei Wildon und Neudorf ob Wildon)

Lichendorf, worin der Name Lubiche stecken dürfte, ist wohl als slawischen Ursprungs anzusehen, während in der folgenden bairischen Siedlungszeit (ab 750 n. Chr.) die Rotte Greith.

Neudorf findet sich im Jahre 1395 im Urbar des Klosters Rein als "Newendorf".

Stocking

Sukdull

Unterhaus

Weitendorf selbst ("Dorf eines Wido") benannt wurden. Der älteste schriftliche Beweis über das Bestehen des Ortes Weitendorf findet sich im Marchfutterverzeichnis aus der Zeit König Ottokars II. von Böhmen (1265 – 1267). Mit 30 Huben war Weitendorf eine sehr große bäuerliche Ansiedlung, die als Rundangerdorf angelegt wurde. (Ortschaften Lichendorf,
Klein-Weitendorf und Weitendorf)

Wildon (Markt)

Pfarre und Pfarrkirche

Die Pfarre Wildon wird erstmals im Jahr 1252 genannt.

Die Pfarre Wildon unterstand lange Zeit ihrer Mutterpfarre
St. Lorenzen am Hengsberg. Dem Pfarrer von Hengsberg unterstand ein Vikar in Wildon.

Die Kirche ist der heiligen Maria Magdalena geweiht und besitzt trotz
barocken Umbaues in den Jahren 1671 bis 1676 noch eine gotischen Kern.

Bis 1831 umgab ein Friedhof die Kirche auf dem auch eine Kirche "Zur heiligen Katharina" stand, die allerdings bereits Ende des 17. Jahrhunderts abgebrochen wurde. Der Friedhof wurde damals nach Kainach bei Wildon verlegt.

Mehr finden Sie auch im Wikipedia Eintrag zur Pfarre Wildon unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Pfarrkirche_St._Magdalena_(Wildon)#Geschichte_der_Pfarre_Wildon

Das Leben der Wildoner Bürger

Wildon ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit Brücken über Mur und Kainach.

Die Anbindung an wichtige Verkehrsadern ist durch die Eisenbahn, Autobahn und auch den nahen Flughafen bestens gegeben. Die Wirtschaft wird von mittleren und kleinen Gewerbebetrieben geprägt.

Die Wildoner Bürger trieben Handel und hatten die unterschiedlichsten Gewerbe (Seiler, Schuster, Schneider, Tischler, Gerber, Fleischer, Gastwirt, Rauchfangkehrer usw.), führten jedoch fast immer eine Landwirtschaft nebenbei.

Heute sind die mittleren und kleineren Gewerbebetriebe, neben drei größeren Industriebetrieben, dominierend.

Landwirtschaftsbetriebe gibt es heute nur noch wenige.

Die Brücken über Kainach und Mur ließen den Markt, der ja direkt an der Haupt- und Kommerzialstraße nach Triest lag, eine wichtige Verbindungsfunktion im Verkehrsnetz einnehmen. Seinerzeit wurden hier auch Mauten eingehoben, zB im ehemaligen Mauthaus der Eggenberger, heute Unterer Markt 25.

Flößerei und Schiffahrt auf der Mur brachten weitere wirtschaftliche Impulse, allerdings auch große finanzielle Opfer, weil umfangreiche Uferschutzbauten an den Flüssen notwendig waren.

Unterbrochen wurde die wirtschaftliche Entwicklung Wildons durch mehrere Feuersbrünste (1461, 1624, 1727 und 1804) und die grassierende Pest (1583,1586, 1633 und 1634).

1680 blieb die Bürgerschaft von der Pest verschont und errichtete zum Dank die
Mariensäule (Pestsäule) am Hauptplatz.

Zwischen 1796 und 1809 zogen mehrmals die französischen Besatzungstruppen durch Wildon.

Die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts forderten auch unter den  Wildonern zahlreiche Opfer.

Nach 1945 gehörte das Gemeindegebiet zunächst zur sowjetischen, sodann zur britischen Besatzungszone.

Der ursprünglich so wichtige Durchzugsverkehr entwickelte sich nach 1945 zur teilweise negativen Belastung, führte doch die sogenannte „Gastarbeiterroute" durch den engen Markt.

1974 macht die Wildoner Bevölkerung auf diesen Mißstand durch Straßenblockaden und Demonstrationen aufmerksam und beschleunigte damit den Ausbau einer Umfahrung und später der Phyrnautobahn A9.

Durch die Anschlußstelle an die Autobahn und den Ausbau der Straßen in den Osten der Steiermark ist allerdings wieder eine deutliche Zunahme des Durchzugsverkehrs zu registrieren.

Von den Vertretern der Marktgemeinde Wildon wurde die Erstellung eines überörtlichen Entwicklungskonzeptes angeregt, bei dem auch ein Konzept für die wirkungsvolle Verkehrsentlastung für den Ortskern entstehen soll.

Die Erreichbarkeit internationaler Wirtschaftszentren ist andererseits durch die Autobahnanschlußstelle, die Südbahn aber auch durch den nur 15 Kilometer entfernten Flughafen positiv zu bewerten.

Die Unterhauser Bauern - Vulgonamen

Im Gegensatz zum Markt Wildon war und ist die Katastralgemeinde Unterhaus von einer kleinbäuerlichen Struktur geprägt. Folgende Vulgo oder Hausnamen sind überliefert:

vulgo Maurerwastl, Alte Reichsstraße 26 (Jauk)
vulgo Fichtenhof, Alte Reichsstraße 34 (Tiefenbacher)
vulgo Ninetham, Alte Reichsstraße 38 (Haselbacher)
vulgo Steindl, Alte Reichsstraße 41 (Villa Herberstein)

vulgo Schwarzhansl, Am Buchkogel 1 (Knopp), Unterhaus 15

vulgo Neuwirth, Am Reinbach 7 (Germauz, Schrei)

vulgo Gartner, Am Schloßberg 8 (Malik)
vulgo Seewald, Am Schloßberg 9 (Trebus)
vulgo Binder, Am Schloßberg 15 (Edlinger)
vulgo Riglhansl, Am Schloßberg 18 (Pesl)
vulgo Schauer, Am Schloßberg 23 (Cigler)

vulgo Fröhlichschuster, Bockberg 1 (Bockmoar)
vulgo Schaffersimmerl, Bockbergweg 9 (Obersteiner)

vulgo Lebzelter, Fürstenhof, Strasserschlössl, heute Im Rasental 1
vulgo Binder, Im Rasental 2
vulgo Leximi, heute Im Rasental 30 (Innerhofer-Hirschmann, Sieber, Maier Jakob Gemeindevorsteher 1895)
vulgo Leximi Gesindehaus, heute Im Rasental 29 (Stradner, Kristandl)
vulgo Pratter, heute Im Rasental 28 (Knippitsch)
vulgo Pauljackl, heute Im Rasental 34 (Scherr)
vulgo Pulvermacher, heute Im Rasental 35 (Gödl)

vulgo Lienhart, Karnerhofweg 1 (Pechmann)
vulgo Bruckenweber, Karnerhofweg 6 (Fuchs, Harler)

vulgo Wäschermichl, Leibnitzerstraße 17 (Rupp)

Posaunerhof, Oberer Markt 117

vulgo Spitzweber, Unterhaus 1 (Haunold)
vulgo Mattl, Unterhaus 2 (Neubauer, Fuchs)
vulgo Fröhlichschuster, Unterhaus 3 (Haberl, Eckhart)
vulgo Weingrill, Unterhaus 4 (Krenn)
vulgo Langmichl, Unterhaus 5 (Hopf)
vulgo Bergfranz, Unterhaus 6 (Innerhofer)
vulgo Roll, Unterhaus 8 (Lesjak, Serschen)
vulgo Heberl, Unterhaus 11 (Bäck)

Taberhof, Wurzingerstraße 36

Bauerngut Sukdull

Sieben ehemalige Bauern bilden das Bauerngut Sukdull, KG 66428, EZ 81.
Vertreten wird das Bauerngut Sukdull durch einen Dorfrichter, der jährlich in Reihenfolge abwechselt, und den nächstjährigen Dorfrichter. Beteiligt sind die Eigentümer der Liegenschaften EZ 31, EZ 32, EZ 33, EZ 34, EZ 35, EZ 36 und EZ 38. Im Folgenden eine Aufstellung der Dorfrichter in den vergangenen Jahren:

2006, EZ 32, Fam. Hammer Josef
2007, EZ 36, Fam. Steiner Franz
2008, EZ 35, Fam. Dellarosa August
2009, EZ 34, Fam. Fuchs Herbert
2010, EZ 33, Fam. Hammer Rupert
2011, EZ 38, Fam. Ferner
2012, EZ 31, Fam. Jauk Hermann

2013, Hammer Robert
2014, Steiner Franz
2015, Dellarosa August
2016, Fuchs Herbert
2017, Hammer Rupert
2018, Ferner / Rothütl
2019, Jauk Hermann

2020, Hammer Robert
...

Bürgermeister von Wildon

20.04.2010 Bürgermeister Ing. Gerhard Sommer wieder gewählt,
Vizebürgermeister Anton WERNER, Gemeindekassier Ing. Gert Egger

Mai 2008 Ing. Gerhard Sommer, Vizebürgermeister Anton WERNER

Juni 2002 bis März 2008 Ingrid Weber, Vizebürgermeister Anton WERNER

Gemeindeamt im Schloss Wildon, Hauptplatz 55, seit Herbst 2001.

8. April 1994 bis 31. Mai 2002 Dr. Ernst Lukas, Vizebürgemeister Ing. Karl Stumpfl

1992 und 1993 Regierungskommissär Gustav Hafner mit Beirat Ing. Hammer Ferdinand, Anton Werner und Harald Lax

1982 bis 1992 Mag. Josef Hirschmann,
Vize-Bgm. DI Walter Liebmann,
Vize-Bgm. Walter Matejka

Gemeindeamt Hauptlatz 61 von 1968 bis 2001.

14. Juni 1968 bis 30. Juni 1982 Bgm. Franz Hirschmann

4.  Dezember 1954: Der Wildoner Gemeinderat unter Bürgermeister Alois Pechmann beschließt die Zusammenlegung der Gemeinden Wildon und Unterhaus. Pechmann wird zum Regierungskommissär bestellt und leitet die Übergangsregierung von Jänner 1955 bis zur Neuwahl am 18. April 1955.

1951 bis 1968 Alois Pechmann, Vizebürgermeister Dr. Josef Pittermann von 1951 bis 1965.

Gemeindeamt im Eggenberger Mauthaus (Unterer Markt 25).

1931 Bürgermeister Zaunschirm.
1919 Bürgermeister und Arzt Dr. Alexander Bullmann (gest. 1947)
1898 bis 1913: Bürgermeister Friedrich Unger. (Hengist Magazin 03/2012, S 21)
1889: Bürgermeister Ritz, Franz Heresch Gemeinderat
1878: Bürgermeister Leopold Schafzahl (Joherl, Graz, 1891, Seite 13)
1861 bis 1872: Bürgermeister Friedrich Unger (Hengist Magazin 03/2012, S 21, Peter Wiesflecker).

Gemeindeamt im Rathaus, heute Hauptplatz 47, bis 1868,

Ab 1849 Ortsvorsteher

1840 Bürgermeister Michael Berner
1819 Bürgermeister Leopold Jandl

Von 1792 bis 1804 ist der Lebzelter Franz Xaver Pinter Marktrichter.

1780 Syndikus mit Richter und Rat

8. Dezember 1769 bis 8. Dezember 1770: Lebzelter Franz Jakob Pinter ist Marktrichter. (Hengist Magazin 3/2005)

8. Dezember 1751 bis 8. Dezember 1752: Lebzelter Franz Jakob Pinter ist Marktrichter. (Hengist Magazin 3/2005)

1743: Marktrichter Johann Hausmann. (Hengist Magazin 3/2010)

8. Dezember 1735 bis 8. Dezember 1736: Lebzelter Hans Georg Lebitsch ist Marktrichter (Hengist Magazin 3/2005)

8. Dezember 1727 bis 8. Dezember 1728: Lebzelter Hans Georg Lebitsch ist Marktrichter (Hengist Magazin 3/2005)

8. Dezember 1717 bis 8. Dezember 1718: Lebzelter Hans Georg Lebitsch ist Marktrichter (Hengst Magazin 3/2005)

8. Dezember 1711 bis 8. Dezember 1712: Lebzelter Hans Georg Lebitsch ist Marktrichter (Sohn von Gottfried Lebitsch),

1702 Lebzelter Gottfried Lebitsch ist für wenige Monate Marktrichter.

8. Dezember 1633 bis 8. Dezember 1634 Marktrichter Hans Georg Starckman.
8. Dezember 1632 bis 8. Dezember 1633 Marktrichter Hans Edelmann

1440 Marktrichter Symon der Weisse
1402 Marktrichter Hanns dem Liebenplich

Bürgermeister von Unterhaus

Bürgermeister von Unterhaus
Gemeindeamt Alte Reichsstraße 3,  heute Polytechnische Schule:
(1954 Zusammenlegung Wildon u. Unterhaus)

1954 bis 1955 Franz Hirschmann
1949 bis 1951 Dr. Josef Pittermann
1948 Zaletinger (lt. Bauakt Am Buchkogel 1)
1946 bis 1949 Alois Pechmann

1936 bis 1938 Alois Pechmann
1934 Anton Fuchs

1895 Jakob Maier, vlg. Leximi (Im Rasental 30)

1864 - 1867 Gemeindevorsteher Franz Xaver Ritter von Griendl

Schulwesen

Derzeit werden insgesamt 4 öffentliche Schulen und ein Kindergarten betrieben.

Die ersten Nachrichten über eine Schule datieren aus dem 16. Jahrhundert.  Es war dies eine Pfarrschule, die 1869 mit dem Reichsvolksschulgesetz in staatliche Verwaltung überging.

Zur gleichen Zeit stiftete ein Privatmann eine Mädchenvolksschule, die jedoch hundert Jahre später in eine normale Volksschule umgewandelt wurde.

Erst 1998 wurden beide Volksschulen vereinigt.

Die Hauptschule, eingerichtet 1945, war zuerst im ehemaligen Landessiechenhaus (vormals Freihaus oder Unteres Schloss, heute Hauptplatz 55) untergebracht.

1961 übersiedelte die Hauptschule in Neubau, heute Alte Reichsstraße 6.

Seit 1966 gibt es einen Polytechnischen Lehrgang.

Seit 1976 beziehungsweise 1980 ergänzt die Musikschule Wildon (der neue offizielle Name ist “Herrand-von-Wildon Musikschule")das schulische Angebot in der Gemeinde.

Der ehemalige Pfarrkindergarten (bis 1995) und jetzige öffentliche Kindergarten der Marktgemeinde Wildon übersiedelte 1995 in das neu errichtete, moderne Gebäude, heute Alte Reichsstraße 3a.

Im September 2003 konnte das neue Volksschulgebäude in der Alten Reichsstraße 3b in Betrieb genommen werden.

Landgericht Wildon bis 1848

Das Steirische Becken vor 15 Millionen Jahren

Vor etwa 18 Millionen Jahre begann sich der Raum der heutigen Südsteiermark, das sog. "Steirische Becken" im Zuge tektonischer Prozesse zu senken. Durch die Kollission von Europäischer und Afrikanischer Platte wurden die Alpen gebildet. (Hiden, Hengist Magazin 2/2006)

Vor etwa 16 Millionen Jahren drang mit der Absenkung das Meer aus Südosten in das Steirische Becken vor und reichte bis zum Saum der Koralm heran. Damit war die Südsteiermark eine Randbucht eines Meeres, der sog. "Paratethys". Dies belegen fossile Reste von Kammmuscheln, Helm- und Langschnabelschnecken, Korallen, Seeigel sowie Koffer- und Drückerfisch. Die Verhältnisse damals lassen sich mit dem heutigen Roten Meer vergleichen. (Hiden, Hengist Magazin 2/2006)

Im steirischen Becken gab es Zonen mit aktivem Vulkanismus im Raum Gleichenberg und im Gebiet um Weitendorf. Im klaren Wasser der Mittelsteirischen Schwelle bildeten sich Korallenriffe und durch kalkabscheidene Rotalgen riffartige Strukturen. (Hiden, Hengist Magazin 2/2006)

Aufgrund eines Zahnfundes konnte auch der Nachweis des bis über 15 Meter langen Riesenzahnhai erbracht werden. (Hiden, Hengist Magazin 2/2006)

Vor etwa 15 bis 14,5 Millionen Jahren drang durch ein Erdbeben glutflüssige Magma entlang von Rissen und Spalten aus dem Erdinneren in der Umgebung von Weitendorf mit einer bis zu 40 Meter dicken Basaltdecke auf einer Fläche von ca. 10 km². Während zähes, gasreiches Magma kegelförmige Vulkanberge bildet (Stratovulkane wie Ätna oder Vesuv) bilden sich bei dünnflüssiger Magma Schildvulkane, wie eben in Weitendorf. (Hiden, Hengist Magazin 2/2006)

Basalt als extrem hartes und witterunsbeständiges Gestein ist ein begehrter Rohstoff, zB für Wasserbausteine, Edelsplitte und abriebfeste Pflastersteine. (Hiden, Hengist Magazin 2/2006)

Vor 15 Millionen Jahren: Riesenkamm-Muschel

Die Kalkgesteine des Buchkogels, des Kollischberges, der Tischlerhöhe bei Dexenberg, die vor 15 Millionen Jahren in einer tropischen Meeresbucht abelagert wurden, enthalten eine Vielzahl von Fossilien.

Die Riesenkamm-Muschel (gigantopecten nodosiformis) konnte eine Größe von bis zu 25 cm erreichen. Untersuchungen der Wachstumsgeschwindigkeit haben ergeben, dass die Meerestemperaturen zischen 17 Grad Celsius im Winter und bis zu 28 Grad Celsius im Sommer ein auffallend rasches Wachstum erlaubten und die Muscheln in fünf Jahren ausgewachsen waren.

Ein gut erhaltenes Exemplar ist im Bereich über der Wilden-Mann-Höhle am Wildoner Schlossberg zu sehen.

Quelle: Hengist Magazin, 9. Jahrgang, Heft 1/2013, Seite 12 und 13, Hartmut Hiden.

Jungsteinzeit, 4000 v. Chr.

Am Wildoner Schlossberg und am Buchkogel, auch Hoher Hengst genannt, entstehen die ersten Siedlungen um 4000 v. Chr. in der mittleren Jungsteinzeit. Damit zählt der Raum Wildon zu den ältesten besiedelten Gebieten der Steiermark. (Hengist Magazin 1/2007)

Urnenfelderzeit (Spätbronezeit um 2000 v. Chr)

Das circa 3000 Jahre alte Gräberfeld aus der Urnenfelderzeit (Spätbronzezeit) in Kainach bei Wildon, Weitendorf, wird 2004 entdeckt und von Mai bis Juni 2007 werden rund 220 Gräber von den Archäologen freigelegt. (Hengist Magazin 2/2007)

In der spätbronzezeitlichen Urnenfelderkultur (14. bis 8. Jh. v. Chr.) herrscht der Brauch der Totenverbrennung. Der Leichenbrand wird in Urnen beigesetzt. Weitere Keramikgefäße dienen als Grabbeigabe. In der Urnenfelderzeit bilden sich Friedhöfe, die mehrere hundert Gräber umfassen können. (Hengist Magazin 1/2005).

Besonders interessant ist die im Grab Nr. 3 gefundene Urne, wo am Boden der Urne Finger- und Handballenabdrücke erkennbar sind. Jener Person, die das Gefäß vor ca. 3000 Jahren gefertigt hat. (Hengist Magazin 1/2005). Die Urne ist im Museum Schloss Wildon ausgestellt.

Das Gräberfeld in Kainach wird mit der ca. 1500 Meter Luftlinie entfernten Siedlung am Wildoner Schlossberg im Zusammenhang stehen. Diese, sich bis ins Tal erstreckende, urnenfelderzeitliche Siedlung ist arächäologisch nachgewiesen, zB durch Grabungen bei der Wildoner Hauptschule 1985, bei der 36 Gräber aus dem 8. und 7. Jh. v. Chr. ausgegraben wuren. (Hengist Magazin 1/2005). 

Das Gräberfeld Kainach zählt zu den bedeutensten archäologischen Funden der letzen Jahrzehnte in der Steiermark. Es ist das größte urnenfelderzeitliche Gräberfeld in der Steiermark und zählt zu den größten im Südostalpenraum. (Hengist Magazin 1 und 2/2005).

Eisenzeit - Hallstattzeit, um 800 v. Chr.

Vom Beginn der Eisenzeit, etwa 800 vor Christus, bis ins hohe Mittelalter um 1300, stellte der Rennofen, in einer Vielzahl unterschiedlicher Bauweisen und Größen, das einzige Instrument zur Eisenerzeugung dar. Im Bereich Wildon ist eine Erzlagerstätte am Kuketz mit ur- un frühgeschichtlichen Abbauspuren bekannt. (Hengist Magazin 2/2008)

Schon 1995 werden auf Parzelle 220/6, KG Unterhaus, Im Rasental, hallstattzeitliche Brandgräber entdeckt. (Hengist Magazin 1/2007)

Rund 30 hallstattzeitliche Gräber (Eisenzeit, ca. 900/800 v. Chr.) werden bei einer Notgrabung auf Parzelle 220/3, Im Rasental, KG Unterhaus, der Grundbesitzer Ofner, Staines, Keutz und Germauz, von Mai bis August 2007, von Archäologen (Christoph Gutjahr, Martina Trausner und Herbert Kern) im Auftrag des Bundesdenkmalamtes freigelegt. (Hengist Magazin 1 und 2/2007 und 2/2006)

Gefunden werden Grabbeigaben, teils reich verziehrte Töpfe und Schalen, eine Knotenfibel, eine Bogenfibel und eine verzierte Kahnfibel aus Bronze. Einer weiblichen Bestattung wurden Webstuhlgewichte und Spinnwirtel ins Urnengrab gelegt. Einem Männergrab wurde eine hallstattzeitliche Lanzenspitze aus Bronze mit bronzener Mehrkopfnadel beigelegt. (Hengist Magazin 2/2007)

Drei bis vier Gräber stammen aus der mittleren Urnenfelderzeit (Spätbronzezeit, 1200 bis 1100 v. Chr.), was für die Steiermark äußerst selten ist. Typisch sind doppelkonische Gefäße für diese Zeit. (Hengist Magazin 2/2007)

Gräberfelder rund um den Wildoner Schlossberg wie das frühhallstattzeitliche Gräberfeld im Bereich Burgfriedweg - Galgenkogel, das Gräberfeld in Kainach bei Wildon, Aldrian Gründe, bei der Hauptschule Wildon, bei der Volksschule Wildon, das Hügelgräberfeld am Nordwestfuß des Buchkogels, das Kegelhalsgefäß mit Broneappliken in Tiergestalt (Weitendorfer Wappen), die "Leitinger-Urne aus der Zeit um 600 v. Chr., die "Wetzl-Urne" und das Gräberfeld Im Rasental, KG Unterhaus, untermauern die Hypothese einer Burganlage auf dem Wildoner Schlossberg in Zusammenhang mit einer Burguntersiedlung rund um den Schlossberg in der Zeit von 2000 v. Chr. bis um 600 v. Chr. (Hengist Magazin 1/2007)

600 v. Chr: Die "Leitinger"-Urne

Ende August 2003 wird die "Leitinger-Urne" in Unterhaus bei Kanalgrabungsarbeiten geborgen. Der Fund stammt aus der Hallstattzeit, ca. 650 bis 600 v. Chr. (Gutjahr, Hengist Magazin 3/2006) In der Spätbronze- und der Älteren Hallstattzeit stellte das Gebiet um den Buchkogel und Wildoner Schlossberg mit Sicherheit eine Kernregion der Steiermark dar. Der Grabfund ist im Museum Schloss Wildon ausgestellt. Ende August 2003 wird die "Leitinger-Urne" in Unterhaus bei Kanalgrabungsarbeiten geborgen. Der Fund stammt aus der Hallstattzeit, ca. 650 bis 600 v. Chr. (Gutjahr, Hengist Magazin 3/2006)

Römerzeit 15 v. Chr. bis 488 n. Chr.

15 v. Chr. wird das Königreich Norikum Teil des Römischen Reiches. (Tscherne, Gleisdorf, 1993)

Norikum wurde als Provinz in das römische Imperium friedlich eingegliedert. Keltische Bevölkerung nahm die römische Zivilisation auf. Die Villa rustica, römische Gutshöfe, prägten das Land. Die römischen Ingenieure legten Straßen an, bauten Brücken und legten so den Grundstein für Handel und regen Austausch der Kulturen, gleichzeitig Voraussetzung für die Verlegung von Truppen.

41 - 54 n. Chr. wird unter Kaiser Claudius Norikum römische Provinz mit Hauptort Virunum (Zollfeld Kärnten). (Tscherne, Gleisdorf, 1993)

70 n. Chr. verleiht der Kaiser Vespasian aus dem Haus der Flavier das Stadtrecht an Flavia Solva. (Tscherne, Gleisdorf, 1993). Solva ist eine Bezeichnung für Sulm. Die Siedlung wird vom Frauenberg bei Leibnitz in die Talebene verlegt. Der Sitz eines Isis-Noreia Heiligtums bleibt am Frauenberg bestehen.

Von 70 n. Chr. bis ca 400 n. Chr. bestand das Municipium Flavia Solva, im heutigen Gemeidegebiet von Wagna bei Leibnitz. Stadt und Umland reichte bis zur Koralpe und bis Bruck an der Mur, im Grunde das Gebiet der Mittelsteiermark. Die Verwaltungsspitze waren "Duumviri", zwei Männer, ein Führungsduo.

Für Wildon sind 2 römerzeitliche Gräber im Bereich zwischen Musikheim und Volksschule ergraben worden.

Drei römische Hügelgräber liegen oberhalb des Aframer Steinbruches bei Afram-Marienhof. Über den Wurzingbach führte eine römische Brücke zur "Hochstraße" genannten Römerstraße am Rande des Hochufers der Mur bis zur Straße zur Wildoner Murbrücke und von dort geradlinig bis zu einer Römersiedlung und einer römischen Villa beim Gehöft vlg. Feldhans am Stiefingufer. (Hengist Magazin, 3/2005)

Eine ganze Siedlungslandschaft der Römerzeit (15 v. Chr. bis 476 n. Chr.) ist im Laßnitztal erkennbar. Die Lage der Siedlungsplätze im Zusammenhang mit den Gräbern und der römischen Straße läßt ein klares System erkennen. Die größeren Siedlungen und Gutshöfe sind wie Perlen an einer Kette aufgereiht und liegen im Durchschnitt etwa 1500 m voneinander entfernt. Die großzügige Planung der Infrastruktur und modern anmutende marktwirtschaftlich orientierte Landwirtschaft im Laßnitztal vor rund 1800 Jahren können nur bewundert werden.

Römische Gutshöfe waren große landwirtschaftlich orientierte Musterbetriebe, die für den Markt produzierten. Jedem Betrieb im Laßnitztal stande etwa 20 bis 50 Hektar intensiv nutzbares Ackerland zur Verfügung und zusätzlich noch eine größere Fläche an Wald, Weideland und Augebiet, woraus auf Betriebsgrößen von 100 bis 150 Hektar zu schließen ist. (Fuchs, Hengist Magazin 1/2006)

Bei der Dreifelderwirtschaft mußte eine Fruchtfolge eingehalten werden. Ein Teil der Äcker lag brach. Nur etwa ein Drittel der Fläche war für den Getreideanbau verfügbar. Parallel zum Ackerbau war wahrscheinlich auch Viehwirtschaft mit Stallviehhaltung eine wirtschaftliche Grundlage. Das Düngen der Äcker mit Stallmist ermöglichte höhere Erträge. (Fuchs, Hengist Magazin 1/2006).

Als Absatzmärkte für die Produkte kamen neben Flavia Solva (Wagna bei Leibnitz) auch Legionslager des Militärs im heutigen Slowenien oder an der Donaugrenze in Betracht. Für den Transport der Güter stand ein leistungsfähiges Straßennetz zur Verfügung. (Fuchs, Hengist Magazin 1/2006).

Die Römerstraße durch das Laßnitztal läuft in der Ideallinie durch das Tal, wobei auf lange Geraden geringe Richtungsänderungen folgen. Wahrscheinlich wurde sie in der Zeit von 50 und 100 n. Chr. gebaut und sie bestand wie die meisten römischen Gutshöfe im Laßnitztal zumindest bis 350 n. Chr. oder noch länger.

Nach dem Abstecken der Trasse wurde der Humus abgetragen, zu beiden Seiten wurden Straßengräben mit bis zu 1 Meter Tiefe angelegt. Auf der Straße wurde Kies angeschüttet. Die Fahrbahn war stark gespannt, dh sie war in der Mitte nach oben gewölbt, damit das Regenwasser abfließen konnte und keine Schlaglöcher entstehen. Die Breite der Fahrbahn betrug rund 6 Meter, der ganze Straßenkörper samt Straßengraben war 10 bis 12 Meter breit. (Fuchs, Hengist Magazin, 1/2006).

Etwa 80.000 m³ Aushub (Humusabtrag) sowie der Transport von ca 40.000 bis 50.000 m³ Kies für die Fahrbahn waren erforderlich. Die Planung im Gelände erfolgte so, dass möglichst wenig Brücken erforderlich waren. Brücken über kleinere Gerinne wurden vermutlich aus Holz errichtet. (Fuchs, Hengist Magazin, 1/2006).

160 - 180 n. Chr. fallen Markomannen in der Provinz Norikum ein. Flavia Solva wird zerstört jedoch später wieder aufgebaut. (Tscherne, Gleisdorf, 1993)

Etwa von 100 bis 400 n. Chr. bestand die Villa von Grünau (Groß St. Florian). Vermutlich gehörte sie einem Stadtadeligen von Flavia Solva. Den ergrabenen Grundriß zufolge handelt es sich um eine Peristylvilla, dh Villa mit Säulen umgebenen Innenhof. Kostbarster Fund ist ein Silberbecher (Skyphos) mit einer Szene aus dem römischen Circus. Reste von Mosaiksteine und Fragmente von Wandmalereien lassen auf reich ausgestattete Wohnräume schließen. Im Nahbereich der Villa lag eine Gruppe von 3 Hügelgräbern. An einem Grabbaurelief kann man einen "Duovir", dargestellt mit einem Rutenbündel (fascis), einen "römischen Bürgermeiste" von Flavia Solva erkennen. (Hengist Magazin 1/2006).

400 Flavia Solva wird zerstört

Um 400 ziehen Scharen von Markomannen, Goten, Langobarden und Vandalen durch Norikum. Flavia Solva wird endgültig zerstört und aufgegeben.

08.01.482: Heiliger Severin stirbt.

488 römische Bevölkerung verlässt Norikum

488 n. Chr. befiehlt Odoaker der römischen Bevölkerung der Provinz Norikum, nach Italien abzuziehen. (Tscherne, Gleisdorf, 1993)

Nur Reste der keltisch-römischen Vorbevölkerung in Rückzugsgebieten, vielleicht am Frauenberg bei Leibnitz und in Bachsdorf bei Lebring (Barschalken) bleiben. (Hengist Magazin, 3/2005).

568 Awaren besetzen Pannonien

Die Alpenslawen, Karantanen, besiedeln das ehemalige römische Norikum im Gefolge und unter Herrschaft der Awaren, die 568 Pannonien besetzten.

592 Karantanen und Baiern

Die Alpenslawen stießen 592 in Osttirol mit den Baiern (Bajuwaren) zusammen.

600 Alpenslawen oder Karantanen

Ab 600 n. Chr. verschmelzen die Alpenslawen mit der romanischen Restbevölkerung und die Steiermark war damit wieder dünn besiedelt. (Tscherne, Gleisdorf, 1993)

743 Karantanen und Baiern

Die Besiedelung der Steiermark erfolgte durch Karantanen oder Alpenslawen.

743 bitten die Karantanen unter Herzog Borut die Baiern unter Herzog Tassilo um Hilfe gegen die Awaren und anerkennen die bairische Oberherrschaft.

In der Folge vermischte sich die slawische Bevölkerung mit der einwandernden bairischen Bevölkerung. Damit kam auch das Christentum wieder in die Steiermark. (Tscherne, Gleisdorf, 1993)

772 Tassilo gegen die Awaren

772 führt Herzog Tassilo einen Feldzug gegen die Awaren.

788 Herzog Tassilo wird entmachtet

788 wird Herzog Tassilo gestürtzt und Bayern in das Frankenreich eingegliedert. Die fränkische Grafschaftsverfassung wird eingeführt. Der salzburgische Missionsbereich nach Osten gegen Ungarn ausgedehnt.

790 frühmittelalterliche Besiedelung

Siedlungsreste aus dem Frühmittelalter des 9./10. Jahrhunderts n. Chr. konnten bei der Notgrabung im Bereich Grundstück Nr. 220/3, KG Unterhaus, Im Rasental 10, dokumentiert werden. (Hengist Magazin 2/2006).

Bei der Notgrabung auf Parzelle 220/3, Im Rasental, KG Unterhaus, werden frühmittelalterliche Gruben (700 bis 1000 n. Chr.) freigelegt. (Hengist Magazin 2/2007)

Weiters wird eine frühmittelalterliche Besiedelung nachgewiesen. Ein Langhaus im Ausmaß von 16 x 4 Metern war durch Pfostengruben im Abstand von jeweils zwei Metern zu erkennen. (Hengist Magazin 1/2007)

Ein Giessereiofen, ein rechteckiger steinerner Ofenunterbau wurde entdeckt. Die Keramikfunde datieren um 700 bis 1000 nach Christus. (Hengist Magazin 1/2007)

800 Karl der Große wird Kaiser

800 Karl der Große wird Kaiser des Römischen Reiches. Die fränkischen Herrscher vergeben das Land als Lehen an Adel und Kirche. Die bairische Kolonisation setzt nun ein. (Tscherne, Gleisdorf, 1993)

814 karolingische Minuskel

814: Kaiser Karl der Große stirbt. Die "karolingische Minuskel", eine dekretierte Idealschrift, prägt noch das 9. und 10. Jahrhundert die verfassten Urkunden. (Hengist Magazin 1/2004). 

822 Die Drau als Grenze

822 wird die Drau als Grenze zwischen Erzbistum Salzburg und Patriachat Aquilea (später mit Sitz in Venedig) bestimmt.

892 Das Treffen von "Hengistfeldon"

Im Jahr 892 trafen in "Hengistfeldon", den Annalen des Klosters Fulda zufolge, der deutsche König Arnulf mit Herzog Brazlaw von Sissek zusammen, um Abwehrmaßnahmen zu beraten. Die Ortsbezeichnung könnte bedeuten: Hengistfelder, das nördliche Leibnitzer Feld, oder eine Doppelburg, Hengist-Wildon. (Hengist Magazin 1/2004 und 3/2005) Aus dieser Zeit stammt auch ein mondförmiger Messing-Ohrring und eine Fibel, die in Afram gefunden wurde (um 1880).

907 Schlacht bei Preßburg (Bratislava)

907 schlug das ungarische Reitervolk das bairische Aufgebot in der Schlacht bei Preßburg (Bratislava) vernichtend. In der Folgezeit wurde die mittlere Steiermark durch Kriegszüge verwüstet, während die obersteirischen Grafschaften Enns- und Mürztal, Leoben und Judenburg verschont blieben. (Tscherne, Gleisdorf, 1993)

955 Schlacht auf dem Leechfeld bei Augsburg, Karantanische Mark

955 konnten die Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld, nach Belagerung der Stadt Augsburg, die von Bischof Ulrich verteidigt wurde, durch ein Reichsheer unter König Otto I. besiegt werden. In der Folge wurden Grenzmarken eingerichtet: Die Mark an der Drau, die Mark an der mittleren Mur - auch karantanische Mark - mit den Eppensteiner Adalbero als Markgraf und die Mark an der Donau mit den Babenbergern als Markgrafen. (Tschere, Gleisdorf, 1993)

970 Hengistburg als Zentrum der Mark an der mittleren Mur

Spätestens seit 970 bestand die Mark an der mittleren Mur, auch Karantanische Mark genannt. Die Markgrafen,  bis 1035 die Eppensteiner, verwalteten und verteidigten von der Hengistburg aus zusammen mit den obersteirischen Grafschaften. (Tscherne, Gleisdorf, 1993)

Die Markgrafen waren ob der ungarischen Bedrohung mit besonderen, eigentlich dem König vorbehaltenen Rechten (Regalien) ausgestatten. So durften die Markgrafen zur Verteidigung ein militärisches Aufgebot anführen und waren von Abgaben an das Reich aufgrund der Rüstungskosten befreit. Sie erhielten zur Finanzierung das Bergregal über Salz und Eisen, eine beträchtliche Einkommensquelle. Andererseits waren die Markgrafen enge Vertraute des Kaisers, wenn nicht gar verwandt oder verschwägert, zudem kraftvolle Persönlichkeiten, was ihre Stellung im Adel über andere (Land- und Pfalz) Grafen des Reiches bevorzugte und so auch zur Landwerdung des späteren Herzogtums Steiermark unter dem Traungauer Otakar IV. im Jahr 1180 wesentlich beitrug (Wikipedia, 2010 und Tscherne, Gleisdorf, 1993).

Der auch „Karantanische Mark“, auch Grafschaft (comentatu) Hengist genannte Verwaltungssprengel bildete die Keimzelle der späteren Steiermark.

Mittelpunkt dieser Mark ist die Hengistburg, die man gleichsam als erste Hauptstadt der Steiermark bezeichnen könnte. Der genaue Standort ist umstritten. (Tscherne, Gleisdorf, 1993)

Als Hengist wurde damals der heutige Buchkogel bezeichnet. Die Wehranlage (vielleicht auch Höhlenburg) dürfte daher im Raum Wildon bestanden haben.

(Quelle: Günther Jontes, Die Grüne, die eherne Markt, Trautenfels, 2006)

Im Spätsommer 1994 wurde am Nordabhang des sog. "Turnierplatzes" am Plateau zwischen den Ruinen Alt- und Neuwildon, ein Randfragment eines niedrigen Kessels aus dem Frühmittelalter, etwa 9. bis 11. Jahrhundert, gefunden. Vermutlich diente dieser Wildoner Kessel mit einem Fassungsvermögen von etwa 1 Liter der Käseerzeugung. (Hengist Magazin 1/2011, Seite 16)

1000 Karantanische Mark (Mark an der mittleren Mur)

Im Frühmittelalter, um das Jahr 1000 nach Christus, lag die Hengistburg, das Zentrum der damaligen Mark an der mittleren Mur (Karantanische Mark), vermutlich am Wildoner Schloßberg. Sie sollte die Grenze zum Osten (gegen die Ungarn) sichern.

1053 Zerstörung der Hengistburg durch Ungarn

1053: Die Annalen des Klosters Altach berichten für die Jahre 1053 und 1054 von der Eroberung der "urbs" (große Befestigungsanlage) Hengistiburg" im Zuge eines Aufstandes gegen den Kaiser und von der Befreiung durch die einheimische Bevölkerung. (Hengist Magazin 1/2004).

Die Hengistburg wird damit 1053 erstmals urkundlich erwähnt und befand sich vermutlich auf dem heutigen Wildoner Schlossberg.

Die Ungarn fallen 1053 in der Steiermark ein und zerstören das Zentrum der Karantanischen Mark. Ab nun Beginnt der Grazer Schlossberg an Bedeutung zu gewinnen.

1070 Kirche in der Burg Heingist

Die "ecclesia que est in castro Heingist" war um das Jahr 1070 Gegenstand eines Tauschgeschäftes zwischen der markgräflichen Familie und dem Erzbischof von Salzburg. (Hengist Magazin 1/2004).

1075 Schenkung der Chuniza

Um 1075 schenkt die edle Matrone Chuniza dem Bistum Brixen Liegenschaften um den "Hengist". (Hengist Magazin 1/2004).

1094 un 1095 Hungersnot

In Kontinentaleuropa wüten Hungersnöte und Überschwemmungen. 1094 und 1095 sind die Ernten schlecht ausgefallen. Die Armen essen Wurzeln aus den Wäldern. Seuchen und Krankheiten plagen die Menschen, etwa das "Antoniusfeuer", das durch eine Pilzbefall von Getreide ausgelöst wird. Manche der Erkrankten leiden unter Wahnvorstellungen.

Papst Urban II. verspricht spirituelles Glück: Befreit die heiligen Stätten der Christen, und euch werden die Sünden vergeben! Als Siedler, Handwerker, Beutemacher erhoffen sich viele Menschen materielles Glück.

Quelle: Geo Epoche Nr. 59 Die Zeit der Kreuzritter, Seite 41

27.11.1095 Papst Urban II. ruft "Heiligen Krieg"

Am 27. November 1095 predigt Papst Urban II. in Clermont vor einer großen Menge über einen heiligen Krieg gegen die Muslime. Bereits um 850 dekretierte Papst Leo IV., dass jeder Gläubige, der bei der Verteidigung der Kirche sterbe, himmlische Belohnung erhalte. Damit ist die Idee des "heiligen Krieges" im 11. Jahrhundert bekannt und stellt eine neue Kriegsrechtfertigung dar. Religion wird zum Hauptmotiv von Kriegen. Ein Mönch aus dem Kloster Cluny namens Odo von Chatillon reist als kirchlicher Diplomat zu den Höfen Europas. Dieser französische Prior, der 1088 zum Papst gewählt wird und den Namen Urban II. annimmt, plant die Christenheit zu einer bewaffneten Pilgerfahrt aufzurufen.

Die mörderische Energie unter europäischen Adeligen, die in endlosen Fehden übereinander herfallen, wird auf ein neues Ziel gelenkt. Nicht gegeneinander sollen die Ritter kämpfen sondern miteinander die heiligen Stätten in Palästina erobern. "Deus lo volt!" - "Gott will es!" wird zum Schlachtruf der Kreuzritter.

Quelle: Geo Epoche, Nr. 59 Die Zeit der Kreuzritter

15.07.1099 Kreuzritter erobern Jerusalem

Seit fast sechs Wochen belagern die Kreuzritter unter Gottfried von Bouillon, Herzog von Lothringen, und Raimund von Toulouse, Graf in Südfrankreich, die Stadt Jerusalem. Vom riesigen Kreuzritterheer sind nach vagen Angaben der Chronisten höchstens 12000 Fußsoldaten und 1300 Ritter, dazu wohl 8000 Priester, Marketender, Frauen und Kinder übrig.

Am Freitag, 15. Juli 1099 wird von gezimmerten Belagerungstürmen aus die ausgehungerte Stadt Jerusalem erobert. Knapp 4 Jahre nach dem Aufruf Papst Urban II. erreichen die Kämpfer das spirituelle Ziel des blutigen Pilgerzuges: Die Grabeskirche in Jerusalem, wo die Reliquie des angeblichen Kreuzes Christi verehrt wird.

Das Königreich Jerusalem wird ausgerufen. Mehr als 10.000 Pilger werden Jahr für Jahr aus allen Teilen der christlichen Welt ins Heilige Land kommen, teils über Schiffe aus Genua und Venedig, die 4 bis 6 Wochen zum Hafen Jaffa benötigen. Kaufleute handeln mit Gewürzen und Kräutern wie Kardamon, Lavendel, Zimt, Ingwer, mit Rohrzucker und Baumwolle.

Es herrscht ein Nebeneinander von Glaubensgemeinschaften. Die Christen üben Toleranz aus Pragmatismus um das Überleben in Outremer zu sichern. Goldmünzen werden auf arabisch beschriftet, um den Handel mit muslimischen Nachbarn zu erleichtern.

Christliche Einwanderer gründen Bauerndörfer und produzieren Wein oder Schweinefleisch. Der "Rais", der Dorfvorsteher treibt für den Grundherren rund ein Drittel der Ernte als Steuern ein und spricht Recht. Es gibt Steuern auf Bienenstöcke, Olivenbäume und Vieh. Die Wirtschaft wird vom Feudalwesen geprägt.

Die Tempelritter, die Johanniter, der Deutsche Orden, der Lazarusorden sollen die Wallfahrer sicher durchs Land geleiten. Als wirtschaftliche Basis schenken Adlige in Europa den Ritterorden Landgüter, Städte, Zollrechte, Weinberge, Flussabschnitte. Das Scheckprinzip erspart den Transport von Gold und Naturalien. Damit werden die Ritterorden auch zu international vernetzen "Großbanken".

Quelle: Geo Epoche Nr. 59 Die Zeit der Kreuzritter

1126 Kirche Hengiste, St. Margarethen

1126: Für seine Kirche "Hengiste" tauscht Bischof Altmann von Trient vom Salzburger Erzbischof das Tauf- und Begräbnisrecht ein. Bei diesem Sakralbau handelt es sich um die Pfarrkirche St. Margarethen (Lebring). (Hengist Magazin 1/2004).

1135 Poppo de Hengist

Um 1135 wird ein gewisser "Poppo, Sohn des Poppo de Hengist" genannt. Die Familie nennt sich später "von Wildon". (Hengist Magazin 1/2004).

1146 Kirche St. Margarethen bei Lebring

1146: Die Kirche St. Margarethen (Lebring) schenkt Bischof Altmann von Trient dem Stift Suben am Inn. Das Patrozinium "Margarete" scheint in der päpstlichen Besitzbescheinigung erstmals auf. 1153 wird die Kirche als "apud Hengest" bezeichnet, beim Hengst gelegen. (Hengist Magazin 1/2004).

1147 Heinricus de Herwigesdorf

1147 wird ein Heinricus de Herwigesdorf (Herbersdorf, Allerheiligen bei Wildon) als Dienstmann des Herrand von Wildon genannt. (Mirsch, Hengist Magazin 1/2006)

1173 Wildoner Burgen und die Wildonier

1173: Das landesfürstliche Lehen Altwildon, die erzbischöflich-salzburgische Burg Neuwildon am Plateu sowie das Haus Ful und der Turm Hengst auf halber Höhe sperrten den Weg vom Grazer Feld in das Leibnitzer Feld. (Hengist Magazin 3/2007)

1173: Die Vorfahren Herrand von Wildon entstammen einer aus dem Traungau in die Steiermark gekommenen Familie, die ihre ursprüngliche Edelfreiheit durch Eintritt in den Dienst des Landesfürsten aufgegeben hatte. (Hengist Magazin 3/2007)

Um 1173 nennt sich ein Adeliger noch Richer de Hengst, ehe sich die Familie nach der neu errichteten Burg Wildon benannte. (Hengist Magazin 1/2004).

Die Vorfahren nannten sich noch "von Hengst" und ließen die Riegersburg und die Burg Güssing erbauen. 1173 führt Herrand I. erstmals die Herkunftsbezeichnung "von Wildon". (Hengist Magazin 3/2007)

Der Name bezog sich auf die ehemalige landesfürstliche Burg Alt-Wildon auf dem Wildoner Schloßberg, von dem heute noch der "Heideturm" besteht. (Hengist Magazin 3/2007)

1174 Pfarrpatronin Maria Magdalena

1174: Die Herren von Wildon, deren erste Generation anfänglich auf der Riegersburg lebte, brachten um 1174 von dort das Patrozinium Maria Magdalena nach Wildon mit.

1180 Die Steiermark wird Herzogtum

1180: Die Steiermark wird unter Markgraf Otakar IV aus der Familie der Traungauer vom Herzogtum Bayern getrennt und wird reichsunmittelbares eigenständiges Herzogtum Steiermark. (Tscherne, Gleisdorf, 1993)

1186 Georgenberger Handfeste

1186: Georgenberger Handfeste: Erbvertrag zwischen Otakar IV. (Traungauer) und Leopold V. (Babenberger) ist die "Magna Charta" der steirischen Ministerialien (Landesbewußtsein). Darin werden den steirischen Adeligen Sonderrechte nach dem Tod des Traungauer-Herzoges zugesichert, zB das Appelationsrecht direkt an den Kaiser, das Recht Steuern des Landesfürsten zu bewilligen.

1188 St. Johann bei Herberstein

Die Pfarre St. Johann bei Herberstein im Feistritztal wird 1170 erstmals urkundlich genannt und reichte mit ihr ein Pfarrsprengel von der Feistritz bis Ilz. Als Eigenkriche der Herren von Feistritz, ab 1188 der Herren von Wildon, gelangte St. Johann 1245 in den Besitz des Erzbischofs von Salzburg, der die Kirche der Pfründe wegen an seinen Vizedom Dr. Hermann von Stubenberg (gestorben 1281) übergab. 1260 erhielt der Deutsche Orden die Pfarre St. Johann.
(Kirchen und Kapellen im mittleren Feistritztal, Gottfried Allmer, Christliche Kunststätten Österreichs, Nr. 489, Verlag St. Peter, Salzburg, Seite 14)

1192 Babenberger werden Herzöge von Steiermark

1192: Der Babenberger Leopold V. ist in Personalunion Herzog von Österreich und Herzog von Steiermark.

1195 Der Panther als Wappentier

Das Erscheinungsbild des Wildoner Marktbrunnens ist dem Siegel des steirischen Landesmarschalls Herrand von Wildon aus dem Jahr 1195 nachempfunden. Es zeigt ein mit dem Fabelwesen Panther (All-Tier) belegtes Lilienszepter, begleitet von drei Seeblättern. Die Seeblätter meinten die Farbe Grün. Der Panther als Fabelwesen ist ein Symbol des Auferstandenen Christus. Die Lilie ist Zeichen der Reinheit.

1217 Kreuzzug nach Jerusalem und Damiette

Im August/September 1217 schiffen Kreuzritter des Leopold VI. von Österreich und des Andreas II. von Ungarn im damaligen Spalato (Split) an der Kroatischen Küste Richtung Jaffa ein. Ende Mai 1218 landet ein Heer aus Österreichern, Friesen, Flamen und Deutschen mit den Rittern Outremers an der ägyptischen Hafenstadt Damiette. Am 5. November 2019 gelingt tatsächlich die Eroberung von Damiette. Im September 1221 wird die Hafenstadt allerdings wieder geräumt.
Historiker sprechen vom 5. Kreuzzug.

Quelle: Geo Epoche, Nr. 59, Die Zeit der Kreuzritter, Seite 10 ff

1218 Gründung Bistum Seckau

1218: Gründung Bistum Seckau (Suffraganbistum der Erzdiözese Salzburg). Mutterpfarre St. Lorenzen am Hengsberg, Vikariat in Wildon. Katharinenkapelle der Herren von Waldstein auf den Burgen Ful und Hengst am Schlossbergabhang.

1219 Burguntersiedlung Markt Wildon


1219: Die Burguntersiedlung "Wildon" wird erstmals urkundlich erwähnt und erhält Marktrechte, womit das Recht zur Ummauerung und zur Abhaltung von Wochen- und Jahrmärkten verbunden war.

Zwei Tore schlossen den Markt nach außen sicher ab. Auf die Einhaltung des Wildoner "Burgfriedes" wurde geachtet und das Burgfriedkreuz in der Grazer Straße erinnert heute noch daran. (Hengist Magazin 1/2007)

1229 Leutold I. gründet Stift Stainz

1229: Leutold I. von Wildon gründet 1229 das Augustiner-Chorherrnstift Stainz.

1242 Marschall Herrand II.

1242: Herrand II. von Wildon (urkundlich von 1238 bis 1278 nachweisbar) ist Marschall, dh. Anführer des steirischen Ritteraufgebotes. Das Marschallamt ist eines der Hofämter neben Truchsess, Kämmerer und Mundschenk und war somit der höchste Rang eines Adeligen nach dem Landesfürsten.

1246 Die Babenberger sterben aus.

Juni 1246: Der Babenberger Herzog Friedrich II., der Streitbare, von Österreich und Steiermark fällt in der Schlacht an der Leitha gegen die Ungarn.

Mangels männlicher Nachkommen werden Österreich und Steiermark vom Hohenstauferkaiser Friedrich II. als herrenlos eingezogen und von eingesetzten Landeshauptleuten verwaltet. In der Folge entbrennt ein Streit zwischen Böhmenkönig Ottokar II. und Ungarnkönig Bela IV.

Der Adel eignete sich Besitz des Landesfürsten und der Kirche an. Das Fehdewesen blühte. (Hengist Magazin 3/2007)

1248 Herrand II. in Gefangenschaft

1248: Ulrichs Sohn Herrand II. wird durch Böhmenkönig Ottokar II gefangen genommen. Herrand II. (Minnesänger) von Wildon ist zwischen 1248 und 1278 urkundlich nachweisbar. (Hengist Magazin 3/2007)

1249: Ulrich von Wildon

1249: Ulrich von Wildon übernimmt den gesamten Besitz seines verstorbenen Bruders Leutold I.

1250 Burg Neu-Wildon (Oberwildon)

Um 1250: Die Herren von Wildon lassen eine zweite Burg Neu-Wildon errichten (heute Ruine Oberwildon), von der heute noch die meisten Reste erhalten sind. Die Wildonier waren aber nicht Eigentümer der Burg, sondern nur Leheninhaber, denn der Platz wurde vom Erzbistum Salzburg - gegen den Einspruch des Landesfürsten - behauptet. (Hengist Magazin 3/2007)

Das Landgericht Oberwildon, zuständig für schwere Kriminalverbrechen (Malefizdelikte) hat sich im Mittelalter aus dem Gericht der Mark an der mittleren Mur, auch Karantanische Mark oder Grafschaft Hengist entwickelt. Es erscheint bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhundert im Besitz der Wildonier. 1292 wurde es zusammen mit der Grundherrschaft vom Landesfürsten übernommen, der es an verschiedene Adlige als Lehen vergab. Sitz des Landgerichtes war die Burg Oberwildon. Die Zuständigkeit erstreckte sich über ein Gebiet rechts der Mur von Hitzendorf bis Gleinstätten und bis zur Hebalm. Die niedere Gerichtsbarkeit oblag den Städten, Märkten und Grundherrschaften. Innerhalb des Landgerichtsbezirkes bestanden also rund 20 Hofmarken, Freiungen und Burgfriede, in denen der Landrichter nicht amtshandeln durfte, sondern an der Gerichtsgrenze auf den mutmaßlichen Verbrecher auf Auslieferung warten mußte. Zur besseren Kenntnis der Gerichtsgrenzen fanden "Bereitungen" zu Pferd und zu Fuß statt. Burgfriede gab es im Markt Wildon, Mooskirchen, Ligist, Lannach, Lieboch, Söding, Hornegg, Pöls, Dornegg, Gleinstätten, St. Andrä im Sausal, Gams und Zwaring. (Hengist Magazin 2/2007)

1252 Kirche Wildon

1252: Kirche und Pfarre in Wildon werden erstmals urkundlich erwähnt.

1260 Marschall Ulrich von Wildon

1260: Marschall Ulrich von Wildon (Wildonie) trug das Banner der steirischen Adeligen für König Ottokar II. von Böhmen in der Schlacht von Kroissenbrunn auf dem Marchfeld in der Schlacht gegen Ungarnkönig Béla. (Hengist Magazin 3/2007)

Die steirischen Landesfarben weiß und grün stammen von den Wildoniern (weißer Panther im grünen Feld).

Der Grazer Pfennig etablierte sich als Landeswährung, geprägt in Graz und Oberzeiring. (Hengist Magazin 1/2009)

Ottokar II. fordert das entfremdete landesfürstliche Gut von den Adligen zurück und kommt einem Aufstand der Steirer durch die Verhaftung der führenden Köpfe zuvor: Die Grafen von Pfannberg (Frohnleiten), die Herren von Stubenberg (Oberkapfenberg), Liechtenstein (Murau, Unzmarkt), Wildon und Pettau wurden auf Burgen in Böhmen und Mähren inhaftiert, ihre stärksten Burgen gebrochen und besetzt. (Hengist Magazin 3/2007)

1269: Herrand II. von Wildon wird gefangen.

1269: Herrand II. von Wildon wird aus der Gefangenschaft des Böhmenkönigs Ottokar entlassen und muss die Burgen Eppenstein, Gleichberg und St. Johann/Lankowitz übergeben.

Vermutlich in der Gefangenschaft mit seinem Bruder Hertnid und anderen steirische Adeligen wurde er von seinem Schwiegervater Ulrich von Liechtenstein zum Dichten angeregt. 

Die überlieferten Werke des Wildoner Minnesängers: Die treue Gattin, Der getäuschte Gatte, Der nackte Kaiser, Die Katze und drei Lieder.

19.09.1276 Der "Reiner Schwur"

19. September 1276: „Reiner Schwur“. Herrand II und sein Bruder Hertnid unterzeichnen mit anderen steirischen Edelleuten (Graf von Pfannberg, die Herren von Stubenberg, Lichtenstein und Pettau) den Vertrag im Zisterzienserkloster Rein (Reun) bei Graz, der die Unterzeichner zur Treue zum Habsburger Rudolf von Habsburg gegen Ottokar II von Böhmen verpflichtet. (Hengist Magazin 3/2007)

1278 Marschall Herrand II. von Wildon

1278: Der steirische Adel beteiligt sich für Rudolf von Habsburg in der Schlacht bei Dürnkrut auf dem Marchfeld gegen Ottokar II, welcher mit der Schlacht auch sein Leben verliert.

Zum Dank wird Herrand II. von Wildon das Amt des Marschalls von Steier(mark) verliehen. Er war damit Anführer des militärischen Aufgebotes. Sein Bruder Hartnid wurde Truchsess, dh Aufseher über die Tafel des Landesfürsten, wenn dieser im Land weilte und bei festlichen Anlässen speiste. (Hengist Magazin 3/2007)

1282 Die Habsburger kommen

1282: Habsburger werden Herzöge von Österreich und Steiermark.

1290 Silbermünze "Grazer Pfennig"

2007 und 2008 Grabungen am Faltikögerl, Hengsberg. 13 mittelalterliche Silbermünzen, alle Grazer Pfennige, die zwischen 1290 und 1325 geprägt wuden, werden gefunden. Vermutlich ein leicht befestigter Lagerplatz während der Auseinandersetzungen zwischen dem Habsburger König Albrecht I. (1282 - 1298) und den aufständischen steirischen Adeligen, darunter die Herren von Wildon.

1291: Hartnid von Wildon

1292: Hartnid von Wildon verliert wegen Beteiligung an einem Aufstand gegen den Habsburger Albrecht I. die Burgen am Wildoner Schlossberg am Zusammenfluss von Kainach und Mur. (Hengist Magazin 1/2008) Die Habsburgischen Landesfürsten vereinigen den herzoglichen und erzbischöflich-salzburgischen Besitz am Wildoner Schlossberg zur Herrschaft Oberwildon und ließen diese künftig durch Burggrafen und Pfleger verwalten (bis 1624). (Hengist Magazin 3/2008)

15.03.1308: Ulrich von Wallsee

In einer Urkunde Ulrichs von Wildon vom 15. März 1308 werden Güter an Ulrich von Wallsee verkauft. Herant von Trauttmansdorf wird als Dienstmann genannt, der diese Güter zu Lehen hatte.

1348 Die Pest

1348 brach der Schwarze Tod (Pest) mit voller Wucht auch über die Steiermark herein. Ganze Ortschaften starben aus oder wurden aufgegeben, so zB das Dorf Oedt bei Lebring. Viele Häuser und Bauerngüter standen leer und ohne Besitzer. Schätzungen sprechen von bis zu 25 Millionen Todesopfern, rund ein Drittel der damaligen europäischen Bevölkerung, die die Pest damals forderte. (Hammer-Luza, Hengist Magazin 2/2006)

1350 Das "Untere Schloss"

Um 1350: Das „Untere Schloss“, auch „Freihaus“ genannt wird im 14. Jh. erstmals erwähnt und war Verwaltungssitz der Grundherrschaft Oberwildon.

1402 Marktrichter Hanns dem Liebenplich

1402: Vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jh. Hatte ein von der Bürgerschaft gewählter Marktrichter die Zivil- und Gerichtsgewalt inne, beraten und unterstützt von einem Kollegium von Bürgern, dem "inneren" und "äußeren" Rat. Hanns dem Liebenplich ist der erste bekannte Marktrichter. (Hengist Magazin 1/2007)

1424: Lehen Biberjagd

Urkundliche Nennungen zeigen, dass der Biber (castor fiber)  in der Steiermark hauptsächlich an der Mur, Enns, Mürz, Drau, Kainach, Teigitsch, Sabbau, Feistritz und dem Thörlbach anzutreffen waren. Das größte Bibervorkommen scheint sich in den Auen der Drau zwischen Marburg und Pettau befunden zu haben.
(Aus Reinhart Bachofen von Echt und Wilhelm Hofer: Jagdgeschichte Steiermark, Graz 1927 und Graz 1930)

Das Jagdrecht auf den Biber gehörte grundsätzlich dem Landesfürsten, also dem Herzog von Steiermark. Dieser konnte das Jagdrecht als Lehen vergeben.

Im Jahr 1424 belehnte Herzog Friedrich (später Kaiser Friedrich III.) - Bauherr der Grazer Burg - den Albrecht Lenacher (Lannacher) mit dem "pybergejaid" in Kainach und Mur. 

Später wurde dieses Recht auch an Grazer Bürger und andere Adlige verliehen.
Der Biber wurde damals zu den Amphibien und den Kaltblütern gezählt. Er galt mit den Fischen als Fastenspeise und hatte daher einen hohen jagdlichen Wert. Neben dem Fleisch verwendete man das dichte Fell. Das Haar des Bibers mit Asche, Harz und Lauchsaft zu Kugeln verarbeitet, soll es gegen Nasenbluten geholfen haben. Gegen Vergiftungen sollte Biberharn helfen.

Begehrt war das "Bibergeil", ein Sekret aus den Drüsensäcken des Bibers, das dem Tier zur Fellpflege und Markierung der Reviergrenzen diente. Die harzig-bräunliche Substanz mit baldrian-ähnlichem Geruch wurde gegen nervös-hysterische Zustände, gegen Krämpfe, Geburtswehen und Epilepsie verordnet und dem auch eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben wurde.
(Quelle: Hengist Magazin, 9. Jahrgang, Heft 1/2013, Brigitte Komposch, zur Historie Gernot Peter Obersteiner, Seite 4 bis 7).

1440

1440 wird Symon der Weisse als Marktrichter genannt. Die jährliche Wahl des Marktrichters erfolgte immer am 8. Dezember. Das Ratskollegium tagte vermutlich im Privathaus des Marktrichters. (Hengist Magazin 1/2007)

06.01.1453: Friedrich III.: Privilegium Maius

1461

1461: Eine Feuersbrunst zerstört Wildon.

1468

1468: Der Markt Wildon beteiligt sich an der Seite von Andreas Baumkirchner an der "Baumkirchnerfehde" und wird in der Folge ein Jahr lang von kaiserlichen Truppen belagert, ehe es erobert werden konnte. Die strategische Bedeutung Wildons blieb groß, vier Burgen am Schlossberg und der landesfürstliche Markt mit Ringmauer, zwei Toren mit mächtigen Schützenhöfen sperren die wichtige Verkehrsverbindung in den Süden und sicherten die Brücken über Kainach und Mur. (Hengist Magazin 3/2008).

1479

1479 - 1490: Große Teile der Steiermark werden von ungarischen Söldnern von König Mathias Corvinus besetzt gehalten.

1471 Andreas Baumkircher

Nach fünfeinhalb Jahrhunderten ist sie immer noch legendär und Stoff des Heimatkundeunterrichts – die „Baumkircherfehde“. Da errettet der Söldnerführer Andreas Baumkircher (um 1420 bis 1471) den Kaiser mehrfach aus Feindesnot, wird aber nicht ausreichend bezahlt, schlägt sich daher auf die Seite der kaiserlichen Gegner, überzieht die Steiermark mit der Fehde und wird schlussendlich in Graz ohne Verfahren enthauptet, als Kaiser Friedrich III. die Zusage von freiem Geleit bricht. 

Das burgenländische Stadtschlaining gedenkt heuer des 550. Jahrestages seiner Gründung durch ebenjenen Andreas Baumkircher, erhoben zum „Freiherrn von Schlaining“. Eine Sonderausstellung auf Burg Schlaining „stellt eine Zeit des Umbruchs vor – denn das 15. Jahrhundert war eine unruhige Zeit, voll der Kämpfe, Kriege und Intrigen. Es war aber auch die Zeit, als das Mittelalter zu Ende ging und neue Ideen und neue Technologien die Neuzeit einläuteten“, schreiben die wissenschaftlichen Gestalter auf der Webseite.

Burg und Markt Wildon mit ihrer günstigen strategischen Lage haben in der Baumkircherfehde auch ihren wichtigen Platz. Baumkircher seit 1447 habsburgischer Pfleger im damals westungarischen Schlaining, hatte unter anderem 1452 Wiener Neustadt für den Landesfürsten verteidigt und für seinen Herrn so manche Schlacht geschlagen. Und doch stand er bald darauf auf Seiten des ungarisch-böhmischen Königs und anderer Gegner des Kaisers, mit dem er sich 1458 aber wieder aussöhnte. 1462 schlug Baumkircher, zunehmend militärisch und als kaiserlicher Berater auch politisch einflussreich, einen Aufstand der Wiener Bürger nieder und gründete neben Burg Schlaining eine Stadt; im selben Jahr beschloss der Landtag von Leibnitz, die Steiermark zur besseren Steueraufbringung in Viertel einzuteilen.

Kaiserliche Schulden und auch eine Portion Opportunismus aber ließen Baumkircher abermals auf die ungarische Seite wechseln, diesmal zu König Mathias Corvinus, Erzfeind Friedrichs III.. Dem Kaiser wurde die Fehde erklärt, und Baumkircher besetzte im Februar 1469, als Friedrich gerade

 nach Rom unterwegs war, gemeinsam mit einem Adelsbund wichtige Plätze in der Steiermark, darunter in der Mittelsteiermark neben Fürstenfeld, Feldbach, Hartberg, Schwanberg und Oberradkersburg eben auch Schloss und Markt Wildon. Heiß umfehdet war Wildon – die Kaiserlichen belagerten es ein Jahr lang, ehe die landesfürstliche Burg zurückerobert werden konnte. In der Schlacht von Fürstenfeld erlitt das kaiserliche Söldnerheer im Juli 1469 eine Niederlage. 

Vertraglich sicherte der Kaiser dem Andreas Baumkircher im Juni 1470 zwar Amnestie und die Zahlung von gewaltigen 14.000 Gulden zu, womit die Fehde, unter deren Verheerungen ausgedehnte steirische Landstriche litten, beendet schien. Da das Geld aber auf sich warten ließ, lebte die Fehde im Herbst 1470 wieder auf. Nach wenigen Monaten sollte zwischen den Kontrahenten in Graz ein Waffenstillstand verhandelt werden. Auf die schriftliche Zusage von freiem Geleit hin zogen Baumkircher und der Pfleger von Voitsberg Andreas Greisenegger am 23. April 1471 in die Hauptstadt – wurden aber festgenommen und am Abend ohne Gerichtsverhandlung vor dem Murtor öffentlich enthauptet. So schuf der Kaiser als oberster Gerichtsherr vollendete Tatsachen und entledigte sich eines für ihn gefährlichen Gegners; hatte es ja sogar Gerüchte gegeben, Baumkircher wolle Friedrich III. im Auftrag des ungarischen Königs gefangen nehmen.

Vom Grazer Kloster der Franziskaner-Minoriten bei der Murbrücke nach Schlaining überführt, liegt der Leichnam Baumkirchers in der dortigen Klosterkirche beigesetzt. Seinem und seiner Zeitgenossen nur allzu oft kriegerischen Leben im steirisch-ungarischen Grenzraum des 15. Jahrhunderts ist die Ausstellung auf Burg Schlaining mit ihrem „Friedensmuseum“ gewidmet – zu sehen noch bis 31. Oktober 2012.

Gernot Peter Obersteiner

1480 Hunger, Pest und Krieg: Das Gottesplagenjahr

1480: Im "Gottesplagenjahr" suchen Pest, Heuschrecken und Türkische Renner und Brenner die Steiermark heim - so auch Wildon und seine Umgebung. Leibnitz wird niedergebrannt. (Hammer-Luza, Hengist Magazin 2/2006)

1487

1487: Grundlegende Umgestaltung der Pfarrkirche Wildon, worauf die Jahreszahl 1487 an der Nordseite des Kirchturmes hinweist. Vielleicht stand das Langhaus der wohl nach Osten ausgerichteten Kirche anfangs südlich des Kirchturmes und diente das Untergeschoss des Turmes – jetzt Aufbahrungsraum – mit seiner spätgotischen Tür als Sakristei.

1495

1495: Die Aufgebotsordnung von Kaiser Maximilian I. regelt die Verteidigung der Steiermark durch Landesfürst und Landstände neu. Dies geschieht aufgrund der wachsenden Türkengefahr. Die Grundherrschaften hatten im Kriegsfall jeden zehnten Mann zu rekrutieren. Grundherren mit einem Gültwert von 100 bis 200 Gulden hatten je ein zum Kriegsdienst taugliches gerüstetes Pferd samt Gültreiter erhalten. Weniger Vermögende mußten ein "Wartgeld" entrichten. Die landesfürstlichen Städte und Märkte -so auch Wildon - mußten Fußknechte stellen. Signalfeuer oder "Kreidfeuer" wurden auch am Buchkogel im Bereich der sog. "Kanzel" eingerichtet. (Hengist Magazin 3/2008).

Um 1495 war Leonhard Harrach der Ältere im Auftrag des Landesfürsten Kaiser Maximilian I. Pfleger auf Burg und Herrschaft Oberwildon. Danach war Christoph Gloyach Pfleger der Herrschaft. Dieser erwarb um 1515 ein bürgerliches heruntergekommenes Haus, für das, um von den bürgerlichen Steuern und Pflichten enthoben zu sein, ein "Freibrief" ausgestellt wurde. Das "Freihaus" und spätere "Untere Schloss Wildon", heute Hauptplatz 55, entstand. (Hengist Magazin 3/2008).

1496 Lehen Biberjagd

Kaiser Maximilian I. ließ 1496 dem Herrn von Gloyach auftragen, dieser solle Biber von Wildon bis eine halbe Meile vor Graz "hayen". Das Lehen auf die Biberjagde wurde erst 1519 - nach des Kaiser Tod - wieder vergeben.

1521 Die Leysser auf Oberwildon.

Erzherzog Ferdinand übernimmt 1521 die Regierung der österreichischen Länder nach dem Wormser Teilungsvertrag mit seinem Bruder Kaiser Karl V., der König von Spanien blieb. Seit 1526 König von Böhmen und Ungarn. (Hengist Magazin 3/2008)

13. Februar 1521: König Ferdinand I. erteilt an die Brüder Ulrich und Max Leysser die Pflegschaft über die Wildoner Burgen, Herrschaft, Landgericht und Maut von Wildon. (Hengist Magazin 2/2008)

18.04.1521: Dr. Martin Luther am Reichstag von Worms bei Karl V.

1526

1526: Ulrich Leysser läßt die ehemalige Michaelskapelle auf der Burg im spätgotischen Stil erneuern, wie ein Wappenstein mit der Jahreszahl 1526 nahelegt. Der Wappenstein befindet sich heute in Afram-Marienhof der Familie Frizberg, Stocking. Das Familienwappen zeigt in schwarzem Schild zwei mit den Spitzen nach außen gewandte goldene Halbmonde.

1527

1527: Mit der "Hofstaatordnung" wird die Verwaltung der österreichischen Länder durch landesfürstliche Behörden neu geregelt. Auf Vorschlag des Viertelmeisters Hans Leysser, der Bruder des Wildoner Burgpflegers Ulrich Leysser, wird ein "Verordnetenkollegium" - eine Art Landesregierung der Landstände eingerichtet. (Hengist Magazin 3/2008)

1528

1528: Die steirischen Landstände erwogen, Graz auf Dauer zu verlassen und baten Erzherzog Ferdinand um die Burg und Markt Wildon. Die Stände erklärten eine Fliehburg errichten zu wollen und den Landtag künftig nach Wildon zu verlegen und damit ein neues Zentrum für Gericht, Verwaltung und ständische Politik zu schaffen. Aufgrund der strategischen Schlüsselposition entsprach Erzherzog Ferdinand diesem Ansinnen der Landstände nicht. (Hengist Magazin 3/2008)

1529

1529: Maximilian Leysser verteidigt mit seinen Soldaten das Burg- und Schottentor bei der Türkenbelagerung Wiens. König Ferdinand I. schlägt ihn zum Ritter, wird später des Königs Kriegsrat und obrister Erbfeldzeugmeister. Er versuchte auch in seiner zwanzigjährigen Pfandschaft die noch mittelalterliche Burg Wildon auf modernen Standard zu heben, obwohl die Einkünfte wegen der Türkenkriege nur gering waren: 486 Gulden im Jahr. (Hengist Magazin 2/2008)

1531

Im August 1531 berichtet Feldzeugmeister Ulrich Leysser an die niederösterreichische Kammer, dass die südliche Außenmauer des Vorhofes von Schloss Wildon fast zur Gänze zerbrochen sei. Eine Kommission unter Landesvizedom (Finanzen) Michael Meixner, der für landesfürstliche Güter zuständig war, besichtigt das Schloss. Meixner empfiehlt eine 46 Klafter (1 Klafter = ca 1,8 Meter) lange Mauer auszuführen, was jedoch aus Geldmangel unterblieb. (Hengist Magazin 3/2008).

1532 Die Osmanen ziehen durch.

18. Februar 1532: Die Pflege der Burg von Wildon wird in eine Pfandschaft umgewandelt. Die Brüder Ulrich und Maximilian Leysser hatten den Auftrag die mittelalterliche Burg in eine Festung umzubauen. Das Baugeld betrug 2300 Gulden, das die Leyser als Pfandsumme aufzubringen und auf der Burg zu verbauen hatten, denn diese war noch eine mittelalterliche Feste, die der Kriegsführung mit Feuerwaffen nicht mehr entsprach. (Hengist Magazin 2/2008)

Im September 1532 erreichen die Truppen von Sultan Suleiman vom Nordosten der Steiermark kommend, Graz. Das Hauptheer zieht durch das Grazer Feld nach Süden. Leibnitz brannte nieder. Die spanischen und italienischen Hilfstruppen des Kaisers ziehen ebenso durch und drangsalieren die Bevölkerung. Damit war Schloss Oberwildon weiterhin als wichtiger Verteidigungsposten zu erhalten. (Hengist Magazin 3/2008).

1533

4. Juni 1533: Ulrich Leysser stirbt als Pfandinhaber von Weinburg und Wildon mit dem Titel kaiserlicher Hofkriegsrat und wird am 4. Juni 1533 in der Pfarrkirche St. Magdalena in Wildon bestattet. (Hengist Magazin 2/2008)

1536

1536 erhält Maximilian Leysser die Pflegschaft über Schloss Wildon.

1544 Ein Wappen für den Markt Wildon.

Im September 1544 meldet Maximilian Leysser, dass die südliche Außenmauer des Schlosses (Burg) Wildon nach außen gekippt und in den Weingarten gefallen war. (Hengist Magazin 3/2008).

Am 17. November 1544 wurde dem Richter, Rat und Bürgerschaft des landesfürstlichen Marktes Wildon von König Ferdinand I. (1503 - 1564), vermutlich auf Intervention vom in Wildon ansässigen Erbfeldzeugmeister Maximilian Leysser, ein Wappen verliehen. (Hengist Magazin 1/2004).

Der Wappenmaler am königlichen Hof in Wien verwendete den Turm als Symbol für den befestigten Markt und die im 16. Jh. beliebte Sagengestalt des "wilden Mannes" als für den Ortsnamen Wildon gleichsam redendes Zeichen (Sage vom wilden Mann von Wildon). (Hengist Magazin 1/2004).

Das „redende“ Wappen stellt als Zeichen der märktischen Befestigung einen Turm, aus dem heraus ein wilder Mann seine Keule schwingt, dar.

Der Wappen-Grabstein der Familie Leysser findet sich heute bei der Pfarrkirche St. Magdalena in Wildon. (Hengist Magazin 2/2008)

1545

1545: Im Hofkammer-Archiv in Wien hat sich ein Grundrissplan der Burg Wildon aus der Hand des italienischen Festungsbaumeisters Domenico dell'Allio (ca. 1515 - 1563) aus dem Jahr 1545 erhalten und belegt die damaligen Ausbaupläne nach einer umfassenden Besichtigung der Baugebrechen am Schloss (Burg) (Neu)Wildon durch den Landesvizedom am Sonntag nach Ostern 1545. (Plan im Hengist Magazin 3/2008, auch (Hengist Magazin 2/2008))

1548

Vizedom Christoph Resch unterstrich die notwendigen Reparaturen und die niederösterreichische Kammer sah in Schloss Wildon ein wichtiges "Grenzhaus". 1548 oder 1549 wird das Baugeld tatsächlich bewilligt. (Hengist Magazin 3/2008)

1550

1550: Die Familie Leysser und die unter ihrem Protektorat stehende Wildoner Bürgerschaft wechseln zum Protestantismus.

Um 1550: Die steirischen Landstände erwägen Wildon als Tagungsort für den steirischen Landtag.
 Wildon wäre so neben der Residenzstadt Graz zur Hauptstadt für die Landstände geworden. Dies wird allerdings vom Landesfürsten unterbunden und so bleibt Graz Landeshauptstadt für die Residenz des Landesfürsten und für den Landtag.

1555 Maximilian Leysser stirbt

Am 13. Oktober 1555 stirbt Feldzeugmeister Maximilian Leysser und wird in der Familiengruft in der Wildoner Pfarrkirche bestattet. Geboren im Jahr 1489 diente er als kaiserlicher Geheimrat und Oberster Feldzeugmeister der niederösterreichischen Lande. Ein Grabstein an der Kirchenaußenmauer erinnert daran. (Hengist Magazin 2/2008). Dargestellt sind die Eltern mit den sechs Söhnen, Ulrich, Wolfgang, Georg, Wilhelm und Ferdinand sowie die vier Töchter Dorothea, Katharina, Genoveva und Ana.

Seine Witwe, Sophie Leysser, geborene Zwickhl, bat um eine Bestätigung, dass das 1548 genehmigte Baugeld auch tatsächlich auf Schloss (Burg) Wildon verbaut wurde, da offenbar keine schriftlichen Belege vorhanden waren. (Hengist Magazin 3/2008).

1557

1557 ehelichte Sophia Leysser Wilhelm von Gera, Herrn auf Arnfels, und starb 1588. (Hengist Magazin 2/2008)

1561

1561: Über dem Hauptportal ein Grabstein des wohl protestantischen Wildoner Ratsbürgers und Gastwirts Hans Teckhinger (gest. 1561) mit seiner Mahnung: TRINCKH UND IJS UND GOTT NIT FERGIS! TU BRINGNEST NIT VON ALLER DEINER HAB TAN NUR AIN TUECH IN DAS GRAB.

1561

1561: Über dem Hauptportal ein Grabstein des wohl protestantischen Wildoner Ratsbürgers und Gastwirts Hans Teckhinger (gest. 1561) mit seiner Mahnung: TRINCKH UND IJS UND GOTT NIT FERGIS! TU BRINGNEST NIT VON ALLER DEINER HAB TAN NUR AIN TUECH IN DAS GRAB.

1569

1569: Der Wildoner Pfarrer ist alt und betagt aber noch katholisch. Ein großer Teil der Bürger sind Protestanten und bleiben den Sonn- und Feiertagsmessen in der Pfarrkirche fern. Kirchliches Brauchtum,  Zeremonien und Fastengebote werden verachtet.

1570

Um 1570: "Aframer Stein" wird vom Steinbruch in Kollisch bei Wildon als Werk- und Dekorstein  in Graz verwendet.

Um 1570 wird die "Grenzpost" zur kroatischen Militärgrenze, von Graz, Wildon, Ehrenhausen, Marburg, Pettau, Varasdin bis Agram eingerichtet. Die in Wildon bestehende Poststation verfügte über 2 "Grenzpostklepper". Die Kosten trugen die steirischen Landstände, dh die am Landtag vertretenen adeligen und geistlichen Gültenbesitzer. (Hengist Magazin 1/2005). Die Strecke von Graz nach Wildon betrug dreieinhalb Postmeilen, rund 26 Kilometer. Das bereitete den Postmeistern Schwierigkeiten, weil für die Passagiere unbequem und die Pferde wegen der großen Distanz oft einen Tag ausblieben.

1577

1577 erhält Erzherzog Karl II. von Innerösterreich (Sohn Ferdinand I.) die Windische und Kroatische Grenze übetragen und damit die Hauptverantwortung für die Abwehr der Osmanen. (Hengist Magazin 2/2008)

1578

Seit 1578 bestand in Graz ein eigener Hofkriegsrat, der mit dem landständischen Adel die Verteidigung organisieren und finanzieren sollte. Georg Leysser ist Pfleger auf Oberwildon. Er ersucht um Dispens von der Haltung eines gerüsteten Pferdes da die Kosten der Erhaltung des Schlosses ohnhin hoch genug wären und die Einkünfte zu gering wären. (Hengist Magazin 3/2008).

1580

1580: In der Steiermark setzen eine Reihe von Hexenprozessen ein. Der  Landprofos Jakob Bithner, ehemaliger Theologiestudent, überzeugter Protestant, Gegner des Aberglaubens im Volk, ist berechtigt gegen herumziehende Söldner und fahrendes Volk vorzugehen. (Hengist Magazin 1/2008) Ausforschung und Inquisition von Personen, die mit dem Teufel im Bunde standen, kamen ihm sehr gelegen.

1581

1581: Ins Landgericht Oberwildon wird die vermeintliche Hexe Barbara Scherer wegen "Schadenzauber", Wahrsagerei und "Wettermachen" gegen ihre Nachbarn aus Grabenwarth bei Ligist überstellt.

1583

1583: Die Pest grassiert in Wildon. (Hammer-Luza, Hengist Magazin 2/2006)

1583 läßt Erzherzog Karl von Innerösterreich zusätzlich zur Post nach Krain und an die Militärgrenze auch die Venedigische Post von Graz über Laibach nach Venedig führen. Der damalige Postmeister in Wildon, Paul Fröhlich, klagte, dass die Pferde dadurch oft überladen und zu Schanden geritten wurden. (Hengist Magazin 1/2005).

1586

1586: Die Pest wütet in Wildon. Die zweite Ehefrau von Georg Leysser, Catherina Paradeiser fällt der Pest zum Opfer. (Hengist Magazin 2/2008)
Der Markt mußte gänzlich gesperrt werden. Die Poststation wurde geschlossen. Die Postgeschäfte nahmen ab 3. Juni 1586 den Umweg über St. Georgen an der Stiefing. Erst im Jänner 1587 wurde die Sperre des Marktes Wildon aufgehoben und die "Grenzpost" wieder über die Poststation Wildon befördert.(Hengist Magazin 1/2005 und (Hammer-Luza, Hengist Magazin 2/2006)

1586 verpfändet Erzherzog Karl von Innerösterreich Burg und Herrschaft Oberwildon gegen ein Baugeld von 1900 Gulden. 200 Gulden jährliche Burghut (Entlohnung für die Betreuung der Burg) und 275 Gulden Wildoner Maut bildeten die Einkünfte an die Söhne von Maximilian Leysser, Georg als nominellen Pfandinhaber, der auch zeitweise auf Wildon wohnte, Wolf (gestorben 1567), Ferdinand und Wilhelm. (Hengist Magazin 2/2008)

1590

1590 übergibt Georg Leysser die Herrschaft Oberwildon an Hans Christoph von Gera, der die arg vernachlässigten Schlossgebäue wieder in die Höhe bringen sollte. Im selben Jahr stirbt Erzherzog Karl II. von Innerösterreich und die Gefahr eines osmanischen Einfalls nimmt wieder zu. (Hengist Magazin 3/2008)

Ende des 16. Jh. wird der bäuerliche "Schwarzhof" zu einem Adelssitz durch Kaspar von Herbersdorf ausgebaut - Schloss Schwarzenegg in Kainach bei Wildon. (Naschenweng, Hengist Magazin 3/2006)

1591

1591: Die Burg Oberwildon wird als verfallen geschildert. (Hengist Magazin 2/2008)

1594

1594 berichtet die Hofkammer über Baumaßnahmen auf Oberwildon. Die Dächer des großen Turms, Tor, Pflegerstube, Pfisterstube, der Kammer, Badstube, zwei Stiegen und bei der Brücke über den Schlossgraben, weiters zahlreiche Fensterrahmen wurden saniert. Der Meierhof und das Dach des Rossstalles wurden durch von Gera repariert gegen Ersatz der Baukosten durch die Regierung. Gesamtkosten rund 640 Gulden. (Hengist Magazin 3/2008). 

1595

1595: Die Pfandschaft für die Burg Wildon wird  Georg Leysser vom Landesfürsten entzogen und an Hans Christoph von Gera übertragen. Damit endet die Herrschaft der Leysser in Wildon. (Hengist Magazin 2/2008)

1597

1597 besichtigt eine Kommission Schloss Oberwildon, das Fachgutachten erstellte der Grazer Mauerermeister Anton Marbl (Antonio Marmoro). (Hengist Magazin 3/2008).

1599

1599: Die Rekatholisierungs-Kommission des Landesfürsten und des Bischofs machen in Wildon Station. Die Bürger werden gezwungen, wieder katholisch zu werden oder auszuwandern. Ein einziger reicher Bürger wählte das Exil, alle anderen konvertierten. (Hengist Magazin 2/2008)

1600 Innerösterreich

1600

Um 1600: Anfang des 17. Jh. beschlossen die Wildoner den Bau eines eigenen Rathauses. Die Bürgerschaft erwarb vom reichen Viehhändler Hanns Edelmann ein geeignetes Haus, direkt am Marktplatz (Hauptplatz). (Hengist Magazin 1/2007)

Im Sommer 1600 fällt die Festung Kanischa an der Mündung der Mur in die Drau in die Hand der Osmanen. (Hengist Magazin 3/2008).

Veronica von Gera, die Witwe des gewesenen Pflegers Wilhelm von Gera beklagt im Dezember 1600 den Mangel an Geschütz und Munition. (Hengist Magazin 3/2008).

1601

1601 übernimmt Ulrich Christoph Herr von Schärfenberg die Pfandschaft über die Herrschaft Oberwildon, finanziert Baumaßnahmen und erhält nur teilweise Ersatz für seine Auslagen von der Hofkammer. (Hengist Magazin 3/2008).

1603

1603 dringen osmanische Reiterscharen bis Radkersburg und Mureck vor. (Hengist Magazin 3/2008).

1605

1605 fallen Haiducken (ungarisch-siebenbürgische Aufständische) in der Oststeiermark ein. (Hengist Magazin 3/2008).

1606

1606 beendet der Friede von Zsitvatorok den sog. "langen Türkenkrieg".

1613

1613: Die Bürgerschaft beginnt mit dem Umbau des Rathauses, der wegen einer Wirtschaftskrise während des 30-jährigen Krieges (1618 - 1648) jedoch erst 1650 abgeschlossen werden konnte. (Hengist Magazin 1/2007)

23.05.1618: Prager Fenstersturz

Beginn des 30-jährigen Krieges bis 1648

1620

Um 1620 ist Hannibal Fux Postmeister in Wildon. (Hengist Magazin 1/2005).

1622

Im September 1622 berichtet Hans Meinzineder, dass er die zur Herrschaft Oberwildon gehörige Maut unten im Markt samt dem Mauthaus und der Mautmühle freiwillig an Hans Ulrich Freiherrn zu Eggenberg übergab. (Hengist Magazin 3/2008)

1623

1623: Marktrichter, Rat und Marktschreiber konnten einen Teil des Rathauses beziehen (Hauptplatz 47).

1624 Johann Ulrich Fürst zu Eggenberg

1624: Eine Feuersbrunst zerstört Wildon.

Mit Vertrag vom 17. Februar 1624 erwirbt Johann Ulrich Fürst zu Eggenberg (1598 - 1634), seit 1623 im Reichsfürstenstand als Herzog von Krumau, Geheimer Ratsdirektor, Kämmerer und Obersthofmeister, um die Summe von 10211 Gulden das Eigentum über die seit 1292 landesfürstliche Herrschaft und Landgericht Wildon sowie die erste Instanz über den Markt Wildon vom habsburgischen Landesfürsten Ferdinand II. Diese bauen die Burgen Alt- und Neuwildon aus. (Hengist Magazin 3/2008)

1624 dient am Nordwest-Abhang des Wildoner Schlossberges unter dem Namen "Hengst" eine verfallene Burg für eine Grenzbeschreibung im Urbar als Orientierungspunkt. (Hengist Magazin 1/2004).

Die Wildoner Bürger wollten landesfürstlicher Markt bleiben und fühlten sich zu einem patrimonialen Markt herabgedrückt und beschwerten sich deshalb bei der innerösterreichischen Regierung. (Hengist Magazin 3/2008)

Für den Übergang der Herrschaft Oberwildon mit allen mit ihr verbundenen Untertanen und Rechten wurde 1624 ein Urbar (Besitzverzeichnis) angelegt. Darin findet sich ein Hinweis auf ein zerstörtes Schloss Hengst, im Bereich des Weges zum Schloss Wildon oberhalb der Pfarrkirche zur heiligen Maria Magdalena. (Hengist Magazin 3/2008)

Zum Einflußbereich der Herrn auf Oberwildon gehörten auch die Pfarrkirchen der näheren Umgebung, über die er die "Vogtei" ausübte. Dies umfaßte die Aufsicht und Schutzherrschaft über die weltlichen Rechte des Pfarrers und seine Pfründe. (Hengist Magazin 3/2007)

Der Herrschaftsinhaber wirkte damals auch an der Ernennung und Amtseinführung neuer Pfarrer mit. Der Eggenberger war  enger Freund und Minister Kaiser Ferdinand II. und wurde 1623 in den Reichsfürstenstand und 1628 Herzog von Krumau.

1625

1625: Um die Gerichtsgrenzen des Landgerichts Oberwildon zu bestätigen findet eine "Bereitung" statt, bei der der Grenzverlauf durch Begleitung von ortskundigen Personen zu Pferd und zu Fuß festgestellt wurde. Das Landgericht stellte die höhere Gerichtsbarkeit dar, das unter anderem für die Verfolgung von "Malefizverbrechen", dh mit dem Tode zu bestrafende Taten, zuständig war. Innerhalb des Gerichtsbezirkes von Oberwildon gab es rund 20 Burgfriede: Der Markt Wildon, Mooskirchen, Ligist, Lannach, Söding, Pöls, Dornegg, Gleinstätten, Hornegg, St. Andrä im Sausal, Gams oder Zwaring verfügten über ein eigenes Niedergericht, was mitunter zu Kompetenzstreitigkeiten mit der Landgerichtsherrschaft Oberwildon führen konnte. (Hengist Magazin 2/2007)

17.05.1626: Bauernaufstand OÖ Stefan Fadinger

1627

1627 werden für die Rüstkammer im Rathaus 23 Hellebarden angeschaft. Am Rathausturm war zu Zeiten der Jahrmärkte die "Freiung" ausgehängt, das als Zeichen des besonderen Rechtsfriedens zu Marktzeiten. (Hengist Magazin 1/2007)

1628

1628: Das Religionsedikt Erzherzog Ferdinand II., Landesfürst der Steiermark, läßt dem evangelischen Adel nur mehr die Wahl zwischen Religionswechsel und Emigration. Damals verließen die letzten Leysser die Steiermark nach Burgenland und Niederösterreich. (Hengist Magazin 2/2008)

1633 Die Pest wütet.

1633: Die Pest wütet drei Monate in Wildon. Aus den Amtsrechnungen der damaligen Marktrichter Hans Edelman und Hans Georg Starckman ist ersichtlich, dass neben dem menschlichen Leid auch beträchtliche finanzielle Lasten zu tragen waren. Versorgung der Kranken und Bestattung der Toten hatten ihren Preis. In Wildon war damit der Baderknecht Hans, der äußere Kuren vornahm. Er trug auch die Bezeichnung "Totenlasser", da er die Infizierten zur Ader ließ, wovon man sich eine Linderung der Krankheit versprach. Ihm zur Seite stand zumindest eine Pflegerin, Ursl genannt.

Totengräber hatten die Leichen so schnell wie möglich in abseits gelegene Pestgruben zu bestatten. Für diese lebensgefährliche Tätigkeit wurden sie vom Markt gut verpflegt. Die Ausgaben schlugen mit 85 Gulden zu Buche.

Die ärztliche Versorgung lag in den Händen der handwerklich ausgebildeten Bader und Chirurgen. In Seuchenzeiten wurden von der steirischen Landschaft eigene Pestärzte angestelt und Infektionsordnungen erlassen.

Grassierte eine Krankheit in einer Stadt, mußten Desinfektionsmaßnahmen vorgenommen werden, zB Räuchern mit Weihrauch, Waschungen mit Essig, es war verboten infizierte Häuser zu betreten, fremde Personen ohne Gesundheitszeugnis durften nicht mehr eingelassen werden, im schlimmsten Fall wurden die Stadttore geschlossen. Das öffenliche Leben kam zum Erliegen, es gab keine Märkte, die Wirtshäuser und öffenliche Bäder blieben geschlossen. 

In Apotheken wurden Wundermittel wie "Theriak" angeboten. Wacholderbeeren, Knoblauch, Zwiebeln, Wermut, Sauerampfer, Zitronen galten als gängige Heilmittel. Als Gegenmittel gegen den Pesthauch empfahl man auch das Einatmen des Gestankes eines Ziegenbocks.(Hammer-Luza, Hengist Magazin 2/2006)

Im Jänner 1634 konnte hinsichtlich Pest in Wildon entwarnt werden. Den Dank ließ die Bürgerschaft in 5 Kirchen in der Umgebung verkünden, verbunden mit einem kleinen Geldopfer. Die Strafe Gottes war zu Ende.

Ansuchen vom 20. September 1633 von Wolfram Herrn von Stubenberg und Wolf Adam von Gallenberg um Verleihung eines Freischurfes am Wildoner Buchkogel, ein zeitlich begrenztes, uneingeschränktes Recht zum Ausrichten einer Lagerstätte. (Hengist Magazin 3/2009)

1637 Johann Gabriel Maschwander

1637: Johann Gabriel Freiherr Maschwander von Schwanau erwirbt das Schloss Schwarzenegg in Kainach bei Wildon und läßt Altar samt Gnadenbild von Herbersdorf nach Schwarzenegg bringen, was im 1675 angelegten Schwarzenegger Mirakelbuch aufgezeichnet ist. Seither wurde auf Schwarzenegg das Fest Maria Heimsuchung begangen. (Hengist Magazin 2/2007)

1643 Flamischer Hof, Ackerlhof

1643: Der heutige "Rosenhof", Grazer Straße 3, wird erstmals als "Flamischer" oder "Ackerlhof" urkundlich erwähnt. Von 1919 bis 1999 befand sich darin die Destillerie Weber, die 1859 in Mureck gegründet wurde.

1643: Im Urbar der Fürsten Eggenberg wird erwähnrt, dass beim herrschaftlichen Weitendorfer Steinbruch widerrechtliche Abbautätigkeit durch die ansässigen Untertanen erfolgte.

1644 Johann Seyfried Eggenberg

1644 bis 1713: Fürst Johann Seyfried von Eggenberg. Er finanziert ein Stipendium für den ab 1678 wirkenden Eggenbergschen Hofmaler Hans Adam Weißenkirchner (geboren am 10. Februar 1646 in Laufen, gestorben 1695, Ruhestätte in der Mariahilferkirche im Minoritenkloster in Graz). (Hengist Magazin 3/2007)

1648

1648: Die Rathaus-Turmuhr wird in Betrieb genommen. (Hengist Magazin 1/2007)

1650 Das Rathaus

1650: Der Bau des Wildoner Rathauses ist fertig. Ein Zimmermann setzt dem Rathausturm noch einen "Wilten Mann" auf, eine stilisierte Figur des im Marktwappen von 1544 prangenden Riesen. (Hengist Magazin 1/2007)

1660 Umbau Unteres Schloss

1660: Das sog. „Untere Schloss“, heute Hauptplatz 55,  war seit dem frühen 18. Jahrhundert Sitz der Herrschaft Oberwildon. Von diesem im Kern spätmittelalterlichen und in den Jahren 1660 bzw. 1725/30 grundlegend umgestalteten Gebäude aus – als adeliges Freihaus war es steuerfrei – wurden seit damals bis 1848 die rund 300 untertänigen Bauerngüter der Herrschaft verwaltet. Sie lagen rund um den Hengist sowie im Südwesten bis Eibiswald und im Osten bis Fürstenfeld und von ihnen war Zins und Robot zu leisten. Hier war auch der Sitz des ausgedehnten, für Verbrechen gegen Leib und Leben zuständigen Landgerichtes Oberwildon.

1660 Lebzelter Lebitsch

1660 ist der Wildoner Lebzelter Lorenz Stöger überliefert. Sein Nachfolger Friedrich Lebütz (Lebitsch) begründete eine Dynastie von Lebzeltern bis 1793 in Wildon, Bruck an der Mur, Feldbach, Gnas und Mureck. Wohnhaus und Werkstatt befanden sich neben dem Rathaus, heute Hauptplatz 45. (Hengist Magazin 3/2005)

1665

1665 erhielt Simon Gogitscher die Grenzpostbeförderung verliehen. (Hengist Magazin 1/2005). Die Pferde wurden von den Landständen zur Verfügung gestellt und durften nur für die Postbeförderung verwendet werden - bei Androhung einer Leibstrafe (Züchtigung).

1667

1667 ist Michael Franz Posch Postmeister in Wildon. (Hengist Magazin 1/2005).

1670 Ansicht Burg und Markt Wildon (Georg Vischer)

1672 Umbau Pfarrkirche

1672 - 1678: Die alte gotische Kirche St. Maria Magdalena zu Wildon erfährt durch den Grazer Baumeister Franz Isidor Carlone einen großzügigen Um- und Erweiterungsbau, bei dem Pfarr- und Bürgergemeinde auch finanzielle Unterstützung der Landstände. (Hengist Magazin 3/2007)

1673

1673 leidet der Schwarzenegger Schlossbesitzer Johann Gabriel Maschwander an einer Zyste in der linken Hand, die in Wundbrand überzugehen drohte. Seine Genesung schreibt er der Heiligen Maria, der Hausmutter in der Schlosskapelle zu. (Hengist Magazin 2/2007)

1675

1675 wird das Mirakelbuch der Schlosskapelle Schwarzenegg angelegt, in dem die Geschichte der Marienstatue und 75 Wunder eingetragen wurden. (Hengist Magazin 2/2007)

1678 Raum Wildon, Karte Georg Vischer

1680

1680: Die Pest wütet abermals in der Umgebung von Wildon. Der Markt Wildon bleibt von der Pest verschont, woran die Pestsäule/Mariensäule auf dem Hauptplatz erinnert. Die Bürgerschaft Wildons lebte hauptsächlich von Handel und Gewerbe, betrieb aber nebenbei meist noch eine Landwirtschaft. Durch die Brücken über Kainach und Mur war Wildon Verkehrsknotenpunkt. (Hammer-Luza, Hengist Magazin 2/2006)

Der Wildoner Verwalter Johann Adam Bettenburger machte sich im November 1680 zum Schloss Weißenegg auf, um dort nach dem Tod des Besitzers, des Herrn von Grienpach, das Inventar aufzunehmen. Dabei fand er ein erschreckendes Szenarium vor: Im und um das Schloss grassierte die Pest. Die herrschaftliche Köchin war bereits begraben, der Maierhof lag menschenleer und verlassen, alle Bewohner waren an der Krankheit gestorben. Niemand getraute sich mehr in die Nähe des Anwesens. Zahlreiche Pestsäulen mit "Benediktuskreuz", ein Abwehrmittel gegen bösen Zauber, erinnern an diese grauenvolle Zeit. (Hammer-Luza, Hengist Magazin 2/2006)

1681 Topographia Ducatus Styriae

1681 erscheint das Werk "Topographia Ducatus Styriae" des Georg Mathäus Vischer, der das Werk im Auftrag der steirischen Landstände herausbrachte. Darunter auch ein Kupferstich von Markt und Burg Wildon. (Obersteiner, Hengist Magazin 3/2006)

1682 Pestsäule Hauptplatz

1682 läßt die Wildoner Bürgerschaft zum Dank für die überstandene Pestgefahr die Mariensäule errichten. (Hengist Magazin 1/2007) Die Figuren stellen die "Pestheiligen" Sebastian und Rochus dar. Die Statue der Maria thront vergoldet auf einer Säule.

1682 Prozesse Hexerei, Diebstahl, Mord

1682 wird Gregor Zieser, vulgo Gräntschl, und seine Frau wegen Hexerei ins Landgericht Oberwildon gefangen genommen.  Der landesfürstliche Bannrichter Jakob Gwisinger ist mit der Abwicklung des Gerichtsprozesses betraut. Zwei Wächter und der Schaffer der Burg Oberwildon hören den Verdächtigen in der Nacht unheimlich mit zwei Stimmen. Da Zieser die Unschuld beteuert, unterwirft man ihn der Tortur (Folter) auf dem Hexenstuhl. Doch er bleibt standhaft ohne Geständnis. Außerdem wurden er und seine Frau auf "Teufelszeichen" am ganzen Körper untersucht und solches durch den Freimann bestochen. Eine Verurteilung konnte nur nach Ablegung eines Geständnisses erfolgen. (Hengist Magazin 1/2008)

1682 wird auch der Dieb Hans Schleiffer, vulgo Ratschedl-Bub, wegen seiner vielfältigen Diebstähle am Galgen des Landgerichts Oberwildon aufgeknüpft - eine typische Strafe bei schweren Diebstählen oder Betrügereien. (Hengist Magazin 3/2007)

1682 wird auch der Wildoner Seiler Hanns Georg Miller, der seinen Bruder im Streit mit dem Degen erstochen hatte, nach seiner Enthauptung im Friedhof beigesetzt. (Hengist Magazin 3/2007)

1682 bestraft der Landrichter von Oberwildon vier Untertanen des Stiftes Admont aus Lasselsdorf, wegen Unterschlupf für einen später hingerichteten Gewohnheitsdieb. (Hengist Magazin 3/2007)

1685 Hochaltarbild "Tod der heiligen Magdalena"

1685: Johann (Hans) Adam Weißenkircher (1646 - 1695), Hofmaler der Eggenberger, malt das Hochaltarbild "Tod der heiligen Magdalena" für die Pfarrkirche Wildon. (Hengist Magazin 3/2007) Ebenso gehen die Hochaltarbilder von Graz St. Veit (Marter St. Vitus), Hengsberg (Marter St. Lorenzen), Übelbach (Marter St. Lorenzen), Straß (Johannes der Täufer bei der Wüstenpredigt) und Luttenberg/Ljutomer (Rochus u. Sebastian).

1689 Biberjagd an der Mur

In der Instruktion Kaiser Leopold I. für den landesfürstlichen Otterjäger und Fischmeister hieß es 1689, dieser solle die Biber hegen und niemanden die Jagd auf sie an der Mur erlauben. 1695 erließ der Kaiser ein Verbot des Biberfangs an der Mur zwischen Wildon und Leoben.. Die Bestimmung wurde um 1700 für das Fernitzerfeld erneuert.

Das Biberlehen war mit der Herrschaft Eggenberg, der Grafen Attems auf Gösting bei Graz, verbunden. Durch das Biberfangverbot entgingen der Herrschaft Einnahmen. Daher mussten 337 Untertanen in der westlichen Mittelsteiermark zwischen rechtem Kainachufer und Mur eine gewisse Abgabe dafür leisten, dass sie beim Biberfang nicht mitwirken brauchten.

Die letzten Biber an der Mur wurden Anfang des 19. Jahrhunderts erlegt.

Quelle: Hengist Magazin, 9. Jahrgang, Heft 1/2013, Gernot Peter Obersteiner, Seite 7.

1690

Um 1690 sind Adam Fraisamb und nach ihm Johann Sigmundt Augstrasser Postmeister in Wildon. (Hengist Magazin 1/2005).

1692

1692 ergeht eine Rüge an das Landgericht Wildon, weil eine ertappte Taschendiebin laufen gelassen wurde. Die Beute von 28 Gulden wurde der Diebin wieder abgenommen und man begnügte sich damit, da sonst kein Schaden verblieb, die Frau aus dem Markt zu prügeln. (Hengist Magazin 2/2007)

Mit Beginn der Neuzeit wurde der Inquisitonsprozess eingeführt. Damit wurde die Strafverfolgung zur Pflicht der Obrigkeit gemacht. Zuvor gab es den Anklageprozess: Anklage gab es nur, wenn jemand Anklage erhob. Sprichwort: Wo kein Kläger, da kein Richter. (Hengist Magazin 2/2007)

1694

1694 wird der sich im Wildoner Markt aufhaltende krumme Bettler und Wahrsager Thomas Bauer in das Landgericht Wildon eingeliefert. Der Wildoner Landgerichtverwalter Julio Hannibal von Canal oblag es, den Kriminalprozess einzuleiten. Das Delikt der Zauberei gab es noch bis zur Strafprozessreform von 1787. (Hengist Magazin 1/2008)

1698

1698 wird Johann Ludwig (ab 1715) von Azula (gestorben 1748) wird für rund 50 Jahre Postmeister in Wildon. Mit seinem Erbe von 3700 Gulden war er ein wohlhabender Mann. In den Steuerlisten von Wildon war er an erster Stelle angeführt. In der höchsten Steuerklasse mußte er 4 Gulden Herdsteuer abführen. Das Postmeisterhaus Nr. 66 im Markt, heute Unterer Markt 38, besaß er ebenso wie eine Hube in Stocking und einen Weingarten in Aframberg und eine Hofstatt in Sulzegg. (Hengist Magazin 1/2005).

Die Postmeisterfamilie, 3 Söhne und 5 Töchter, war im Haus bequem eingerichtet. Betten aus Fichten- und Nußbaumholz, Truhen, Kästen, dazu Wäsche, 55 Leintücher, 39 Kissenbezüge, Lehnstuhl, Ledersessel und eine Stockuhr, die als Luxusgut galt, Teller aus Zinn, Kerzen in Messingleuchtern. (Hengist Magazin 1/2005).

1700 Landgericht Oberwildon

1700: Anfang des 18. Jh. schätzte man, dass die jährlichen Einkünfte aus dem Landgericht Oberwildon rund 2000 Gulden betrugen. Davon waren zahlreiche Ausgaben zu begleichen: Gerichtspersonal, Gefängnis, Verpflegung, Korrespondenz, Botengänge, Bannrichter oder auch Freimann (Henker).

1702 Zubau Rathaus

1702 bekleidet der Lebzelter Gottfried Lebitsch für einige Monate das Amt des Marktrichters. (Hengist Magazin 3/2005)

1702: Das Rathaus wird für Marktrichter, Rat und Marktschreiber zu klein und ein Erweiterungsbau wurde bis 1705 errichtet. 1707 wird noch der kaiserliche Adler auf das Rathaustor gemalt. (Hengist Magazin 1/2007)

Die Fassade erhielt einen frischen Anstrich in gelber und blauer Farbe. Nun hatten im Rathaus die Ratsstube, die Wohnung des Marktschreibers, die Kanzlei mit den Amtsschriften und der Marktkassa, die Stube des Gemeindedieners und des Marktboten und sogar eine "Rathauskuchl" Platz. (Hengist Magazin 1/2007)

Diese Küche durfte der Marktschreiber benutzen; ansonsten wurde anlässlich der Wahl eines neuen Marktrichters am Tag Maria Empfängnis (8. Dezember) ein Festmahl für die Bürgerschaft ausgerichtet. (Hengist Magazin 1/2007)

Zu Fronleichnam bekamen die Wächter der beiden Markttore sowie der Marktbote für das Fahnenschwingen auf dem Rathaus Wein und Semmeln gereicht. (Hengist Magazin 1/2007)

An die Brotwäger, die Maßzimentierer (sie eichten die im Markt verwendeten Gewichte), Feuerbeschauer und Boten erhielten am Heiligen Abend Wein und Brot. Der Wildoner Magistrat verfügte über ein eigenes "Dienstpferd". (Hengist Magazin 1/2007)

Bergseitig befand sich ein Getreidespeicher, ein Schweinestall und eine Rüstkammer. Vor dem Rathaus war der Pranger und der "Narrenkotter". Zum Absitzen von Arreststrafen diente die "Bürgerstube".

Anfang Juli 1702 wurde die 36-jährige Lucia Riedlin (Riedl) aus Bad Gams in das Landgericht Oberwildon eingeliefert. Die Anklage lautete auf Kindsmord. Richter und Beisitzer erkannten nach einem Geständis einstimmig auf schuldig und verurteilten sie zum Tode. Am 11. August 1702 wurde sie dem Freimann übergeben und im Markt Wildon auf dem Platz vor dem Rathaus mit dem Schwert hingerichtet. (Hengist Magazin 2/2008)

1703

1703: Es leben 78 Bürger (=Hausbesitzer) in Wildon. Nichtbesitzende Bewohner werden als Inwohner oder Haidstaller bezeichnet.

1706

1706: Das Inventar auf der Burg Oberwildon wird aufgenommen. Unter der Rubrik Landgerichtszeug scheinen Ketten, Hand- und Fußeisen, Schlösser und ein Daumenstock auf um ein notwendiges Geständnis für die Verurteilung durch Folter zu erzwingen. Zur Beweisführung gab es bis ins 19. Jh. zwei Möglichkeiten: Entweder wurde die Tat von mindestens zwei glaubwürdigen Zeugen bestätigt oder der Delinquent gestand das Verbrechen. (Hengist Magazin 2/2007)

1708

1708: Der Anschlag über die Herdsteuer in Wildon, eine für jede Feuerstelle zu entrichtende Abgabe, nennt für das Jahr 1708/1709 Antonio Albertin als Rauchfangkehrer in Wildon. Er war in der vierten Steuerklasse - jener mit den ganz armen Leuten - zugeordnet. 1711 wurden ihm 2 Gulden Steuer vorgeschrieben. Die wohlhabenden Bürger zahlten 10 bis 14 Gulden. (Hengist Magazin 3/2007)

In der Steuerliste 1708 des Marktes Wildon sind in der ersten Steuerklasse angeführt: Lebzelter Lebitsch, Postmeister Azula, sieben Gastwirte, fünf Kaufleute und Händler, ein Lederer und ein Bäcker.

Um 1708 arbeitet Sebastian Eder als Gerichtsdiener in Oberwildon. Er hatte Arrestante zu beaufsichtigen und zu verpflegen, besorgte Botengänge und nahm Züchtigungen vor und mußte im Bedarfsfall sogar Leichen exhumieren. Eder wurde wegen mangelnder Gewissenhaftigkeit entlassen. Der Beruf des Gerichtsdieners galt als anstößig und unehrlich. Jahre später war er gar selbst Angeklagter im Landgericht Oberwildon. (Hengist Magazin 2/2007)

1710

1710 brach sich Maria Anna Helena Reichsgräfin von Lengheim, die Tochter von Johann Gabriel Freiherr Maschwander, bei der Wallfahrt nach Mariazell am Seeberg den Fuß, wie das Mirakelbuch von Schwarzenegg berichtet. (Hengist Magazin 2/2007)

1711

1711: Der Steueranschlag des Marktes Wildon für das Jahr 1711 nennt den Rauchfangkehrer Antonio Albertin, einem Rauchfangkehrer mit italienischer Herkunft. (Hengist Magazin 3/2007)

1711: Unter Kaiser Karl VI. wird die Triester Haupt- und Kommerzialstraße, die auch durch Wildon führt, ausgebaut. Heute noch wird diese Trasse als Gemeindestraße Alte Reichsstraße benützt. Die Fuhrleute mußten an einem Schranken vor dem Wildoner Mauthaus, heute Unterer Markt 25, je nach Ladung einen Obulus entrichten. 

Der Durchzugsverkehr brachte an Markttagen einiges an Umsatz. Die Wildoner Murbrücke war die einzige zwischen Graz und Landscha/Leibnitz. Auch die Benützung der Kainachbrücke unterlag einer Maut. Die Mur diente als Verkehrsweg für Flöße (Holzbeförderung) und Plätten (Transportboote). (Hengist Magazin 1/2005)

1711 und 1712 war man mit der Viehseuche Rinderpest, damals auch Viehumfall genannt, konfrontiert. Gesundes Schlachtvieh war kaum mehr zu finden. (Hammer-Luza, Hengist Magazin 3/2006) 

1711 - 1712 ist Lebzelter Hans Georg Lebitsch Marktrichter in Wildon. (Hengist Magazin 3/2005)

1712

1712 bleibt das Vieh der Gräfin Lengheim auf Schwarzenegg bei einer grassierenden Viehseuche verschont (Mirakelbuch). Pfarrer Bartholomeus Münich aus Wildon wird erwähnt. (Hengist Magazin 2/2007)

19.04.1713: Pragmatische Sanktion, Karl IV.

1715 Stampfer von Walchenberg

1715: Das Landgericht und Herrschaft Oberwildon geht von den Fürsten von Eggenberg auf die Familie Johann Friedrich Stampfer Freiherr von Walchenberg (Kupferbergwerk in Öblarn) über, die es bis zum Tod des Grafen Josef Stampfer 1775 inne hatten. Die Einkünfte aus dem Landgericht betrugen rund 2000 Gulden, wovon allerdings sämtliche Ausgaben zu begleichen waren: Gerichtspersonal, Versorgung der Arrestanten, Kosten für die Beiziehung des steirischen Bannrichters, Investigation und den Freimann für die Exekution. (Hengist Magazin 2/2007)

Ein Kupferstich aus dem Jahr 1715 stellt Burg und Markt Wildon mit Richtstätte am Galgenriegel, Kreidfeuer, die Murbrücke, Rathaus, Pfarrkirche, Burg oder der Pfarrkirche, Kapelle und Ruine des Turmes (Heidenturm) das Marktwappen und den Wilden Mann zu Füßen eines Baumes, in dem die Namen der Wildoner Ratsherren angeführt sind: Wolfgang Held, Marktrichter, Anton Schopf, Tobias Grueber, Peter Tenngg, Johann Mayr, Johann Ludwig Azula, Christian Schilly, Johann Georg Lebitsch, Mathias Grueber, Jeremias Kriechuber, Frantz Grueber, Franz Eberl und Simon Bräntl. (Hengist Magazin 2/2007)

Um 1715 ist in Wildon der Lebzelter Hans Georg Lebitsch ansässig. Lebzeltmodel sind in Sammlerkreisen sehr begehrte Objekte. Und so ist auch ein Lebzeltmodel des Wildoner Lebzelters erhalten geblieben. Der in der Barockzeit beliebte Granatapfel symbolisierte auch im Lebkuchen Liebe, göttlichen Schutz und Fruchtbarkeit. Dieses Motiv ziert die beiden Handschuhe im Modell des Wildoner Lebzelters. Lebkuchen wurde bei Hochzeiten als Glücksbringer verteilt. Manchmal sind die Initialen der und ein Datum am Model angebracht, was eine Zuweisung zu Lebzelterfamilien zuläßt. (Hengist Magazin 3/2005) .

Lebzelter waren gleichzeitig als Wachszieher tätig.

Nach der Handwerksordnung, vom Landesfürsten erlassen, durften Lebzelter al allen Sonn- und Feiertagen, außer Weihnachten, Ostern und Pfingsten, ihre Waren auf öffentlichen Plätzen anbieten. Jahrmärkte wurden nach einer in der Zunft getroffenen Vereinbarung bereist. Jeder Meister erhielt einen Stand zugelost. Nur steirischen Meistern war der Ankauf von Honig und Wachs erlaubt. Lebkuchen von "Störern" wurde vom örtlichen Gericht beschlagnahmt und ließ die Hälfte davon den Insassen von Armenhäusern und Spitälern zukommen. (Hengist Magazin 3/2005)

Lebzelter gehörten zur bürgerlichen Oberschicht und saßen oft im Rat und bekleideten führende Ämter der Gemeinde. (Hengist Magazin 3/2005)

1716

1716: Der Scharfrichter Johann Andreas Grill erhält für die Exekution von zwei Verurteilen 22 Gulden vom Landgericht Oberwildon. Für das Ausschaufeln der Gräber erhält er 2 Gulden, dazu Trinkgeld für einen Knecht, Kostgeld für sich selbst, Futter und Reisegeld für Pferde und die Fahrt von Graz nach Wildon und "Wartgeld" für den mehrtägigen Aufenthalt in Wildon bis zur Exekution. Die Richtstätte war gut sichtbar außerhalb des Ortes am "Galgenriegel", heute Am Buchkogel, an der (Hengist Magazin 3/2007)

1717

8. Dezember 1717 bis 1718 ist Lebzelter Hans Georg Lebitsch Marktrichter in Wildon. (Hengist Magazin 3/2005)

1718

Mittwoch,10. August 1718, Kirchtagsrummel zu Hengsberg. Die Herrschaft Oberwildon als Vogt der Hengsberger Kirche, als Vertreter in weltlichen Angelegenheiten, und als Landgerichtsherr übt das Recht der "Kirchtagsbehütung" aus. Pfarrer Dr. Andreas Fortunatus Graf, Archidiakonatskommisar zu Hengsberg, quasi Vertreter des Bischofs, gest. 1742, läßt den Oberwildoner Schaffer als herrschaftlichen Beauftragten durch seine Leute zusammenschlagen und arrestieren. Baron Stampfer erhob darauf Klage gegen den Pfarrer beim Grazer Landrecht, dem Gerichtshof des Adels. Das Verfahren endete am 3. Dezember 1721 zugunsten des Pfarrers Dr. Graf, die Klage wurde abgewiesen. (Hengist Magazin)

1722

1722: Der Landgerichtsherr auf Oberwildon, Johann Friedrich Stampfer von Walchenberg, klagt, dass ihn ein Kriminalprozess 600 Gulden gekostet habe.

1725

1725: Der Oberwildoner Landgerichtsverwalter läßt einen Delinquenten bereits 14 Monate in Untersuchungshaft sitzen. Die Bedingungen im Kerker waren denkbar schlecht, die Verpflegung auch. (Hengist Magazin 3/2007)

1725 bis 1730: Das Untere Schloss (Freihaus) wird grundlegend umgestaltet.

1725 Wildoner Ratsherren

1727

Nacht vom 5. auf 6. April 1727: Eine Feuersbrunst zerstört Wildon.

Das Rathaus und ein Gutteil der Wildoner Bürgerhäuser liegt in Schutt und Asche. Für den Wiederaufbau wandten sich die Wildoner an Kaiser Karl VI. persönlich. Er gewährte der Bürgerschaft die Sammlung einer Brandsteuer von 5000 Gulden und überzeugte sich 1728 selbst von den Schäden der Brandkatastrophe. (Hengist Magazin 1/2007)

1727: Der mächtige Kirchturm an der Ostseite ist über 66 Meter hoch und brannte 1727 bis zum Hallengewölbe ab, wobei auch die Glocken und die Uhr zerstört wurden. (Hengist Magazin 1/2007)

8. Dezember 1727 bis 1728 ist Lebzelter Hans Georg Lebitsch Marktrichter in Wildon. (Hengist Magazin 3/2005)

1728

1728: Das nicht privilegierte Landgericht Oberwildon unter Freiherr Johann Leopold Stampfer von Walchenberg muss den steirischen Bannrichter Wolfgang Andrä Calin für einen Kriminalprozess nach Wildon berufen, um einen Prozess gegen eine Kindsmörderin zu führen. (Hengist Magazin 2/2007)

Wegen der ungemütlichen Zustände auf der Burg weigert sich der Bannrichter von seiner Unterkunft im Markt, im "Hirschenwirt", täglich zur Burg hinauf und wieder zurück zu gehen und besteht darauf, dass die Inquisition im Gasthaus stattfindet. Dies empfindet der Stampfer von Walchenberg als schmähliche Herabsetzung seiner Landgerichtshoheit. Die beiden Herren kamen zu keiner Einigung. Der Bannrichter verließ Wildon unverrichteter Dinge. (Hengist Magazin 2/2007)

Die Innerösterreichische Regierung musste einen Vertreter für den beleidigten Bannrichter entsenden. Freiherrn von Stampfer wurde aufgetragen, für eine bequeme Unterbringung zu sorgen. (Hengist Magazin 2/2007)

1728 wird Sebastian Lerch zur Strafe vom Landgericht Oberwildon des Landes verwiesen wurde aber per Schub aus Kärnten wieder nach Wildon transportiert und daher wieder eingesperrt. Erst nach langen Diskussionen wurde der arme, krumme Mensch in die örtliche Armenversorgung aufgenomme. (Hengist Magazin 3/2007)

1728 gelingt dem mutmaßlichen Mörder Andre Richter trotz Fußeisen mit Ketten und einen in einen großen Stein eingegossenen Ring die Flucht aus dem Gefängnis Oberwildon. (Hengist Magazin 3/2007)

1728 und 17932 war man mit der Viehseuche Rinderpest, damals auch Viehumfall oder "Löserdürre" genannt, konfrontiert. Gesundes Schlachtvieh war kaum mehr zu finden. Rund 80 % der infizierten Tiere starben. Öffnete man den dritten Magen, auch Löser genannt, fand man dürres, unverdautes Futter. (Hammer-Luza, Hengist Magazin 3/2006)

Die Behörden erließen "Viehordnungen", damit die rasante Verbreitung eingedämmt werden konnte. Wichtigstes Mittel war die Trennung von kranken Tieren vom restlichen Viehbestand. Die Ställe wurden mit Essig, Lauge oder Kalkwasser gereinigt oder mit Wacholderholz oder Wacholderbeeren geräuchert. (Hammer-Luza, Hengist Magazin 3/2006)

Verdächtiges Vieh durfte nicht auf Viehmärkte getrieben werden. Verendete Tiere wurden in tiefen Gruben verscharrt und mit ungelöschtem Kalk überschüttet. Als Vorsichtsmaßnahme beim Betreten des Stalles riet man, dan Stall niemals nüchtern zu betreten und ordentlich Branntwein zu trinken und Tabak zu rauchen. Nach jeder Stallarbeit sollten Hände und Mund mit Wein ausgiebig gespült werden. Als Wundermittel gegen den Viehumfall galt "Theriak" neben der täglichen Eingabe von Knoblauch und Schwefel, zusammen mit gesalzenem Brot. (Hammer-Luza, Hengist Magazin 3/2006)

1728 Steiermark Karte Seutter

1729

1729: Der Wiederaufbau des Rathauses ist abgeschlossen - daran erinnert eine Gedenktafel. (Hengist Magazin 1/2007)

1730 Weintaz Karte mit Ansicht Wildon

Häuser mit roten Dächern markieren Häuser wo Alkohol ausgeschenkt wurde und die Alkoholsteuer "Weintaz" eingehoben wurde.

1733

1733: In der Kapelle im Schloss Schwarzenegg wird ein barocker Hochaltar von Johann Andreas Graf Lengheim gestiftet und aufgestellt. (Hengist Magazin 2/2007)

Der Fürstbischof Rudolf Josef Graf Thun von Seckau (1690 - 1702) weiht die Kapelle, die damit zu einem sacellum publicum geworden, zu dem Prozessionen veranstaltet werden durften. (Hengist Magazin 2/2007)

Der Wildoner Pfarrvikar Ignaz Kaherl empfand den regen Wallfahrtsbetrieb nach Schwarzenegg als unliebsame Konkurrenz und beschwerte sich beim Seckauer Fürstbischof, dass von der Gräfinwitwe Helena Lengheim Patres von auswärts ohne Wissen des Pfarrers eingeladen würden und auch Opfergeld angenommen werde. Die Beschwerden gingen ins Leere. (Hengist Magazin 2/2007)

1733 wird ein Burgfriedstein bei der heutigen AKG (Personalhaus, heutige Katastralgemeindegrenze Wildon - Unterhaus) gesetzt.

1734

1734 finden sich 12 Erhörungen im Mirakelbuch Schwarzenegg. (Hengist Magazin 2/2007)

1735

8. Dezember 1735 bis 1736 ist Lebzelter Hans Georg Lebitsch Marktrichter in Wildon. (Hengist Magazin 3/2005)

1736

2. Juli 1736:

Am 2. Juli 1736 begeht die Schlosskapelle Schwarzenegg das 100-jährige Jubelfest der Aufstellung der Gnadenstatue. (Hengist Magazin 2/2007)

Johann Andreas d. J. Reichsgraf von Lengheim konnte den Seckauer Fürstbischof Jakob Ernst Graf von Liechtenstein als Festzelebranten gewinnen und lät die benachbarten Pfarrer und Vikare, den umwohnenen und befreundeten Adel zur Teilnahme ein. Der Tag wird zu einem beeindruckenden religiösen Fest. Der Fürstbischof hielt das Pontifikalamt in der Kapelle. An der anschließenden Prozession sollen an die 10.000 Gläubige anwesend gewesen sein. (Hengist Magazin 2/2007)

Die Wildoner Bürgerwehr mit 40 Mann leistete die militärische Ehrenbezeugung und schoss Salut. 1451 Personen wurde die Beichte abgenommen und 19 heilige Messen am Gnadenaltar und an den zwei im Schlosshof errichteten Altären gefeiert. (Hengist Magazin 2/2007)

1738

1738: Hans Christoph Schün lebt als Gerichtsdiener mit Frau, Tochter und Magd als Gerichtsdiener in der Burg Oberwildon. Einem Gefangenen auf der Burg gelingt die Flucht und der Gerichtsdiener wird selbst arrestiert und mit 20 Rutenstreichen bestraft. (Hengist Magazin 2/2007)

1738: Pfarrer Mathias Sebastian Peichl stirbt und wird in der Pfarrkirche beigesetzt. Ein Grabstein an der Kirchenaußenmauer erinnert daran.

1740

1740 erwirbt Lebzelter Franz Jakob Pinter das Lebzelterhaus, heute Hauptplatz 45. (Hengist Magazin 3/2005)

1743

1743: Das Grundbuch verzeichnet Barbara Hinckh, Witwe und bürgerliche Rauchfangkehrermeisterin, im heutigen Unteren Markt 17. Der Rauchfangkehrer zählte in Wildon zu den "radizierten" Gewerben, dh das jeweilige Gewerbe haftete am Haus und war im Grundbuch eingetragen und bildete einen eigenen Anteil am Wert der Liegenschaft. (Hengist Magazin 3/2007)

1743: Die Pfarre Wildon wird selbständig. Bis 1743 war die Pfarre Wildon ein Vikariat der Mutterpfarre St. Lorenzen am Hengsberg (seit 1218 im Bistum Seckau). Zum Pfarrsprengel gehörten der Markt Wildon, Unterhaus und Kainach. 1750 werden die Ortschaften links der Mur, Stocking, und 1779 Weitendorf eingepfarrt.

16. August 1743: Frau Maria Wellser, verwitwete Bäckermeisterin in Wildon, heiratet den Simon Schaffzahl, "Böckhen Junger". Trauzeugen sind der Wildoner Marktrichter Johann Hausman und ein Ratsbürger. (Hengist Magazin 3/2010)

1744

20. April 1744: Maria Theresia Grit(t)ner Witwe des Peter Gritner, Weißbäcker in Wildon, ehelicht in der Pfarrkirche Wildon den Weißgerbergesellen Johann Georg Wanzman. (Hengist Magazin 3/2010)

1748

1748 gelingt Theresia Kirschnerin die Flucht aus dem Gefängnis Oberwildon über das Schloßdach und einen Sprung über zehn Meter Tiefe, wobei ein Gerichtsdiener Rizinger in Verdacht kam, beträchtlich geholfen zu haben. (Hengist Magazin 2 und 3/2007)

1749

1749 heiratete auf Schwarzenegg der 56-jährige Sigmund Joseph Graf Galler (der "krumpe" Graf) die 28-jährige Tochter seines Cousins Maria Elisabeth. Durch die Heirat wurde er Eigentümer der Schlossherrschaft Waasen und auch des Palais Galler am Karmeliterplatz in Graz (heute ÖVP-Zentrale)(Naschenweng, Hengist Magazin 3/2006)

1749: Graf Lengheim errichtet ein Testament, in dem er auf seinem Gut Schwarzenegg ein Schlossbenefizium für einen Kaplan stiftet. Er legt genau fest, wie und welche Messen gehalten werden sollen. 1760 wird dem Testament noch ein Kodizill angefügt, in dem Lengheim für den Unterhalt des Schlossgeistlichen 4000 Gulden Kapital aufwarf und den Betrag auf dem Gut sicherstellt. (Hengist Magazin 2/2007)

1750

1750: Die Ortschaften links der Mur (heute Teile der Gemeinde Stocking) werden eingepfarrt.

Durchreise des Kaiserpaares Franz I. und Maria Theresia im Juli 1750. Das Hochgericht Wildon erhält die Weisung der innerösterreichischen Regierung, die an der ehemaligen Triester Haupt- und Kommerzialstraße gelegene Richtstätte, "Galgenriegel" genannt, im Bereich des heutigen "Am Buchkogel", entweder zu demolieren oder zumindest vorübergehend die "Cadavera" zu entfernen, um die höchsten Herrschaften mit keinen Widerwärtigkeiten zu konfrontieren. (Hengist Magazin 3/2007)

Für Kaiserin Maria Theresia und dem kaiserlichen Tross standen beim Kreuzwirth in Lebring 24 Post- und 84 Landpferde bereit. 

21.01.1750: Spatzen Edikt

Untertanen von Grundherrschaften mussten eine bestimmte Anzahl von Spatzen, die als Schädlinge betrachtet wurden, abliefern.

1751

1751: Mit kaiserlicher Entschließung vom 10. Mai 1751 wird verfügt, die Postmeisterei von Wildon nach Lebring zu verlegen.  Postmeister Franz Erasmus von Azula pachtet zunächst den Kreuzwirt in Lebring, da die Eröffnung der Lebringer Poststation schon mit 1. Juli 1751 angekündigt ist. Schließlich kauft er das Bauernhaus des Peter Thomann in Lebring um 600 Gulden und baut es zur Postmeisterei um bis er 1757 wegen Krankheit der Ehefrau verkauft, nach Graz zieht und als Verwalter des Zuchthauses tätig ist. (Hengist Magazin 1/2005). Der Wildoner Magistrat protestiert erfolglos gegen die Verlegung der Poststation nach Lebring.

8. Dezember 1751 bis 1752 war Lebzelter Franz Jakob Pinter Marktrichter und saß im Rat des Marktes Wildon. (Hengist Magazin 3/2005)

1755

1755/1756: Die Rinderpest verursacht im Land viel Leid und Schaden. Die steirischen Landstände bestimmten eigene Viehumfall-Kommissare, die als Aufsichtsorgane in die infizierten Gebiete geschickt wurden. Um den Viehumfall einzudämmen wurden an die Bauern um Wildon und Ehrenhausen Vieharzneien im Wert von mehr als 350 Gulden verteilt, darunter Kampfer, Kreidepulver, Salpeter, Speik und Haselwurzpulver. In den Markt Wildon schickte man mehrere Male Tiegel mit Vieh-Mithridat, also "Theriak". Die Kosten trug die Steirische Landschaft. Trotz der Mittel fiehlen tausende Tiere der Seuche zum Opfer. Den Wildoner Bürgern verendeten 25 Rinder. In Retznei verlor man 100 Rinder, in Obervogau 150. Die Untertanen der Herrschaft Hornegg (Stainztal) und Schwanberg standen vor dem Ruin. (Hammer-Luza, Hengist Magazin 3/2006)

1756: Letzte Eintragung einer Gebetserhörung im Schwarzenegger Mirakelbuch. (Hengist Magazin 2/2007)

1757

1757: Straßenseitig an der Kirchenaußenmauer  der auch wegen seiner Darstellung der Wildoner Burgen interessante Grabstein für den Grazer Gastwirt Franz Hofstätter, der am 28. Oktober 1757, 44-jährig in Wildon bei einem Kutschenunglück ums Leben kam.  Den Hintergrund für die Unfallszene bildet eine frühe Darstellung der beiden Burgen  Alt- und Neuwildon, ergänzt durch ein Kreuz als Zeichen für den damals am westlichen Abhang befindlichen Kalvarienberg. (Hengist Magazin 1/2005)

1760 Grazer Kreis

1760 Marburger Kreis

1760

Um 1760 verkauft der Lebzelter Franz Xaver Pinter das Lebzelterhaus, heute Hauptplatz 45, an den Chirurgen und Ratsbürger Leopold Widtmann, dem zuvor das Postmeisterhaus gehörte. Die Lebzeltergerechtigkeit "übersiedelt" auf das ehemalige Postmeisterhaus, heute Unterer Markt 38. Familie Pinter bleibt bis 1806. (Hengist Magazin 3/2005)

1763

Im Juli 1763 berichtet der Herrschaftsverwalter von Oberwildon von "Viehumfällen" um die Gegend von Hengsberg, diesmal waren Rinder, Pferde und Schweine betroffen. Kadaver von Zugtieren wurden einfach auf der Straße liegen gelassen. Die Verwalter der Herrschaften Premstätten, Waldschach und Schwarzenegg wurden zu Kommissaren ernannt, um sich ein Bild über das Ausmaß des Schadens zu machen. Zugleich entsandte man den Landschaftsphysiker und Arzt Dr. Hermann Gleissner in die betroffenen Gebiete. Der Wildoner Abdecker, der die Kadaver der gefallenen Tiere öffnete und untersuchte, stellte Milzbrand - eine bakterielle Infektionskrankheit - fest. Durch Ausscheidungen milzbrandkranker Tiere kann ein Erdboden jahrzehntelang verseucht werden, womit die Pflanzenfresser die Krankheitserreger durch das Futter aufnehmen. Die Bevölkerung gab die Schuld an der Viehseuche vor allem dem schlechten Wetter mit heißen Tagen und nasskalten Nächten, durch die das Futter auf der Weide verderbe und das Wasser faulig werden. Die Gabe von Nieswurz löste "Heilentzündungen" aus, die die Abwehrkräfte des Organismus mobilisierten. 1763 schien man in Hengsberg damit Erfolg gehabt zu haben. Mitte August 1763 berichtete der landschaftliche Arzt, dass sich die Seuche gelegt habe(Hammer-Luza, Hengist Magazin 3/2006)

1765

1765: Nach Lengheims Tod folgen die Reichsgrafen Galler als Herren auf Schwarzenegg. (Hengist Magazin 2/2007)

Im Sommer 1765 führt eine Hofreise von Kaiser Franz I. und Maria Theresia nach Innsbruck. Dies war ein Zug von rund 80 Wagen und 650 Zugpferde. Die Poststationen und Grundherrschaften der Umgebung mußten Pferde zur Verfügung stellen.  (Hengist Magazin 2/2005)

1766

1766 wird auf Anweisung Maria Theresias der steirische Herzogshut wieder hergestellt und dem Gouverneur und Landeshauptmann Graf Wildenstein zur Obhut übergeben. Kaiser Joseph II. ließ das erbländische Symbol 1785 nach Wien bringen. (Obersteiner, Hengist Magazin 1/2006)

1766: Den Rokoko-Hochaltar errichtete im Jahre 1766 der Grazer Bildhauer und Tischlermeister Veit Königer, das Hochaltarbild „Tod der hl. Maria Magdalena“ ist ein Meisterwerk des Hanns Adam Weißenkircher (1646–1695), Hofmaler der Fürsten von Eggenberg, die seit 1624 Herren auf Oberwildon waren.

1768

1768: Rauchfangkehrermeister Jakob Gessl bezahlt drei Gulden Steier. Die führenden Ratsbürger zahlten 9 bis 12 Gulden. (Hengist Magazin 3/2007)

1769

8. Dezember 1769 bis 1770 war Lebzelter Franz Jakob Pinter Marktrichter. (Hengist Magazin 3/2005)

1770

1770 reist der Großherzog der Toskana, der spätere Kaiser Leopold II. mit 11 Wagen und 69 Pferden. (Hengist Magazin 2/2005)

Franz Xaver Hysel kommt am 11. Februar 1770 als Sohn des dortigen Schulmeisters Josef Hysel (seit 1752 in Hengsberg) auf die Welt. Wegen seiner musikalischen Begabung wird er nach Wildon zum Musikunterricht geschickt. Vermutlich über Kontakt über die Grafen Galler auf Schloss Schwarzenegg findet er in Gräfin Aloisia Lanthieri Unterstützung für ein Violinstudium in Graz. Zu den Pflichten eines Schulmeisters gehörten auch die Pflichten eines Mesners, Organisten und Chorleiters. Hysel, der sich später als Eduard Hysel benannte, galt als bedeutendster Geiger in Graz. Er gab Benefizvorstellungen für steirische Wohltätigkeits-Anstalten. Seit 1793 bereits als Geiger tätig, nahm er 1799 eine Stelle des Musikdirektors am ständischen Theater in Graz an. Zu Ostern 1813 übernahm er den Posten des Theaterdirektors bis Oktober 1818. Am 19. November 1814 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Graz erhoben. Er starb am 15. September 1841 in hochgeachtet in Graz. (Hengist Magazin 2/2008)

21.04.1770: Maria Antonia nach Frankreich

01.01.1773 Werbbezirk und Bezirksobrigkeit

Mit der Herrschaft Oberwildon war eine aus den militärischen Werbbezirken der 1770er Jahre hervorgegangene Bezirksobrigkeit verbunden. Eine Ebene unter den Kreisämtern angesiedelt nahm sie eine Reihe von Agenden der öffentlichen Verwaltung wahr. Dies im Namen des Landesfürsten aber auf Kosten des privaten Eigentümers der Grundherrschaft. Die Bezirksobrigkeiten waren kleinregionale Verwaltungssprengel, die ein gutes Instrument für die staatliche Aufsicht darstellten.

Der Herrschaftsverwalter auf Oberwildon amtierte zugleich als Bezirkskommissar. Als "Bezirksinsassen" bezeichnete man die Bevölkerung im Amtssprengel.

Quelle: Hengist Magazin 03/2012, Seite 24

1774 Schulpflicht

Mit der Schulreform von 1774 hatte Maria Theresia die niederen Schulen in den katholischen Pfarren unter staatliche Aufsicht gestellt und eine Schulpflicht von 6 Jahren eingeführt. Tatsächlich mussten viele Eltern mühsam vom Nutzen des Schulbesuches ihrer Kinder überzeugt werden. Schulkinder mussten eine Reihe häuslicher Arbeiten verrichten. Lange Schulwege, Erntezeit und winterliche Verhältnisse taten das Übrige. Das Trivium Lesen, Rechnen, Schreiben und Katechismus (Religion) wurde in den "Trivialschulen" vermittelt. Der Lehrer diente zugleich als Mesner. Die Lebensverhältnisse der Lehrer waren sehr bescheiden.

Quelle: Hengist Magazin 03/2012, Seite 24 ff, Gernot Obersteiner.

1775

1775: Graf Joseph Stampfer von Walchenberg stirbt und das Landgericht Oberwildon wird für fünf Jahre bis 1780 unter gerichtlicher Verwaltung gestellt.
(Hengist Magazin 2/2007 und 1/2006)

02.01.1776 Aufhebung der Folter

"Intercalar Tortur" - so nennt man die Wiener Praxis für die Folter in drei Graden: Daumenschrauben, "Schnürung" und "trockener Aufzug mit Gewichtsanhängung. Ein angesehener Folterarzt, der den Criminal Inquisiten vor der peinlichen Frage (=Tortur) zu untersuchen hat, ist der Chirurg Ferdinand Leber (1727 - 1808), der sich in einem Gutachten 1773 gegen die "Intercalar Tortur" ausspricht. Maria Theresia verbietet mit 16.11.1773 die Folter. Oberst-Landrichter Freiherr von Hahn spricht sich für die Beibehaltung der Folter aus. Maria Theresias Berater Joseph von Sonnenfels tritt mit einer eigenen Schrift "Über die Abschaffung der Tortur, 1775, gegen die Folter ein. In der "allerhöchsten Entschließung" vom 02. Jänner 1776 wird dekretiert: "Die peinliche Frage sey allgemein aufzuheben".

Quelle: Johannes Sachslehner, 365 Schicksalstage - Der Gedächtniskalender Österreichs. Styria, Graz, 2012, Seite 11

1778: Kajetan Unger

Der Stammvater der Familie Unger wirkt 1778 als Oberlehrer und fasst mit seiner Familie Ende des 18. Jahrhunderts in Wildon Fuß.

Quelle: Hengist Magazin 03/2012, Seite 17 bis 21, Peter Wiesflecker

1779

1779: Weitendorf wird eingepfarrt.

1779 werden dem Landgericht Oberwildon zwei gefährliche Kriminalverbrecher übergeben: der 27-jährige aus Ungarn gebürtige Leyrerbärtel und der 19-jährige aus Bayern stammende kleine Österreicher Seppl, die zwei brutale Raubmorde begannen.

Das Landgericht Oberwildon ließ die Verbrecher von unten nach oben rädern, das heißt, sie wurden an die Erde gebunden und mit einem schweren eisenbeschlagenen Rad wurden die Glieder bei den Füßen beginnend bis zum Kopf zerschlagen. Anschließend wurden die Leichname auf das Rad gebunden und für einige Zeit hängen gelassen. (Hengist Magazin 3/2007)

1780 Edler von Griendl

1780 (bis 1804): Dr. Josef Edler von Griendl, Hof- und Gerichtsadvokat in Graz, wird neuer Eigentümer der Herrschaft und des Landgerichts Oberwildon, bis Mitte des 19. Jh. Die adeligen Besitzer bedienten sich zur Besorgung der Gerichtsbarkeit eines Landgerichtsverwalters: Ende des 17. Jh. war das Johann Adam Bettenburger, dann Julius Hannibal von Canal, Anfang des 18. Jh. Franz Friedrich Hörner, nach ihm Andreas Leopold Paltauf. (Hengist Magazin 2/2007 und 1/2006)

Dr. Griendl hatte an der Universität Freiburg das Doktorat der Rechte erworben. Er wirkte in Graz als Advokat und als Bannrichter beim Landgericht in Friedau, Untersteiermark. Zeitweise war er Professor an der Grazer Universität und von Mai bis September 1782 Rektor. Weiters besaß er das Diplom eines öffentlichen Notars und war vom Fürstbischof von Seckau zum "Wirklichen Konsistorialrat" ernannt worden. Am 28. Mai 1783 erhob ihn Kaiser Joseph II. in den erbländischen Ritterstand mit dem Prädikat "Edler von" und verlieh ihm gleichzeitg auch ein Wappen. Das ausgedehnte Landgericht Oberwildon, zuständig für weite Teile der Weststeiermark, lag beim Juristen Griendl also in guten Händen. Als Inhaber der Herrschaft Oberwildon war Griendl aber auch Mitglied der Landstände und besaß Sitz und Stimme im Landtag. (Obersteiner, Hengist Magazin 1/2006).

Die Todesstrafe wird unter Josef II. aufgehoben, erst Kaiser Franz I. führt sie wieder ein. Jedoch hielt das Josefinische Strafgesetzbuch 100 Rutenstreiche für vorstellbar. Strafen durch Züchtigung wurden häufig kominiert mit Orts- oder Landesverweis. Durch die Verbannung verlor die Person ihre bisherige Erwerbsmöglichkeit und jegliche sozialen Rückhalt (Hengist Magazin 3/2007)

12.01.1782: Joseph II.: Klosteraufhebungspatent

Kontemplative Klöster werden aufgelöst und das Vermögen in den Religionsfonds übertragen. Damit werden eine Reihe von Pfarrneugründungen finanziert. Das Ziel: Kein Bürger oder Bauer soll länger als eine Stunde zur nächsten Pfarrkirche zum Gottesdienst gehen müssen.

1783

Mitte Juli 1783 konnte das Grazer Gubernium an die Wiener Hofkanzlei berichten, dass die Heuschreckenplage in der Steiermark beseitigt war.

1784

1784: Pfarrkirche Wildon: Die imposante Kanzel, das Orgelgehäuse und die Orgelbrüstung, alles Werke aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, wurden 1784 aus dem von Kaiser Joseph II. aufgehobenen Karmeliterkloster in Graz erworben.

1785

1785 (bis 1970): Das Pfarramt Wildon ist Sitz eines Landdekanates.

1785: Im Alten Rathaus am Hauptplatz (später Bezirksgericht), heute Hauptplatz 47 - Ordination Dr. Zwittnig - amtierten Marktrichter und Rat bzw. seit 1785/1850 Bürgermeister und Gemeindeausschuss. Pranger und Marktrichterstab waren frühe Zeichen der niederen Gerichtsbarkeit im Burgfried.

1787 Josephinische Landaufnahme

13.01.1787: Todesstrafe abgeschafft

Die Todesstrafe wird zum ersten Mal in Österreich abgeschafft.

1790 Josephinische Landaufnahme

1790 Josephinische Landaufnahme Stainz - Wildon, Quelle: Stmk. Landesarchiv

1790

Am 9. Mai 1790 wurde einer Delegation der steirischen Landstände von Kaiser Leopold II. die Bitte gewährt, den steirischen Herzogshut nach Graz zu retournieren. Der Delegation gehörten an: Der Bischof von Graz-Seckau, Graf Attems und Graf Brandits und Dr. Joseph Edler von Griendl. Am folgende Tag wurde der Herzogshut in einem Galawagen in einem Konvoi von 16 Wagen, unter Festmusik und klingendem Spiel in das Landhaus gebracht und auf dem Platz des Landesfürsten einige Zeit aufgestellt. Bürgergarden und Grazer Handelsstand waren angetreten. (Obersteiner, Hengist Magazin 1/2006)

1791

Am 22. November 1791 heiratet Johann Geberger in der Wildoner Pfarrkirche. Als Beistand wird der Wildoner Lebzelter Franz Pinter genannt. Geberger war als Amtsschreiber beim Landgericht Oberwildon tätig und nach drei Jahren Landgerichtsverwalter, was er 6 Jahre lang ausübte. Am 4.September 1791 kaufte Geberger die Poststation Kalsdorf vom Postmeister Max Maurus. Das Postregal war 6000 Gulden wert, Posthaus, 13 Postpferde, Postwagen kamen nochmal auf 9300 Gulden. Geberger mußte sich auch einer Prüfung bei der Oberpostverwaltung in Graz unterziehen. Schließlich kaufte er am 2. Mai 1820 das Gut Murstätten in Lebring um 14500 Gulden von Josepha Gräfin von Brandits. (Hengist Magazin 1/2007) 

01.01.1792 Benefiziat Matthias KARL


Das Grazer Gubernium versucht erstmals das Benefizium auf Schloss Schwarzenegg einzuziehen zur Einschränkung es Wallfahtswesens. Gräfin Galler wird aufgetragen, keinen neuen Benefiziaten zu präsentieren. Dennoch scheint von 1794 bis 1806 der ehemalige Kaplan von Wildon, nun Priester Matthias Karl als Benefiziat auf.(Hengist Magazin 2/2007)

01.01.1792 Edler von Griendl auf Oberwildon

Die Familie der Edlen von Griendl übernimmt die Herrschaft Oberwildon und damit die Bezirksobrigkeit, einem kleinregionalen Verwaltungssprengel. Der Herrschaftsverwalter amtiert als Bezirkskommissar.

Quelle: Hengist Magazin 03/2012, Seite 24, Gernot Obersteiner

08.12.1792 Marktrichter Franz Xaver Pinter

Von 1792 bis 1804 war der Lebzelter Franz Xaver Pinter Marktrichter von Wildon. (Hengist Magazin 3/2005)

01.10.1792 Brandschutzordnung

Im Herbst des Jahres 1792 traf aus der Österreichischen Hofkanzlei in Wien eine Verordnung in Graz ein, die Maßnahmen zum vorbeugenden Brandschutz darlegte.

Für die Grundherrschaften und Dörfer am flachen Land wurde eine eigene Feuerordnung vom 20. Oktober 1792 erlassen. Darin wird gefordert, dass beim Bau neuer Häuser ausreichend Abstand zu den Nachbarobjekten gehalten wurde und dass ansonsten hochstämmige Bäume (Nußbäume) Schutz gegen Ausbreitung des Feuers bilden sollten. Hölzerne Rauchfänge waren nicht mehr gestattet und die Hausherrn waren angehalten regelmäßig die Rauchfänge zu kehren oder von Rauchfangkehrern kehren zu lassen.

Die Gemeinden mußten ordentliche Verträge mit den Rauchfangkehrermeistern abschließen. Auch die Dorfrichter hatten künftig auf das Kehren der Öfen und Rauchfänge zu achten und unvermutete Kontrollen durchzuführen und bei Verstößen der Obrigkeit anzuzeigen. Die "Feuervisitation" (heute Feuerbeschau) war genau geregelt.

Im Herbst 1792 traf aus der Österreichischen Hofkanzlei in Wien eine Verordnung im Grazer Gubernium ein, die den vorbeugenden Brandschutz darlegte. Sie unterschied zwischen geschlossenen Siedlungen (Städte und Märkte) und den Dörfern auf dem Land. Häuser sollten mit Ziegeln gedeckt sein (keinesfalls mit Stroh). Bei herrschaftlichen Gebäuden, Kirchen, Pfarrhöfen waren Ziegel obligatorisch. (Hengist Magazin 3/2007)

Rauchfänge aus Holz wurden verboten. Rauchfangkehrermeister waren der Baukommission beizuziehen. Die Rauchfänge in kurzen und regelmäßigen Abständen durch befugte Rauchfangkehrer zu reinigen. Ebenso wurden in den Magistraten Feuerkommissare eingerichtet (Feuerbeschau - Feuervisitation). (Hengist Magazin 3/2007)

1793

1793: Kaiser Joseph II. reformiert die bürgerliche Selbstverwaltung. An die Stelle des Marktrichters trat ein Bürgermeister, dem ein rechtskundiger und geprüfter Syndicus als Erster Rat begegeben. Auf den Marktschreiber folgte ein Kanzlist, der ebenso wie der Gerichtsdiener im Rathaus wohnte. (Hengist Magazin 1/2007)

1794

1794: Die Bauarbeiten bei der Pfarrkirche St. Margarethen (Lebring) werden vom Bezirkskommissär auf Oberwildon, Ignaz Böss, als controllierenden Bauführer und Pfarrer Ernest Satori (Pfarrer 23. April 1794 bis gestorben am 09. März 1800) im Sommer in Angriff genommen.

1794 erwirbt der Wildoner Gastwirt Franz Xaver Schrott die Poststation in Lebring. Die napoleonischen Kriege (1797, 1802, 1805, 1809) brachten Unsicherheiten im Postwesen mit sich. Couriere mußten die Posttransporte sichern und Postknechte wurden auch wegen der Wertsachen überfallen. (Hengist Magazin 2/2005)

1795

Im Frühjahr 1795 wird in der ganzen Steiermark ein 40-stündiges Gebet für Kaiser Franz II. und den Frieden angeordnet.

1797 Franzosenkriege

Die Franzosenkriege: 1797, 1801, 1805 und 1809. (Hengist Magazin 3/2009)

Im März 1797 marschieren französische Truppen über Neumarkt, Judenburg, Leoben nach Graz ein. Am 19. April zog die erste französische Brigade mit 8000 Mann die Triester Kommerzialstraße von Süden kommend über Wildon nach Graz. Im gesamten Leibnitzerfeld errichteten die Franzosen Barackenlager und forderten Brot, Fleisch und Wein.

Offiziere quartierten sich in Bauern- und Bürger- und Pfarrhäusern ein. Die zweite Division marschierte am 28. April 1797 durch und nahmen der Bevölkerung alles, notfalls mit Gewalt. Pferde müssen an die Besatzer abgeliefert werden. (Hengist Magazin 2 und 3/2009)

Im August 1797 gestatten die staatlichen Behörden das Wetterläuten wieder.

1800

Um 1800: Der in Oberwildon amtierende Landgerichtsverwalter Ignatz Böß darf die Kriminalprozesse selbst führen (ohne Bannrichter). (Hengist Magazin 2/2007)

Maria Ruesin (Ruess) aus Oisnitz, Magd bei Georg Haas, vulgo Stegschuster, brachte in der Nacht vom 26. auf 27. Dezember 1799 ein Kind zur Welt, das jedoch verschwunden blieb. Als Kindsmörderin wurde sie zu drei Jahren hartem Gefängnis und öffentlicher Arbeit in Eisen verurteilt. Außerdem wurde sie zu Beginn und am Ende ihrer Strafzeit mit jeweils 15 Rutenstreichen gezüchtigt. (Hengist Magazin 2/2008)

Ein Kaplan aus der Dekanatspfarre Wildon versieht Dienst als Provisor in der Pfarre St. Margarethen bei Lebring, nachdem Pfarrer Ernest Satori am 9. März 1800 verstarb. (Hengist Magazin 3/2009)

1801

1801: Französische Besatzung in Steiermark.

1803

1803 stirbt Dr. Joseph Edler von Griendl 64-jährig in Graz. Beigesetzt wurde er bei der Pfarrkirche Wildon (Grabstein an der Außenmauer). Zum Barvermögen von 324.000 Gulden kamen noch Realitäten wie die Herrschaft Oberwildon, die Bockbergmeierei, die der "Edlahof" in Großfeiting. Das Erbe trat sein Sohn Franz Xaver Edler von Griendl (1777 - 1858) an.

1804 Feuer

1804: Eine Feuersbrunst zerstört Wildon.

1804: Der Advokat Dr. Josef Edler von Griendl (Professor und Rektor der Universität Graz) wird in der Pfarrkirche Wildon zu Grabe getragen. Ein Grabstein an der Kirchenaußenmauer erinnert an den Grundherren der Herrschaft Oberwildon.

1805

1805: Französische Besatzung in der Steiermark.

Adrian des Enffans d'Avenas kauft 1805 die Herrschaft Neuschloss und 1808 die Herrschaft Freibühel. (Hengist Magazin 2/2009)

1806

1806 bietet der Lebzelter Franz Xaver Pinter sein Haus, heute Unterer Markt 38, in der "Grätzer Zeitung" zum Verkauf an. Johann Wibmer, ebenfalls Lebzelter, kauft es. (Hengst Magazin 3/2005)

1807

Zäzilia Haring, eine mutmaßliche Kindsmörderin aus Gleinstätten, wird am 31. Dezeber 1807 in das Landgericht Oberwildon gebracht, wo sie ihr Verbrechen auch einbekannte. Der damalige Landgerichtverwalter und Kriminalrichter Ignatz Böß verurteilte sie zu zehn Jahren schweren Kerker, die die Frau zunächst bis 1809 im Zuchthaus am Grazer Schlossberg, dann im ehemaligen Jagdschloss Graz Karlau verbringen mußte.

1808

Im Juni 1808 ertrinken der Lehrersgehilfe von Wildon und der Lehrer von St. Margarethen beim Baden in der Kainach. (Hengist Magazin 1/2011, Seite 21)

1809

1809: Französische Besatzung in der Steiermark.

21.05.1809: Schlacht bei Aspern

Österreichische Truppen kämpfen gegen französisch napoleonische Truppen.

16.04.1809: Sieg der Truppen von Erzherzog Johann bei Udine

1810

1810: Ein Blitzschlag trifft die Burg am Schloßberg und löst einen verheerenden Brand aus. Die Burg ist seitdem dem Verfall preisgegeben. Die Gefängniszellen werden in das sog. "Stockhaus" neben dem Unteren Schloss Wildon verlegt. (Hengist Magazin 3/2007)

Ab 1810 bis in die 1840er Jahre liefern die Bezirksobrigkeiten, darunter auch die Herrschaft Oberwildon, Berichte für eine "Statistik" des Herzogtums Steiermark im Sinne einer Zustandsbeschreibung des Landes. (Hengist Magazin 1/2011, Seite 18) Diese Bezirksobrigkeit war mit einer Fülle von Aufsichts- und Verwaltungsfunktionen betraut und war eine Ebene unterhalb der Kreisämter angesiedelt. Bis 1848 waren die Bezirksobrigkeiten erste Instanz für die bäuerlichen Untertanen und Märkte.

1810 Amtsantritt Johann Nepumuk WALTER

1810 datiert der Amtsantritt von Johann Nepomuk WALTER als Herrschaftsverwalter der Herrschaft Oberwildon und gleichzeitig als Bezirkskommissar des Bezirkes Wildon mit den Katastralgemeinden Unterhaus, Kainach, Neudorf, Weitendorf, Lichendorf, Kehlsdorf, Schönberg, Matzelsdorf, Lebring, St. Margarethen und Bachsdorf.

WALTER erneuerte nach seinem Amtsantritt ein Bauansuchen für den Neubau eines Schulhauses in St. Margarethen, dass seit 1794 einer Erledigung beim Gubernium in Graz harrte und das aus Mitteln des Religionsfonds finanziert werden sollte.

Der Markt Wildon bildete einen eigenen Bezirk mit dem gewählten Marktrichter als Bezirkskommissär.

Quelle: Hengist Magazin 03/2012, Seite 24 ff, Gernot Obersteiner

1811 Lebzelterfamilie Fürst

1811: Staatsbankrott von Österreich. (Hengist Magazin 2/2007)

1811 wird eine Briefsammelstelle in Wildon unter dem Postamt Lebring eingerichtet. (Hengist Magazin 1/2005).

1811 kauften die Lebzelter Anton und Theresia Fürst das Lebzelterhaus, heute Unterer Markt 38. Die Fürst arbeiten als Lebzelter außer in Wildon noch in Kapfenberg, Mureck, Pettau und Weiz. (Hengst Magazin 3/2005) Familie Fürst besaß noch den "Fürstenhof", vulgo Lebzelter, heute Im Rasental 1, der von verschiedenen Adelsfamilien zum Edelhof ausgebaut wurde. (Hengst Magazin 3/2005)

1811 wird durch den Oberwildoner Bezirkskommisär Johann Nepomuk WALTER eine "Conscriptions Revision" durchgeführt: Die Einwohnerschaft bestand aus 416 Familien, die in 423 Häusern wohnten. 686 männliche und 767 weibliche Personen, 377 Knaben und 393 Mädchen unter 12 Jahren, zusammen also 2226 lebende Personen im Bezirk Wildon (Hengist Magazin 1/2011, Seite 20).

Die Grundherrschaft Oberwildon, mit Verwaltungssitz im "Freihaus" oder auch "Unteren Schloss", heute Hauptplatz 55, ist um 1810 Bezirksobrigkeit, Landgericht über 28 Pfarren bis Wildbach, Ligist und Hitzendorf, Vogtei (weltliche Gerichtsbarkeit und wirtschaftliche Aufsicht) über die Pfarren Wildon, St. Margarethen und Mooskirchen und Herrschaftsverwaltung. (Hengist Magazin 1/2011, Seite 21)

Die medizinische Versorgung oblag um 1810 einem "Wundarzt". Bei Unglücksfällen bezahlte die Bezirksherrschaft seine Fahrtkosten. Weiters gab es eine geprüfte Hebamme in Wildon zu der die gebärenden Frauen allerdings kein Vertrauen hatten. Stattdessen vertrauten die Frauen lieber erfahrenen älteren Mütterchen. (Hengist Magazin 1/2011, Seite 21)

Im Mai 1811 starb Karl ERHARD, vulgo Hofbauer in Kainach, nachdem er von einem Blitz getroffen wurde. (Hengist Magazin 1/2011, Seite 21)

30.06.1812 Johann Nepomuk WALTER

Am 30. Juni 1812 datiert der Bericht für die Statistik des Herzogtums Steyermark des Obwildoner Herrschaftsverwalters und Bezirkskommissärs Johann Nepomuk WALTER. Er wechselte später als Verwalter der Herrschaft Rohr in den Dienst des Stiftes Rein. (Hengist Magazin 1/2011, Seite 18)

Seit 1806 umfasste die Bezirksherrschaft Oberwildon die Ortschaften Unterhaus, Kainach, Neudorf, Weitendorf, Lebring, Bachsdorf, St. Margarethen, Lichendorf, Kehlsdorf, Matzelsdorf und Schönberg.

Der Amtsbezirk Wildon umfaßte so rund 26,3 km², 423 Häuser und 2226 lebende Menschen. Der Markt Wildon stellte einen eigenen Verwaltungsbezirk dar. Verordnungen des Landesfürsten wurden den zusammen gerufenen Gemeinderichtern und durch diese den Gemeindeinsassen kundgemacht. (Hengist Magazin 1/2011, Seite 20)

Die "Bezirksinsassen" waren der katholischen Religion zugetan. Es gab weder Akatholiken noch Juden.

Der Bezirk Wildon hatte Anteil an drei Pfarren:
Pfarre Wildon, mit den Dörfern Unterhaus, Kainach, Neudorf und Weitendorf,
Pfarre Hengsberg, mit Lichendorf, Kehlsdorf, Mathelsdorf und Schönberg,
Pfarre St. Margarethen, mit Lebring, St. Margarethen und Bachsdorf.

Messkapellen gab es bei den Schlössern Murstätten, Freibühel und Schwarzenegg. Das Benefizium an der Schwarenegger Schlosskapelle war seit 1807 unbesetzt.

Hengsberg mit der Pfarrkirche St. Laurentius lag bereits in der Bezirksobrigkeit Hornegg.

Der Markt Wildon bildete einen, innerhalb der Dekanatspfarre Wildon gelegenen eigenen Bezirk, dem der gewählte Marktrichter an der Spitze des Magistrats vorstand.

St. Margarethen war eine kleine Pfarre mit 833 Seelen. Die Pfründe wurden als mittlere Ökonomie eingeschätzt. 6,5 Joch Äcker, 3 Joch Wiesen, 14 Joch Wald. Der Pfarrer hob einen Garbenzehent ein, nutze Einkünfte aus gestifteten Messen und Jahrtagen. Für priesterliche Handlungen wie Taufen, Hochzeiten und Begräbnis wurde die Stola - eine Gebühr - eingehoben. 5 bäuerliche Dominikaluntertanen zinsten dem Pfarrhof St. Margarethen.

Untertanen in Unterhaus und Kainach mussten dem Dechant von Wildon den Garben-Vollzehent sowie "Kleinrechte" wie Haar (Flachs), Gänse, Hirse, Hühner und Käse abliefern.

Die Pfarrgült Wildon bestand aus 24 bäuerlichen Untertanen in der Umgebung.

Die Pfarrkirche St. Magdalena in Wildon beschreibt Bezirkskommissär Johann Nepomuk WALTER als in gutem Zustand. Allerdings stand eine Turmreparatur bevor. Der Pfarrhof wird als in schlechtem Zustand beschrieben. 40 Jahre später sollte der Neubau des Pfarrhofes erfolgen.

Die Pfarrkirche St. Margarethen wird in mittelmäßigem Bauzustand beschrieben. Wegen des geringen Kirchenvermögens war sie nur mit den notwendigsten Gerätschaften ausgestattet. Ihre Lage auf einer Anhöhe gestattet eine zeizende Aussicht. Der Pfarrhof befand sich etwa 100 Schritt von der Kirche entfernt und wurde 1811 bei Antritt des neuen Pfarrers vollkommen repariert worden.

In der Pfarrschule St. Margarethen waren 1812 genau 100 Kinder eingeschult, aus St. Margarethen 18 Knaben und 21 Mädchen, aus Lebring 14 Knaben und 17 Mädchen, und aus Bachsdorf 14 Knaben und 16 Mädchen. Nicht immer besuchten alle Kinder zugleich die Schule. Im Sommer war der Besuch sparsam, weil die Kinder für kleinere häusliche Arbeiten oder zur Obhut der noch kleineren Kinder, zum Überbringen von Nachrichten oder zum Viehhüten benötigt wurden. Im Winter kamen auch 20 Schulkinder aus Lang, Stangersdorf und Jöß zur Schule. Die Schulkinder mussten dann teils auf dem Fußboden sitzen.

Das niedere Schulwesen war in der Regel mit katholischen Pfarren verbunden. Die Schulaufsicht hatte die Bezirksobrigkeit und das Kreisamt. Seit 1774 gab es eine sechsjährige Schulpflicht in der das Trivium Lesen, Rechnen, Schreiben und Katechismus (Religionsunterricht) vermittelt wurde ("Trivialschulen"). 

Gar nichts hielt Johann Nepomuk WALTER von der "Exkursions- oder Amulationsschule", wo Lehrer in die Dörfer den Kindern zum Unterricht hinterher geschickt wurden.

Es machte wenig Sinn die Eltern an die Schulpflicht der Kinder zu erinnern, weil Entschuldigungen und Ausreden gefunden wurden und gegen die Schulaufseher, Pfarrer, Lehrer und andere Obrigkeiten abgeneigt, misstrauisch und widerspenstig machten. Nur der Nutzen des Schulbesuches konnte Anreiz für den Schulbesuch sein.

Vormittags wurde die erste Klasse unterrichtet. Nachmittags die zweite Klasse.
Der Lehrer diente gleichzeitig als Mesner für die Pfarrkirche. Der Lebensunterhalt für den Lehrer war kümmerlich bis elend. Der Lehrer bezog Naturalien wie Weizen, Roggen, Eier und Scheinshammeln. Die kirchliche Besoldung war 12 Gulden sowie der Ertrag aus gestifteten Messen von 10 Gulden. Für Begräbnisse gab es höchstens 20 Gulden. Das Schulgeld belief sich auf 50 Gulden.

Der Bezirkskommissar sprach sich für eine Zulage für den Lehrer aus, die aus Mitteln des Religionsfonds zuerkannt werden könnte. Die Pfarre St. Margarethen gehörte zum aufgelösten Stift Suben in Bayern. Das Vermögen wurde unter Kaiser Joseph II. eingezogen.

Das Schulhaus von St. Margarethen wird als Bild des Jammers beschrieben - ein morsches, elendes, hölzernes Gebäude, das kaum den Namen einer Köhlerhütte verdient. Im Winter sollten 100 Kinder unterrichtet werden. Platz gab es nicht einmal für 50 Kinder.

Schon seit 1794 lag ein Antrag für den Neubau des Schulhauses St. Margarethen beim Gubernium in Graz. Johann Nepomuk WALTER erneuerte den Antrag 1810 bei seinem Amtsantritt. Der Bau sollte aus Mitteln des Religionsfonds finanziert werden.

Noch 1812 wurde tatsächlich das neue nunmehr gemauerte Schulhaus in St. Margarethen gebaut, das dem Lehrer künftig mehr Platz zum Wohnen und Unterrichten bot.

Quelle: Hengist Magazin 03/2012, Seite 24 ff, Gernot Obersteiner

1813

1813 konnte kein neuer Benefiziat auf Schloss Schwarzenegg mehr besoldet werden, weil das Stiftungskapital nach den Franzosenkriegen und dem Staatsbankrott von 1811 kaum noch Zinsen trug. (Hengist Magazin 2/2007)

1813: Rauchfangkehrer Johann Hagenreiter und seine Ehefrau Magdalena besitzen das Haus Hauptplatz 54 (früher Wildon Nr.81, später 74). Der Tabakverleger Leopold Schäffer erwarb das Haus 1814, verzichtete aber auf die Rauchfangkehrergerechtigkeit. (Hengist Magazin 3/2007)

1814

1814 "übersiedelt" das Rauchfanggewerbe in das Haus Nr. 65 (heute Unterer Markt 34), in dem vorher schon eine Seilerei und danach eine Riemerei betrieben wurden. (Hengist Magazin 3/2007) Siehe 1826

Im Winter 1814/1815 tagt bzw. tanzt der "Wiener Kongress" zur Neuordnung Europas nach den napoleonischen Kriegen. (Hengist Magazin 2/2005) Die Ballsäle, vormals dem Adel vorbehalten, wurden für alle Bevölkerungsschichten in den Städten geöffnet. Getanzt wurden Quadrille, Deutscher Tanz, Ländler, Ecossaise, Cottillon und Walzer. Der Unterricht von Tanz und Anstandslehre oblag ständischen Tanzmeistern unter denen Josef Seve (1800 - 1816) ein Gut in Afram bei Wildon besaß. (Hengist Magazin 2/2005)

1815

1815: Der Sprengel des Wildoner Rauchfangkehrers war sehr ausgedehnt über weite Teile der mittleren Steiermark: Mureck, Leibnitz, Sausal, Schwanberg, Leutschach, Preding, Kalsdorf und Fernitz. Das geht 1815 aus einem Bericht des Magistrates Wildon an das Kreisamt in Graz hervor. Anlass war ein Gesuch des Rauchfangkehrers Wilhelm Pitreich, sich in Leibnitz als Rauchfangkehrer niederzulassen. Der Wildoner Magistrat wollte den ansässgen Rauchfangkehrer im Erwerb schützen. (Hengist Magazin 3/2007)

1817 Neubau Leximihof

Das Türgesims beim Haus Leximihof in Unterhaus verrät das Baujahr 1817 und die Initialen MM weisen auf den Erbauer Michael Macher.

1818 Räuberbande "Stradafisel"

Diebs- und Räuberbanden traten in Österreich sehr selten in Erscheinung. Eine der letzen auftretenden Gaunergesellschaften waren die "Stradafisel". Die meisten Stradafisel als Einzelpersonen waren schon früher kriminell geworden. Den Beginn der Bandenbildung setzt um das Jahr 1817 an. "Stradafisel" leitet sich aus der Gaunersprache ab: "Strada" steht für Straße, "Fisel" bedeutet Bursche oder Mann (nach dem männlichen Geschlechtsteil). Weibliche Bandenmitglieder bezeichnete man als "Stradamusch".

Einer steckbrieflichen Beschreibung der Stradafisel-Bande nach umfasste sie 53 Personen, 30 Männer und 23. Frauen. Um 1825 wollte man gar 150 Stradafisel namhaft gemacht haben. Untersuchungsbeamte vermuteten gar 450 Personen. Ein besonderes Kennzeichen war ihre hohe Mobilität im Raum Kärnten und Steiermark.

Der Stradafisel Johann Haßlacher, genannt Kantner-Hannes, hatte mit zwei Kameraden Mitte Oktober 1818 im Gebiet Landgericht Oberwildon einen Raubüberfall unternommen. Die Frauen wurden allein nach Wildon vorausgeschickt. 

Die Männer raubten den Bauern Simon Freysinger bei Mooskirchen aus und erbeuteten Kupfer- und Silbergeld sowie mehrere Pfund Schmalz. Das sprach sich herum. Der später zum Tode verurteile Stradafisel Christian Gruber vulgo Santl raubte ihne wenige Monate später abermals aus. Den dritten Raub überlebte der Bauer im Oktober 1821 nicht mehr.

Aufgrund der erhofften reichen Beute waren Kramläden, Wirtshäuser und große Bauernhöfe, bei Gelegenheit auch kümmerliche Käuschen die Opfer, oder wenn die Hausgemeinschaft am Feld oder bei der Heuarbeit zu tun hatte.

Johann Matterna wurden mehr als 50 Straftaten zur Last gelegt. Er machte im August 1821 die Gegend um Preding unsicher. Auch die Schatzmühle in Matzelsdorf bei Hengsberg wurde beraubt und Hausrat gestohlen.

Während die Männer die Einbrüche vornahmen, war die Aufgabe der Frauen, die gestohlene Ware zu verkaufen. Die Kriminellen trafen sich in regelrechten Gaunerherbergen oder Prodenzen, die immer wieder als Raststationen genutzt wurden, zum Beispiel der "Feldwirt" oder den Heidenwirt bei Leibnitz. Quartiergeber waren aber auch Menschen am Rande der Gesellschaft, etwa der Abdecker, deren Häuser abseits des Dorfes lagen.

Michael und Katharina Rucker, Abdecker von St. Nikolai im Sausal, wurden zu mehrjährigen Haftstrafen wegen Hehlerei verurteilt.

Trotz aller Widrigkeiten bei der Ermittlungsarbeit gelang es dem Bannrichter Johann Christian Gräff, der die Zentraluntersuchung leitete, die Häuptlinge der Stradafisel Bande Ende 1825 auszuforschen und zu jahrelangen Kerkerstrafen in der Karlau zu verurteilen bzw. hinzurichten.

Quelle: Hengist Magazin, 9. Jahrgang, Heft 1/2013, Seite 14 bis 17, Elke Hammer-Luza.

1819

1819 ertauscht der Wildoner Fleischer und Gastwirt Joseph Schally den Kreuzwirt (Raggamhaus) in Lebring mit seinem Gewerbe in Wildon, heute Bauer-Haus gegenüber der Pfarrkirche Wildon. (Hengist Magazin 2/2009).

Im November 1819 wird die Filiale der Landwirtschaftsgesellschaft von Erzherzog Johann in Wildon ins Leben gerufen. Sie umfasste die Grundherrschaften Oberwildon, Seggau, St. Georgen, Rohr, Waldegg, Neuschloß und Waasen und zählte rund 120 Mitglieder. Erster Obmann war Ernst Freiherr von Kellersperg, Frauheim, später Franz Ritter von Griendl, Oberwildon. Bürgermeister des Marktes Wildon und Mitglied im Ausschuss war Leopold Jandl. Die Kaiserliche Bewilligung wurde am 4. Februar 1819 erteilt. Besonders Vieh- und Baumzucht sowie Baumschulen waren von Interesse. (Hengist Magazin 2/2009)

1820 Franziszäischer Kataster

Der Katasterplan aus dem Jahr 1820, heute im Stmk. Landesarchiv, zeigt den noch unregulierten Murverlauf, die bebauten Grundstücke (rot) und die damaligen Riedbezeichnungen für die Katastralgemeinde Wildon. Typisch auch die kleinen, streifenartigen Parzellen, die der Versorgung der "Ackerbürger" Wildons dienten.

1822

1822 ersteigern Andreas und Theresia Hubmann, bürgerliche Gastgeber in Wildon, den Kreuzwirt in Lebring.

1822 übernimmt Jakob Löffler die Briefsammlung in Wildon. Er war zwar im Markt ansässig, besaß aber kein Bürgerrecht und war auch nicht Haus- oder Grundstücksbesitzer. (Hengist Magazin 1/2005) . Allerdings darf er als angesehener "Inwohner" (Haidstaller) gelten. Er erhielt rund 30 Gulden Fixlohn pro Jahr und 5 Prozent aller eingehobenen Porto- und Frankogebühren bei einem Barumsatz von rund 300 Gulden pro Jahr. Er unterstand dem Lebringer Postmeister Franz Kollmann, der ihn in Buchführung und Rechnungswesen unterwies.

1824

Am 30. März 1824 visitiert Erzherzog Johann die Filiale Wildon der Landwirtschaftsgesellschaft. Im Wildoner Rathaus wurde die Sitzung gehalten.

1826

1826 kaufen die Inhaber des Rauchfangkehrergewerbes Joseph und Johanna Tiefenbrunner das Haus Nr. 65 (heute Unterer Markt 34) von Franz Gollner. (Hengist Magazin 3/2007)

1827

Anfang Juni 1827 führen heftige, lang anhaltende Regenfälle zu einem verheerenden Hochwasser in der Steiermark. Vor allem entlang der Mur werden viele Brücken beschädigt und unpassierbar. Straßen werden überflutet oder weggespült. Postrouten konnten über mehrere Wochen nicht befahren werden. Das Leibnitzer Feld war völlig überschwemmt.

1828

1828 verkauft Franz Xaver Schrott die Lebringer Poststation um rund 20.000 Gulden. Allein das Postregal wurde mit 8000 Gulden bewertet. (Hengist Magazin 2/2005)

1828 wird die Brandschaden-Versicherung gegründet. In der Folge entstehen zahlreiche neue bäuerliche Wirtschaftsgebäude mit Ziegelgitter um Schäden durch Selbstentzündung von Heu zu vermeiden. (Hengist Magazin 2/2005)

1829

Im März 1829 ist Erzherzog Johann wieder bei einer Filialsitzung der Landwirtschaftsgesellschaft in Wildon. (Hengist Magazin 2/2009)

1830

1830 wird Carl Glanner, geboren 1787 in Marburg, 1810 zum Priester geweiht, Dechant und Pfarrer von Wildon bis 1853. (Hengist Magazin 3/2009)

1831

Am 8. Oktober 1831 ist Erzherzog Johann wieder bei einer Filialsitzung der Landwirtschaftsgesellschaft in Wildon. (Hengist Magazin 2/2009)

1832

Im Jahr 1832 wird der Friedhof aus sanitätspolizeilichen Gründen von der Pfarrkirche zum heutigen Standort in Kainach übersiedelt. In unmittelbarer Nähe wurde 2007 das urnenfelderzeitliche Gräberfeld (1200 bis 800 v. Chr.) ergraben. (Hengist Magazin 1/2004)

1833 Neubau Hauptplatz 64

Das Gesims über der Einfahrt des Hauses Hauptplatz 64 (bis 1975 Wildon 91)verrät das Baujahr 1833.

1834

1834 erwirbt der Wildoner Bürger Joseph Knopper (geboren 25. April 1781, gestorben am 1. Juli 1853 als letzter Erbpostmeister der Steiermark, Grabstein St. Margarethen) die Lebringer Poststation. Die Besoldung betrug 200 Gulden jährlich plus 5 % Anteil der baren Portoverrechnung für Geld- und Frachtsendungen. (Hengist Magazin 2/2005)

1835 Edler von Neupauer

1835: Baron Dr. jur. Joseph Edler von Neupauer erwirbt Gut und Schloss Schwarzenegg. (Hengist Magazin 2/2007, Naschenweng, Hengist Magazin 3/2006)

1836

1836: Auf einem Buch der Wildoner Pfarrbibliothek (theologischer Traktat von Erasmus von Rotterdam) , wurde vermerkt: Joseph Pasch, Inhaber des Kaffehhauses zu Wildon. (Hengist Magazin 3/2009)

1837

Mit 1. April 1837 wird in Wildon eine selbständig kartierende Briefsammlung unter Alois Lippert eingerichtet. Der Zustellbezirk reichte bis Kirchbach, St. Stefan im Rosental, Wolfsberg im Schwarzautal.  Die Wegstrecken betrugen bis zu 5 Postmeilen, rund 37 Kilometer. Entsprechend gab es Klagen über Verspätungen und Unregelmäßigkeiten. (Hengist Magazin 1/2005)

1838

Zum Jahreswechsel 1837/1838 ziehen die Gesellen des Wildoner Rauchfangkehrermeisters Joseph Tiefenbrunner (Joseph Diefenbruner), im heutigen Haus Unterer Markt 34) durch Wildon und die umliegenden Gemeinden mit der Jahresrechnung und den besten Wünschen für ein gutes neues Jahr. (Hengist Magazin 3/2007)

1839

1839 erhält die Schlosskapelle von Schwarzenegg die Vorrechte einer öffentlichen Kapelle. (Hengist Magazin 2/2007)

1840

Am 10. und 11. April 1840 ist Erzherzog Johann wiederum bei einer Filialsitzung der Landwirtschaftsgesellschaft in Wildon. In seinem Tagebuch nennt er den Filialvorsteher Griendl, den Syndikus (juristisch geprüften Magistratsrat) Vinzenz Hermann, Bürgermeister Michael Berner. Johann steigt im Gasthaus des Lebzelters Anton Fürst, heute Unterer Markt 38, ab. Fürst besaß eine Dampfmaschine, die ein einfacher Landmann von hier gebaut hat. Fürst besaß auch den "Fürstenhof" in Unterhaus, heute Im Rasental 1. (Hengist Magazin 2/2009)

1844

Im Sommer 1844 stand in der Steirmark im Zeiche des angekündigten Besuchs von Kaiser Ferdinand I. (Regentschaft von 1835 bis 1848) wiede eine Inspektionsfahrt von Erzherzog Johann von Graz nach Marburg auf dem Programm. Die Südbahn war gerade in Bau. (Hengist Magazin 2/2009)

1846

Am 1. Juni 1846 eröffnet die Südbahn auf der Strecke von Graz nach Cilli einen Bahnhof in Wildon. Die Postbeförderung mit Pferdepostwagen wird eingestellt. Die Poststationen Kalsdorf und Straß werden aufgelöst, einzig Lebring führt den Betrieb weiter. Joseph Knopper erhält den Auftrag von der Grazer Postdirektion zumindest 4 Pferde für Notfälle bereit zu halten. (Hengist Magazin 2/2005)

Nun war es möglich, relativ kostengünstig zB Weitendorfer Basalt über größere Strecken zu verbringen, beispielsweise 1874 für den Bau des Wiener Südbahnhofes. (Hengist Magazin 1/2011, Seite 13)

1848

1848: März Revolution in Wien. Der erste gewählte Österreichische Reichstag entsteht. Die Bauernbefreiung auf Betreiben von Hans Kudlich gelingt. Bauern werden Eigentümer des Landes. Die Grundherrschaften werden von neuen Verwaltungsbehörden abgelöst (freie Ortsgemeinden, Bezirkshauptmannschaften, Statthalterei, Gerichte). (Hengist Magazin 1/2008)

13.03.1848: Revolution in Wien

Am 13. März 1848 entladen sich die Spannungen in der Bevölkerung in einer gewaltsamen Revolution in Wien. Kanzler Metternich muß zurücktreten und fliehen.

1849

1849 bis 1854 bestehen Bezirkshauptmannschaften.

1849 kann sich das Postamt Wildon wieder auf seine unmittelbare Umgebung konzentrieren.  (Hengist Magazin 1/2005)

21.03.1849: Radetzky siegt im Piemont

Die österreichischen Truppen unter Generalfeldmarschall Josef Wenzel Radetzky siegen über die Truppen des Königs von Piemont und Sardinien am 21. März 1849.

1850

Am 27. Juni 1850 reist Erzherzog Johann nunmehr mit der Eisenbahn nach Wildon. Sekretär der Landwirtschaftsgesellschaft ist Franz Xaver Hlubek und Filialvorsteher ist Moriz Ritter von Franck, Schloss Finkenegg, später Bürgermeister von Graz. Wiederum speiste er beim Lebzelter Anton Fürst. (Hengist Magazin 2/2009).

1850: Die Ortsgemeinden Wildon und Unterhaus entstehen nach der Auflösung der Grundherrschaften. Die Sitzungsprotokolle ab 1851 sind im historischen Archiv Wildon.

Als regionaler Zentralort war der Markt Wildon seit 1850 bis 2002 Sitz eines Bezirksgerichtes. Dieses war seit 1879 bis 2003 im ehemaligen Rathaus untergebracht, heute Hauptplatz 47.

Seit 1850 gab es einen Gendarmerieposten in Wildon, der seit der Polizeireform 2003 nunmehr als Polizeiinspektion bezeichnet wird.

1851

1851: Gründung eines Kriegsveteranenvereins (heute würde man Kameradschaftsbund sagen) unter Protektor Baron Bachofen-Echt.

15.01.1851: Geschworene

Geschworene nehmen nunmehr bei Strafprozessen neben dem Berufsrichter teil (Volksgerichtsbarkeit).

08.03.1852: Jakob Eduard Schmölzer

Jakob Eduard Schmölzer - "Flöten-Liszt" und "steirischer Liedervater" - war Steuerbeamter in Wildon. Außerdem wirkte er als Komponist und Liedersammler. Zu seiner Zeit gab es in Wildon einen Kirchenchor. Auf seine Initiative wurde eine Männergesangsrunde gegründet, einem Vorgänger des späteren Männergesangsvereines Wildon. Weitere Wirkungsstätten Schmölzers waren in Radkersburg und Kindberg, wo er schließlich als Verwalter des Schlosses Kindberg wirkte. Entgegen dem damaligen Zeitgeist für das Deutschtum, sammelte er vor allem das steirische Liedgut. Er war auch ein Mitbegründer des Steirischen Sängerbundes. Weiters war er für die Landwirtschaftsgesellschaft unter Präsident Baron von Washington, in Schloss Pöls im Kainachtal ansässig, tätig. (Quelle: Vortrag Prof. Dr. Rudolf Gstättner am 01.03.2013 im Schloss Wildon).

1852 Gründung MGV Wildon

Am Samstag, 6. Oktober 2012, begeht der Männergesangverein Wildon mit einem Jubiläums Festgottesdienst das 160-jährige Bestehen in der Pfarrkirche Wildon.

1852 Neubau Pfarrhof Wildon

Wegen seiner Ortslage am Wildoner Schlossberg und Mangel des nötigen Raumes in schlechtem Zustand bereits 1812 beschriebene Pfarrhof Wildon wird neu gebaut.

Quelle: Hengist Magazin 03/2012, Seite 25, Gernot Obersteiner.

1853

1853 unterfertigten die Marktgemeinde Wildon und Justizärar einen Mietvertrag über das Rathaus auf ewige Zeiten. Die märktische Gemeindekanzlei mußte dem Bezirksgericht und dem Steueramt weichen und übersiedelte in das Haus Nr. 72, heute Hauptplatz 54. (Hengist Magazin 1/2007)

1854

1854 bis 1868 gab es "Bezirksämter", denen die politische Verwaltung als auch richterliche Befugnisse zukamen. So gab es diese örtlich zuständige staatliche Behörde auch in Wildon. Johann Hussak amtierte als Chef des Bezirksamtes Wildon und wurde ab 1868 Vorsteher des Bezirksgerichtes. (Hengist Magazin, 7. Jahrgang, Heft 2/2011)

Die Marktgemeinde Wildon war aufgrund der des Statthalterei-Erlasses vom 20. Juli 1854 berechtigt, folgende Krämermärkte abzuhalten: 24. Februar (Matthias - in Schaltjahren am 25. Februar), am Osterdienstag, am 2. Juli (Maria Heimsuchung), am 22. Juli (Magdalena), am 29. September (Michael), und am 25. November (Katharina).

22.04.1854: Sissi in Wien

1855

1855: Der Pfarrhof, heute Oberer Markt 79, in seiner heutigen Gestalt wird gebaut.

1855: Graf d'Avernas auf Freibühel stiftet eine Katholische Mädchen Volksschule der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Hengsberg. (Hengist Magazin 2/2009).

1855 Steyermark Kreise

1857

1857 erscheint eine Lithographie von Wildon vom steirischen Künstler Joseph Kuwassegg. Eine Illustration von Carl Reichert zum Artikel "Wildon" im "Topographisch-statistischen Lexikon der Steiermark" von Joseph Andreas Janisch, Band 3 (1885). (Obersteiner, Hengist Magazin 3/2006)

1858

1858: Franz Xaver Edler von Griendl stirbt (1777 - 1858). Er diente beim steirischen Landrecht ehe er 1827 in die Funktion eines ständischen Verordneten eintrat - vergleichbar einem heutigen Landesrat. Mehrmals wiedergewählt übte er die Funktion bis 1840 aus. Im Testament verfügte er Legate an die Wildoner Armen, den Sohn Wilhelm des braven Verwalters von Oberwildon Senekowitsch sowie seiner Wirtschafterin Anna Knoppitsch. Die Pfarre Wildon erhielt zwei schöne Messkleider samt Zubehör, die zuvor noch im Schloss Wildon aufbewahrt wurden. Universalerben wurden seine Neffen Franz Xaver (1821 - 1867) und Josef (1823 - 1873). Franz Xaver Ritter von Griendl wurde ebenfalls Jurist, übernahm das Gut Oberwildon, saß in der Bezirksvertretung Wildon und fungierte nach 1864 als Gemeindevorsteher von Unterhaus. (Obersteiner, Hengist Magazin 1/2006)

19.01.1859: Radetzky stirbt

19.01.1859: Feldmarschall Wenzel Radetzky stirbt im Schloss Kleinwetzdorf.

1860

Um 1860 betätigten sich Franz Freiherr von Gorizutti, Feldmarschallleutnant i. R. und Besitzer von Afram-Marienhof, und der Wildoner Schuhmachermeister und Hausbesitzer Josef Neubauer als Imker. (Hengst Magazin 3/2005)

1861 Bürgermeister Friedrich Unger

Friedrich Unger, war Kaufmann und Realitätenbesitzer, Kassier und Direktor der Bezirkssparkasse Wildon und 1861 bis 1872 und 1898 bis 1913 Bürgermeister der Marktgemeinde Wildon.

Quelle: Hengist Magazin 03/2012, Seite 17 bis 21, Peter Wiesflecker

1866

Seit 1866 war Wildon Sitz einer Bezirksvertretung, die bis 1938 als autonomer Bezirksausschuss das Straßen- und Brückenwesen sowie Angelegenheiten der Armenversorgung und Landeskultur besorgten. Vorsitzender war lange Jahre hindurch seine Exzellenz (Geheimrat) Max Freiherr von Washington. (Hengist Magazin 1/2004).

1868

1868: In Wildon wird eine Sparkasse gegründet - eine der ersten in der Steiermark.

1868: Verwaltung und Justiz werden getrennt. Für die Justiz wird das Bezirksgericht Wildon geschaffen, dessen Vorsteher Johann Hussak - zuvor Chef des Bezirksamtes Wildon - wird. Das Bezirksamt wird aufgelöst und die Verwaltung wird in der Bezirkshauptmannschaft Leibnitz besorgt. (Hengist Magazin, 7. Jahrgang, Heft 2/2011)

1869 Bezirkshauptmannschaft, Bezirksgericht

Mit dem Staatsgrundgesetz 1867 werden 1869 die Bezirkshauptmannschaften für die politische Verwaltung wieder installiert und die Justizangelegenheiten in Bezirksgerichten abgehandelt.

Aufgabe der BH war seitdem auch die Aufsicht über die Gemeinden sowie die Aufrechterhaltung von Ruhe, Ordnung und Sicherheit, Vereins-, Wasser-, Bau- und Gewerberecht.

Dem Bezirkshauptmann war die lokale Gendarmerie unterstellt. Zentrale Behörde für Steiermark war die Statthalterei in Graz. In den Ortschaften wurden Gemeindevorsteher gewählt.

(Hengist Magazin 1/2008)

1869 Reichsvolksschulgesetz

Unter Unterrichtsminister Hasner erfolgt mit dem Reichsvolksschulgesetz 1869 die Verstaatlichung der Volksschulen. Die Lehrer werden vom Staat besoldet, die Schulaufsicht aus dem kirchlichen katholischen Einfluss gelöst und vom Staat durch Schulräte, Bezirksschulräte und Landesschulräte besorgt.

1869: Stiftung einer Klosterschule für Mädchen, heute Oberer Markt 102, betreut durch die Schulschwestern.

1870

Um 1870 sollen Schlossberg und Buchkogel, damals im Eigentum der Familie Griendl, der Marktgemeinde Wildon zum Kauf angeboten worden sein, was die Gemeindevertretung aber ablehnte und später bereute. Der Schlossberg war für die Wildoner Bürger und für Touristen ein beliebtes Ziel für Wanderungen und gesellige Zusammenkünfte. (Hengist Magazin, 7. Jahrgang, Heft 2/2011) Die Burgen am Schlossberg verfielen und die Quadersteine am Ostplateau des Bergfrieds fanden beim Bau des Wildoner Pfarrhofes Verwendung (Chronik Joherl).

05.01.1872: Mädchen Volksschule

Mit Bescheid vom 05.01.1872 erhält die Kongragation der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau (Kongregation Arme Schulschwestern de Notre Dame) das Öffentlichkeitsrecht für die Mädchen Volksschule in Wildon Nr. 70 (Oberer Markt 102). (Quelle: Siegel im Bauakt Ansuchen Neubau Kindergarten vom 09.12.1952, Schwester Oberin Maria Klementine Frisch)

1872

1872: Das Inventar des Schlosses Wildon wird öffentlich feilgeboten. Möbel und Gerätschaften fanden den Weg in umliegende Bürger- und Bauernhäuser. Gut Oberwildon erwirbt 1873 Dr. Josef von Neupauer, Eigentümer von Schwarzenegg. (Obersteiner, Hengist Magazin 1/2006)

1873: Gründung Freiwillige Feuerwehr Markt Wildon

1873 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

1873: Postamt Wildon

Ein Postamt gibt es seit 1873 - allerdings hat bereits bis 1751 ein Postmeister in Wildon seinen Sitz gehabt.

1873: Weltausstellung Wien: Gustav Conrad

1873: Weltausstellung in Wien. Die Beteiligung der Steiermark koordiniert der Ehrenbürger von Wildon Gustav Conrad. Er war von 1856 bis 1860 Bürgermeister der Stadt Pest (Budapest), erwarb 1860 die Herrschaft Herbersdorf in Allerheiligen bei Wildon. Er war Vizepräsident der k.k. Steiermärkischen Landwirtschaftsgesellschaft und stand der Filiale Wildon jahrelang vor. Er war leitedes Mitglied der Grazer Wechselseitigen Versicherung sowie Abgeordneter im steiermärkischen Landtag, in dem er den Großgrundbesitz vertrat. Als solcher war er auch Mitglied im Landesausschuss (autonome Landesregierung). Das Freiherrndiplom stammt vom 20. Februar 1874. (Hengist Magazin 2/2005)

1873: Landessiechenhaus, Um- und Zubau

1873: Straßenseitiger Zubau und Umbau beim nun als Landessiechenhaus für die Mittelsteiermark genutzen Unteren Schloss, heute Hauptplatz 55 (bis 1931). (Obersteiner, Hengist Magazin 1/2006). Der damalige Bezirkshauptmann von Leibnitz, Alphons Ritter von Scherer, war ein Schwager des 1867 verstorbenen Franz Xaver Ritter von Griendl.

09.05.1873: Börsencrash in Wien

1874

1874 kaufen die Lebzelter Josef und Theresia Moshammer die Lebzelterei (bis 1878) des Cajetan Fürst. (Hengst Magazin 3/2005)

Zwischen 1874 und 1891 wird die Mur zwischen Graz und Mureck reguliert. Dies führt zur völligen Umgestaltung des Flusslaufes.

1877

1877 wird Max Freiherr von Washington (1829 - 1903), seit 1855 ansässig auf Schloss Pöls, zum Präsidenten der Steiermärkischen Landwirtschaftsgesellschaft gewählt. Er fungierte auch für den Bezirk Wildon als Abgeordneter der Kurie der Großgrundbesitzer im Steiermärkischen Landtag. Ab 1879 war er auf Lebenszeit Mitglied des Herrenhauses in Wien. Von 1874 bis 1902 war er Vorsitzender des Verwaltungsausschusses der Sparkasse Wildon. 1892 dotierte die Sparkasse den "Baron Washington Fonds" für wohltätige und gemeinnützige Zwecke. (Hengist Magazin 1/2004).

Von 1877 bis 1885 wirkte Ignaz Heinrich Joherl (1848 - 1933) als Kaplan in Wildon, ab 1887 Pfarrer in Feldkirchen bei Graz. (Hengist Magazin 1/2009)

28.12.1877: Sparkassengebäude

Mit Kaufvertrag vom 28.12.1877 kauft die Bezirkssparkasse Wildon das Gebäude Unterer Markt 33 (damals Wildon 18). Dies 10 Jahre nach der Gründung 1868.

1878

Anfang des Jahres 1878 faßte der Gemeindesekretär Karl Berner den Gedanken, den nahezu unbeachteten Schlossberg sowohl der heimischen Bevölkerung als auch den fremden Gästen leichter zugänglich zu machen. Diese Idee fand unter der Marktbevölkerung lebhaften Beifall und vielfältige Unterstützung. Es bildete sich unter dem Vorsitz von Bürgermeister Leopold Schafzahl ein Komitee, das im Lauf des Sommers 1878 die Arbeiten in Angriff nahm. Der Eigentümer des Schlossberges, des hochwohlgeborenen Herrn Dr. Josef Freiherrn von Neupauer, Gutsbesitzer auf Schloss Schwarzenegg, erteilte die Genehmigung. Die bestehenden Wege wurden verbessert, der massive Wartturm, auch Heidenblutturm als auch Pfeilturm genannt, wurde zugänglich gemacht und mit einem soliden Stiegenhaus ausgestattet. (Ignaz Joherl, Wildon einst und jetzt, Graz, 1891, Seite 13)

1878 kaufen die Lebzelter Carl und Johanna Ortner, das Lebzelterhaus, heute Unterer Markt 38. (Hengst Magazin 3/2005)

1878: Die "Siechenhaus-Wasserleitung" zum Schloss Wildon wird gebaut und aus der "Leximiquelle" (Reinbachquelle) gespeist. Damit wird der Grundstein für eine Wasserversorgung auch für die Gehöfte und Häuser entlang der Wasserleitung in Unterhaus gelegt.

Der Landes-Siechehaus-Verwalter Emil Neher übergab 1884 dem Landesmuseum Joanneum einen "Ohrring in Möndleinform aus Afram bei Wildon". (Hengist Magazin 1/2010)

1879 Francisco Josephinische Militärkarte

1879 Francisco Josephinische Militärkarte, Raum Weitendorf - Wildon - Stocking, Quelle: StLA, Aufnahmeblatt 5255-1

1884

1884 wird die Schlosskapelle Schwarzenegg von Baron Neupauer unter großen Kosten renoviert. (Hengist Magazin 2/2007)

1886

1886 fährt Karl Kellner, Inhaber der Wildoner Färberei, und der Kaufmann Friedrich Unger auf einem Hochrad ("Bicycle") durch den Markt Wildon. (Hengist Magazin 1/2008)

1887

1887: Der Verein "Wildoner Radfahrer" wird gegründet. Obmann der 26 unterstützenden Mitglieder war der Wildoner Kaufmann Friedrich Unger. Ähnliche Vereine gab es schon in Graz und Marburg. Im Gründungsjahr wude ein 10-Kilometer Straßenrennen von Lebring bis zur Einfahrt der damaligen Marktgemeinde Leibnitz veranstaltet. Von vier Teilnehmern war Alois Zechner mit 29 Minuten der Schnellste. (Hengist Magazin 1/2008)

09.07.1988: Hebamme Antonia Kammerlander

Mit Diplom der medizinischen Fakultät der k.k. Universität zu Graz erlangte die spätere Wildoner Hebamme Antonia Kammerlander, Wildon 50, heute Oberer Markt 99, ihre Befugnis zur Ausübung ihres Berufes, den Sie bis ca. 1950 ausübte.

1889 Franz Heresch

1889: Gewerke Franz Heresch erwirbt vom damaligen Wildoner Bürgermeister Ritz eine Mühle mit Ölmühle am Weissenegger Mühlgang, Sägewerk und eine Landwirtschaft. Nach damaliger Wahlordnung war er damit einziger Steuerzahler in der höchsten Steuerklasse der Gemeinde Wildon und damit auch automatisch Mitglied der Gemeindevertretung. Der Kauf bildete den Ursprung der heutigen Hereschwerke. Ab 1902 wird ein E-Werk betrieben. (Wiesflecker, Hengist Magazin 2/2006).

20.04.1889: Adolf Hiltler geboren in Braunau

01.05.1890: Tag der Arbeiter

1891

Am 19. April 1891 war Wildon das Ziel der "Gaupartie" des steirischen Gauverbandes der Radfahrer. (Hengist Magazin 1/2008)

1891 wurde der Männergesangsverein gegründet.

1891: Pfarrer Ignaz Heinrch Joherl legt eine Chronik "Wildon - Einst und Jetzt" auf Anregung von Bürgemeister Leopold Schafzahl, auf. (Hengist Magazin 1/2009)

1894

Vor 1894 ertrotzten sich die Wildoner Bürger von Graf Zenone als Erbauer und Eigentümer der Villa Schlossberg, heute Sitz der Polytechnischen Schule Wildon, auch Adamik Villa genannt, das Recht, den Schlossberg von ihren Gärten aus direkt zu betreten. (Hengist Magazin, 7. Jahrgang, Heft 2/2011)

Der Gemeinde gelang die grundbücherliche Sicherstellung des Betretungsrechtes für den zum Gut Schwarzenegg gehörigen Schlossberg. Eine Schlossberg-Kneipereigesellschaft bot an Wochenenden bei den Ruinen Erfrischungen an. Im Heidenturm wurde eine Aussichtsplattform und eine Äolsharfe installiert. Die Wildoner Vereine veranstalteten am Turnierplatz Tanz- und Sangesfeste. Der Barocke Brunnenkranz war ein beliebtes Fotomotiv.

1894 verkaufte die Marktgemeinde unter Bürgermeister Friedrich Unger das Rathaus um 4000 Gulden an den Staat, in dem das Bezirksgericht untergebracht war. Der Verkaufserlös wurde zum Ankauf des Eggenbergischen Mauthauses Nr. 43, heute Unterer Markt 25, für das Gemeindeamt verwendet. (Hengist Magazin 1/2007)

1895

1895 war Obmann des damals 43 ausübende und 15 unterstützende Mitglieder zählenden Vereines "Wildoner Radfahrer" der Volksschullehrer Johann Grabenwarter, zuvor Schrift- und Säckelwart. In der Vereinschronik (Pfarrarchiv Wildon) wird bewundernd über das Motor-Zweirad mit 70 km pro Stunde genannt. (Hengist Magazin 1/2008)

1897

1897: Gemäß Bewilligung der Bezirkshauptmannschaft Leibnitz vom 27.11.1897 werden Wasserleitungen entlang der Triester (Alte) Reichsstraße zur Versorgung des Wildoner Marktes mit Trinkwasser verlegt. Brunnen gab es im Unteren Markt, am Hauptplatz und im Oberen Markt. Einzelne Häuser im Markt verfügten sogar über Quellen im eigenen Keller. Die Wasserleitungen werden 1899 fertig gestellt.

1898

1898: Anläßlich des 50-jährigen Thronjubiläums von Kaiser Franz Josef II. wird im Quellenweg in Unterhaus der sog. Kaiserbehälter mit 100 m³ Fassungsvermögen in Betrieb genommen. Der Wasserbehälter wird aus den sog. Zöhrerquellen gespeist, Grundstück Nr. 332 und 224/1, Gründstücke des Baron Neupauer und sog. Seyd’sche Quelle.

1898 übersiedelt der Wildoner Lehrer und Imker Johann Grabenwarter nach Fernitz. (Hengst Magazin 3/2005)

1898 Bürgermeister Friedrich Unger

Friedrich Unger, war Kaufmann und Realitätenbesitzer, Kassier und Direktor der Bezirkssparkasse Wildon und 1861 bis 1872 und 1898 bis 1913 Bürgermeister der Marktgemeinde Wildon.

1899

Am 12. März 1899 rufen Alois Zechner, Mühlenbauer in Wurzing, und der Schuhmachermeister Josef Neubauer, Hausbesitzer in Wildon, als Proponenten alle Bienenzüchter in Wildon und Umgebung zur Gründung des Bienenzuchtvereines in das Gasthaus und Lebzelterei des Carl Ortner, heute Unterer Markt 38. Alois Zechner wird zum ersten Obmann gewählt (bis 1940). Anfangs zählte der Verein 20 Mitglieder. (Hengst Magazin 3/2005)

1902

1902 verstirbt Baron Dr. Joseph Edler von Neupauer im Alter von 96 Jahren im Schloss Schwarzenegg. Er wurde am Wildoner Friedhof beigesetzt. Sohn Gustav verkaufte Schwarzenegg an Dr. Franz Georg Strafella. (Hengist Magazin 2/2007)

1902 entstand neben der Heresch-Mühle am Weissenegger Mühlgang ein mit Wasserkraft betriebenes Elektrizitätswerk zur Stromversorgung des Marktes Wildon. Dem Bescheid vom 19. September 1902 über Bau und Betrieb des E-Werkes folgte die Inbetriebnahme bereis im November 1902. Die Turbine Nr. 308 wurde von der Maschinenfabrik Andritz AG aus Graz geliefert. (Wiesflecker, Hengist Magazin 2/2006)

1904

1904 hat der Wildoner Kaufmann Josef Überbacher einen "Universal Bienenstock" entwicket und in einem vierseitigen Werbeprospekt beschrieben. (Hengst Magazin 3/2005)

1908

1908 gab es eine anonyme Anzeige bei der BH Leibnitz, dass in den Wildoner Bäckereien die Schlafzimmer der Gehilfen nicht beheizbar wären. Die BH forderte die Marktgemeinde Wildon mit Gemeindesekretär Gottfried Friedrich und Bürgermeister Friedrich Unger zum Ortsaugenschein auf. Die Bäckermeister Julie Tropbauer, Gottfried Kiefer, Josef Überbacher und Maria Greiner wurden von der BH aufgefordert, den Gehilfen heizbare Räume zuzuweisen. 1909 konnte das Marktgemeindeamt die Vollzugsmeldung erstatten. (Hengist Magazin 1/2008) 

1908: K.k. Generalintendant (Nachschuboffizier) Rudolf Egger lässt vom Grazer Baumeister Petz die Villa Egger an der Alten Reichsstraße errichten. Auch die Villa Sabin und die Villa Cejka werden errichtet. 

1909

1909: Vorläuferin der nachmaligen Alpenländischen Kunststofffabrik (AKG, heute Oberer Markt 111) war seit dem 18./19. Jahrhundert eine Färberei (Haus Wildon Nr. 9), die seit Ende des 19. Jahrhunderts unter ihren Eigentümern Carl Kellner senior und junior zur Blaudruckfabrik mit bis zu 30 Arbeitern und Hilfskräften umgerüstet wurde (BH Leibnitz, G 19136/1915). 1909 beantragte Kellner die Genehmigung zur Aufstellung einer Dampfmaschine im Färberei-Hauptgebäude an der Kainach (BH Leibnitz, H 17783/1911) (GPO, 02.02.2012)

1909: Die Stadt Graz erwirbt die Parzellen beim Steinbruch in Weitendorf und verpachtet zeitweise an die k.k. Südbahngesellschaft. Erst 1920 kauft die Stadt Graz die restlichen für den Abbau relevanten Parzellen und wird zum alleinigen Steinbruchbesitzer am Basaltvorkommen von Weitendorf. In der Folge wird die Bruchsteingewinnung von Handarbeit nunmehr im mechanisierten Abbau und Transport mittels Seilbahn zum Bahnhof Werndorf ab 1925 bewältigt. Staub und Lärm belästigen die Bevölkerung weshalb der Bürgermeister von Weitendorf, Michael Dorner, beim Betriebsleiter Ing. Franz BERNHARD, vorspricht. (Hengist Magazin, 7. Jahrgang, Heft 2/2011)

1910 Karte Wildon

Um 1910 Karte Bereich Weitendorf - Wildon - Stocking, Quelle: Stmk. Landesarchiv, Aufnahmeblatt 5255

1910 Kainachbrücke aus Holz

19.03.1911: Erster Frauentag

Insbesondere die Forderung nach dem Wahlrecht für Frauen wird am ersten Frauentag erhoben.

05.05.1911: Neubau Dachstuhl Knabenvolksschule

Am 05.05.1911 fand eine Baukommission für den Neubau des Dachstuhles bei der Knabenvolksschule der Marktgemeinde Wildon statt. Der Einreichplan stammte vom Zimmerermeister Josef Matejka, gezeichnet Wildon, 02.05.1911.

05.05.1911: Neubau Dachstuhl Knabenvolksschule

Am 05.05.1911 fand eine Baukommission für den Neubau des Dachstuhles bei der Knabenvolksschule der Marktgemeinde Wildon statt. Der Einreichplan stammte vom Zimmerermeister Josef Matejka, gezeichnet Wildon, 02.05.1911.

1912

Der Arzt Dr. Alexander Bullmann (gestorben 1947) heiratete 1912 die Hereschtochter Marie (1884 - 1969) und war in den ersten Jahren der Ersten Republik Bürgermeister von Wildon. (Wiesflecker, Hengist Magazin 2/2006).

1913

1913: Carl Kellner starb im Jahre 1913. In einem Grundstücksverzeichnis der KG Wildon, datierend vermutlich von Frühjahr 1914, scheinen im Besitz der Anna Kellner (Witwe nach Carl Kellner) die folgenden Parzellen auf: Grundparzellen 40/1 (Garten), 40/2 (Wiese) 41 (Garten), 1116/19 (Wiese); Bauparzellen .11/1 , .11/2 und .12/1. Das Bauparzellenprotokoll reicht in jenem Jahr nur bis einschließlich Parzellennummer .172.

Anna Kellner (in den Akten der BH Leibnitz Mizi) führte den Betrieb nach dem Tode ihres Mannes zunächst fort, ehe sie Franz Weiß (identisch mit dem Wildoner Bürgermeister von 1919 bis 1924?) heiratete, der die Konzessionen 1915 übernahm. Unter der Firmenbezeichnung „Weiß & Schneider“ begannen die neuen Eigentümer mit der Erweiterung und technischen Modernisierung des Betriebes. 1917 wurde die Wäscherei an der Kainach umgebaut (der Akt BH Leibnitz H 23164/1917 liegt nicht ein), 1918 beantragte Weiß im Betriebsbereich eine neue Uferschutzmauer zur Kainach (BH Leibnitz H 4576/1918). Über die maschinelle Aufrüstung und die dafür notwendigen baulichen Maßnahmen ist ein umfangreicher Akt mit Bauplänen erhalten geblieben (BH Leibnitz H 27212/1921) GPO, StLA, 02.02.2012).

22.03.1915: Kapitulation Festung Przemysl

Am 22. März 1915 kapitulieren die österreichischen Truppen nach russischer Belagerung bei der Festung Przemysl. Tausende Flüchtlinge aus Galizien und Lodomerien werden in riesigen kurzfristig errichteten Lagern, etwa Feldbach, Knittelfeld, Lebring, Wagna, usw verbracht.

26.06.2014: Flughafen Graz in Betrieb

1916 Gasthaus K. Kuttroff

Das Gasthaus K. Kuttroff war 1916 war damals an der Adresse Wildon 177 (heute Hauptplatz 90) gelegen. Heute ist das Gebäude vom Schuhhaus Hammer (bis 2011) noch bekannt.

17.04.1916: Sprengung Col di Lana, Dolomiten

1917

1917: Die Eisenbrücke in Wildon über die Kainach wird errichtet. (Quelle: Inschrift).

1918

Von 1918 bis Ende der 1920er wird Kohle in Dillach (Mellach) bei vulgo Eggenschaffer abgebaut, micht Ochsenfuhrwerk zum Bahnhof Wildon gebracht und mit der Eisenbahn nach Graz befördert. (Hengist Magazin 3/2009)

23.03.1919: Kaiser Karl II. ins Schweizer Exil

Nach der Abdankungserklärung verläßt Kaiser Karl II. von Österreich das Land und geht mit der Familie ins Schweizer Exil.

1919 Taborhof

1919 erwirbt Franz Heresch den Taborhof in der Wurzinger Straße. Vorbesitzer waren von 1865 bis 1891 Philipp Graf Khuen-Belasi, 1891 bis 1914 Familie Schützenau-Trenk, die 1907 einen Umbau vornahm, 1914 bis 1919 Adolf Maurer. (Wiesflecker, Hengist Magazin, 2/2006)

In den ersten Jahren der Republik gab es Bestrebungen zur Enteignung von Elektrizitätsversorgungsunternehmen und Enteignung von Schlössern nach dem Steirischen Schlösserenteignungsgesetz. Die Enteignung von Taborhof und Afram-Marienhof war bereits im Grundbuch vermerkt. Man scheute sich jedoch, gegen ausländische (adelige) Staatsbürger vorzugehen (Staffelbach, Doret). (Wiesflecker, Hengist Magazin 2/2006).

14.04.1919: Wodrow Wilson zur Südtirolfrage

1921: Friedrich Unger und Marie, geb. Pagliarucci

1921: Friedrich Unger und Marie, geb. Pagliarucci, heiraten in Wildon.

Der Vater der Braut war der Vorstand des Bezirksgerichts Wildon, Ernst von Pagliarucci Ritter von Kieselstein.

Der Ehemann Friedrich Unger (1892 - 1979) kam als zweiter Sohn des Ehepaares Friedrich Unger und Juliane Berger zur Welt. Zuerst Handeslangestellter, dann Privatbeamter, Kaufmann und Steuerberater, bekleidete er von 1938 bis 1945 die Funktion des Wildoner Bürgermeisters.

Sein älterer Bruder Dr. Emmerich Unger war als Jurist bei den Grazer Verkehrsbetrieben tätig.

Sein jüngerer Bruder Hermann Unger betrieb eine Drogerie in Wildon.

Sein Vater Friedrich Unger, war Kaufmann und Realitätenbesitzer, Kassier und Direktor der Bezirkssparkasse Wildon und 1861 bis 1872 und 1898 bis 1913 Bürgermeister der Marktgemeinde Wildon.

Sein Großvater Kajetan Unger kam 1778 als Oberlehrer nach Wildon und hat am Ende des 18. Jahrhunderts in Wildon Fuß gefasst.

24.04.1921: Abstimmung Tirol über Anschluss an Deutschland

1922

1922: Die Glocken der Pfarrkirche mussten im Ersten Weltkrieg abgegeben werden und wurden nun wieder angebracht.

1922 wird ein zweites Kraftwerk von Franz Heresch errichtet. (Wiesflecker, Hengist Magazin, 2/2006)

30.01.1923: Farben u. Glaserei Schulz

Im Jahr 1923 eröffnet die Farbenhandlung und Glaserei Schulz in Wildon, Unterer Markt 20.

15.03.1923 Gründung Lagerhaus

Im Jahre 1923 wird das Lagerhaus Gleinstätten-Ehrenhausen-Wies gegründet. In der Folge wird auch das Lagerhaus beim Bahnhof Wildon eröffnet und versorgt die Landwirte in der Umgebung mit Saatgut, Futtermittel, später Landtechnik und Baustoffen. Im Jahr 1967 wird der große Lagerhaus Silo gebaut. Im Jahr 2013 wird 90-jähriges Bestehen gefeiert.

12.04.1923: Gründung Republikanischer Schutzbund

1924

In der Karwoche 1924 findet Franz Hasslacher aus Lebring auf der Steinmaißspitze auf der westlichen Kuppe vom Buchkogel ein Bronzebeil. Darauf fühte Prof. Dr. Walter Schmid noch 1924 eine archäologische Grabung durch nachdem der Grundeigentümer Gustav Freiherr von Neupauer (Schloss Schwarzenegg) die Genehmigung erteilt hatte. Es lagen mindestens zwei Siedlungsschichten vor, eine bereits aus der Kupferzeit (3000 vor Christus) und eine Siedlung aus der Urnenfelderzeit um 1000 - 800 vor Christus.

1926

Von 1926 bis 1928 wurde das Wildoner Wasserleitungssystem im Ortskern von Wildon erweitert.

1929

Der Februar 1929, dem kältesten Monat des Jahrhundert, sank die Temperatur auf bis zu minus 35 Graz Celsius. Die Mur war komplett vereist. Die Eisstöße bedrohten die damals noch hölzerne Murbrücke in Wildon. (Bericht und Foto im Hengist Magazin 3/2009)

1929: Pfarrer Alois Schriebl gehört dem Gemeinderat Wildon an.

1929: Franz Heresch wird der Titel Kommerzialrat verliehen. (Wiesflecker, Hengist Magazin 2/2006)

1930

1930: Das Schloss Wildon ("Freihaus", "Landessiechenhaus", "Unteres Schloss") kommt in Besitz der Marktgemeinde Wildon, die hier Wohnungen und Hauptschule einrichtet.

1930 wird der hallstattzeitliche Grabhügel "Galgenkogel" (heute im Bereich Burgfriedweg) erforscht (Marianne Grubinger) (Hengist Magazin 1/2005).

1930: Mit Bescheid vom 27.05.1930 der BH Leibnitz wird die Bewilligung zur Erneuerung der Quellstube bei der Leximiquelle und Erneuerung der bisher offnen und hölzernen Wasserleitungsrohre erteilt. Im Landessiechenhaus (Schloss) Wildon halten sich samt Pflegepersonal rund 150 Personen auf. Viktor Janschitz ist Oberverwalter des Landessiechenhauses Wildon.

1931

1931: Bürgermeister Zaunschirm in Wildon.

1932

Im Mai 1932 findet anlässlich der Diamantenen Hochzeit des Ehepaares Franz und Therese Heresch eine Feldmesse im Taborhof mit rund 1000 Personen statt. (Wiesflecker, Hengist Magazin 2/2006).

1933

1933: Bürgermeister Anton Fuchs in Unterhaus, vulgo Mattl, heute Unterhaus 2.

1934

1934: Die Ortgruppe Wildon des Roten Kreuzes wird gegründet. Die Rettungsstelle wird in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr in Betrieb genommen. Der Raum, in dem die Dienstmannschaft untergebracht war, wurde von der Sparkasse zur Verfügung gestellt. Das Fahrzeug war im ehemaligen Gemeindehaus, heute Unterer Markt 25, untergebracht. Der aus Deutschland stammende Hans Juhnke war der erste hauptamtliche Mitarbeiter. Ihm folgten Erich Leitinger, Rudolf Knopp und Josef Frießer.

1934: Dr. Josef Pittermann eröffnet eine Tierarztpraxis in Wildon und wird zum Geschäftsführer der Fleckviehzuchtgenossenschaft gewählt. Ab 1937 wird Dr. Pittermann zum Landesbezirkstierarzt bestellt, jedoch 1938 nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich aus dem Landesdienst entlassen.

1935

1935: Bürgermeister Franz Schwarz in Wildon.

1935: Gründung des Fußballvereins.
1935 wird der Verein, vermutlich aus dem Unterhauser Fußballclub, gegründet. Als Obmann fungiert der Kaufmann Siegfried Überbacher sen.
Kerschbaumer, Klancnik, Otter, Mandl und die Brüder Haluschan bilden das Fundament der Mannschaft.
Nach dem zweiten Weltkrieg wird der Verein unter dem Präsidenten Anton Schmiedbauer neu "gegründet", die Vereinstätigkeit wird wieder aufgenommen.
Die Spielstärke entspricht der heutigen Unterliga.
Die Mannschaft damals -- Tor: Sepp Walch ( später Otto Scherübl ); Verteidigung: Franz Zöhrer, Otto Gröscheneg; Läufer: Peter Oremek, Josef Ninaus, Dr. Willi Praßl, Karl Sekli; Stürmer: Kurt Stöffler, Albert Festl, Felix Sekli, Franz Praßl, Herbert Sammer. Gegner von damals: Deutschlandsberg, Fürstenfeld, Weiz usw.

20.05.1935: Ernst Pagliarucci, Bezirksgerichtsvorsteher

Ernst Pagliarucci, geboren 1959, hatte die Richterlaufbahn eingeschlagen.

Nach Graz wurde Eisenerz Lebensmittelpunkt des Paares Ernst von Pagliarucci, seit er dort als Bezirksrichter tätig war. 1899 heiratete er in Eisenerz Gisela Grogger (1972 - 1953), die Tochter eines Eisenerzer Kaufmanns. In Eisenerz kamen auch die beiden Töchter Marie (1901 - 1989) und Ernesta (1903 - 1929) zur Welt.

Mit der Bestellung zum Vorstand des Bezirksgerichts Wildon wurde der mittelsteirische Ort zum Lebensmittelpunkt.

Mit der Einheirat im Jahr 1921 seiner Tochter Marie in die Familie Unger, deren Wurzeln in Wildon bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen, verstärkten sich die Bindungen an den Ort weiter.

Oberlandesgerichtsrat Ernst von Pagliarucci Ritter von Kieselstein starb als einer der letzten männlichen Mitglieder seiner Familie am 20. Mai 1935 in Wildon. Die Witwe Gisela ("Gisa") starb im Jahr 1953. Die Tochter Marie Unger starb 1989.

Quelle: Hengist Magazin 03/2012, Seite 17 bis 21, Peter Wiesflecker

1936

1936 - 1938: Alois Pechmann ist Bürgermeister von Unterhaus.

1936 bis 1943 stand Michael Götz an der Spitze der Hereschwerke. Er folgte dem Geschäftsführer Josef Heresch (1878 - 1936) der seit 1919 die Führung des Unternehmens übernahm. Unter anderem absolverte dieser eine Müllerakademie im Westen Deutschlands. (Wiesflecker, Hengist Magazin 2/2006)

1937

Bereits Anfang der 1930er Jahre konstituierte sich aus den örtlichen Honoratioren ein "Brunnen-Komitee", das sich den Ersatz des alten "Läutbrunnens" am Hauptplatz vor dem Rathaus durch eine wasserspeiende Skulptur zur Aufgabe machte. Der Bildhauer Professor Wilhelm Gösser (1881 - 1966) schuf den mit 1937 datierten Wilden-Mann-Brunnen, der seit 1990 auf dem Platz Unterer Markt steht. (Obersteiner, Hengist Magazin 2/2006)

15.08.1937: Hauptplatz, Wilder-Mann-Brunnen

Quelle: Postkarte Ing. Bruno Wach vom 15.08.1937, Historisches Archiv Wildon.

1938

13. März 1938: Einmarsch deutscher Truppen in Österreich. Österreich hört zu bestehen auf.

11.03.1938: Einmarsch deutscher Truppen

Unter dem Namen "Unternehmen Otto" marschieren am 11. März 1938 deutsche Truppen unter großem Jubel der Bevölkerung in Österreich ein. Österreich hört zu bestehen auf. Bundeskanzler Dr. Kurt Schuschnigg tritt am Vorabend mit den Worten "Gott schütze Österreich" in einer Radioansprache zurück. Nach der Ansprache wird das "Kaiserquartett" gespielt. Bis 1918 die Österreichische Nationalhymne, nun die Nationalhymne des Deutschen Reiches. Die Amtsgeschäfte übernimmt der Nationalsozialist Seiß-Inquart. Am 12. März 1938 tritt Adolf Hitler in Linz auf. Am 13. März 1938 tritt Hitler am Heldeplatz in Wien auf. Bei der Volksabstimmung am 10. April 1938 stimmen 99,75 % für den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. Österreich hört zu bestehen auf.

Alle politischen Funktionäre werden des Amtes enthoben und durch Nationalsozialisten ersetzt. Die ersten Verhaftungswellen setzen unmittelbar nach dem Anschluss ein. 

Unmittelbar nach dem Anschluss Österreichs im März 1938 griffen die neuen Machthaber die katholische Kirche massiv an, um sie aus der Öffentlichkeit zu verdrängen und Religion zur Privatsache zu machen. 

Schließung der Theologischen Fakultät und katholischer Privatschulen, Einführung des Kirchenbeitrages und Enteignung von Klosterbesitz, Einschränkung der Seelsorge, Verbot von Prozessionen, Förderung des Kirchenaustrittes und Verhaftungen von kritischen Geistlichen waren die Maßnahmen. Ende 1938 befanden sich 63 Priester in Haft. 

Quelle: Hengist Magazin 03/2012, Seite 8 ff.

15.03.1938: Adolf Hitler am Heldenplatz in Wien

Am 15. März 1938 spricht der Führer Adolf Hitler am Heldenplatz in Wien zum österreichischen Volk.

18.03.1938: Friedrich Unger Bürgermeister

Posteingangsbuch der Marktgemeinde Wildon, laufende Nummer 323 vom 18.03.1938: Gemeindetag Auflösung, Bestellung des Herrn Unger Fritz jun. zum Amtswalter, BH Leibnitz, Zahl 1 G 75/1 vom 16.03.1938:

Friedrich Unger (1892 bis 1979) war von 18.03.1938 bis 07.05.1945 Bürgermeister der Marktgemeinde Wildon. Seine Gattin Marie (1901 bis 1989) entstammte der Familie Pagliarucci, einer Familie aus dem Veneto, die über Friaul und Krain in die Steiermark gekommen war und deren Familienmitglieder sich zunächst in der "Pensionopolis" Graz, ab 1910 in Wildon, niederließen.

Quelle: Hengist Magazin 03/2012, Seite 17 bis 21, Peter Wiesflecker

19.03.1938: Volksabstimmung Durchführungserlass

Volksabstimmung Durchführungserlaß, BH Leibnitz, Zahl 1 V 6/1 vom 17.03.1938, (Quelle: Posteingangsbuch Mgde Wildon, 330, 19.03.1938).

21.03.1938: HJ, BDM, NS Frauenschaft

Die Landeshauptmannschaft sendet ein Ansuchen um Überlassung von Räumlichkeiten im Siechenhaus (Schloss Wildon) für HJ, BDM und NS Frauenschaft. Zuschrift der Landeshauptmannschaft durch Herrn Unger der Fraueschaft überreicht am 12.04.1938. (Quelle: Posteingangsbuch Mgde. Wildon, 332, 21.03.1938)

22.03.1938: Landesabgabenamt Graz

Lohn- und Gehaltsabgabe Abrechnung pro Februar 1938 an das Landesabgabenamt Graz. (Quelle: Posteingangsbuch Mgde. Wildon, 22.03.1938, 335).

Fürsorge, um 1000 Schilling Ankauf von Kleidern und Ausliefern an Bedürftige. Landeshauptmannschaft, Abteilung 4, Graz.
(Quelle: Posteingangsbuch Mgde. Wildon, 22.03.1938, 337).

25.03.1938: Maul- und Klauenseuche

Mit Schreiben vom 21.03.1938 teilt die BH Leibnitz die Aufhebung der Verkehrsbeschränkungen aufgrund Maul- und Klauenseuche an die Mgde. Wildon mit. (Quelle: Posteingangsbuch Mgde. Wildon, 345, 25.03.1938).

Sanitätsdienstbeitrag - Einzahlung des Betrage von 450 Schilling für 1938 an das Landesabgabenamt Graz, Zahl 995 vom 23.03.1938.
(Quelle: Posteingangsbuch Mgde. Wildon, 348, 25.03.1938).

26.03.1938: Deutsche Truppen - Dankschreiben.

Deutsche Truppen, Dankschreiben, Zusendung von Fotos, Zeitung, Aufklärungs Abteilung 7 vom 19.03.1938
(Quelle: Posteingangsbuch Mgde. Wildon, 350, 26.03.1938).

30.03.1938: Kanalerhaltungsbeitrag

Kanalerhaltungsbeitra für 1938 in Höhe von 40,00 Schilling an das Stmk. Landesbauamt Graz. (PEB Mgde. Wildon 1938)

31.03.1938: Reichsmark

Arbeiter Krankenkasse - Umrechnung der Schillingwährung in Reichsmark. (PEB Mgde. Wildon 1938)

31.03.1938: Kreis Leibnitz

Kreiserhöhung - allgemeine Verbote. Landes Hautmannschaft Graz Zahl 311/12. (PEB Mgde. Wildon 1938)

31.03.1938: Schirmann Josef / Harrer Franz

Schirmann Josef - Versetzung nach Gamlitz (Streichung aus der Heimatrolle), Landes Gendarmarie Kommando Graz, Zahl 11974 vom 18.03.1938

Harrer Franz - Aufnahme in die Heimatrolle
Landes Gendarmarie Kommando Graz, Zahl 1881, vom 18.03.1938
(PEB Mgde. Wildon 1938)

Anmerkung: Beamte hatten das Heimatrecht in der Dienstgemeinde.

01.04.1938: Notlinderung

Notlinderung - Bekanntgabe der Bedürftigen an die NSDAP Bezirksleitung Wildon vom 25.03.1938. (PEB Mgde. Wildon 1938)

01.04.1938: Wasserzähler

Wasserzähler - Bestellung von 2 Stück 1/2 Zoll Bleianschluß bei Firma Bernhardt s Söhne Wien. (PEB Mgde. Wildon 1938)

01.04.1938: Winterhilfe

Winterhilfe 1937 / 1938 - Bekanntgabe der Bedürftigenanzahl an BH Leibnitz, Zahl 6 Wi 20/94 vo 30.03.1938 (PEB Mgde. Wildon 1938).

01.04.1938: Pechmann Alois

Pechmann Alois - Strafverhandlungsschrift, BH Leibnitz Zahl 18/ I Pe 8/1 vom 25.03.1938 (PEB Mgde. Wildon 1938)

Fraller Sebastian - Strafverhandlungsschrift BH Leibnitz, Zahl 18 fa 4/1-1938 vom 31.03.1938

Dobrey Leopold jun. - Strafverhandlungsschrift BH Leibnitz, Zahl fa 4/1-1938 vom 31.03.1938

01.04.1938: Arischer Abstammungsnachweis

Arische Abstammungsnachweis - Nachlaß der Stempel- und Ermäßigung der Ausfertigungsgebühren auf 1,- Schilling. BH Leibnitz, Zahl 2/754/1 vom 30.03.1938 (PEB Mgde. Wildon 1938)

01.04.1938: 1. Zug von Wien ins KZ Dachau

Bereits am 1. April 1938 fährt vom Bahnhof Wien der 1. Zug ins KZ Dachau bei München mit zahlreichen ehemaligen österreichischen Spitzenpolitikern und Nazi-Regimegegnern ab.

02.04.1938: Führerbild

Führerbild Anschaffung für Ämter - Leopold Stocker Verlag Graz (PEB Mgde. Wildon 1938)

02.04.1938: Angestellten Krankenkasse

Angestellten Krankenkasse - Umrechnung von Schilling auf Mark (PEB Mgde. Wildon 1938).

02.04.1938: Grundverkehrskommission

Grundverkehrs-Bezirkskommission - Namhaftmachung der Mitglieder, Bezirks Gericht Wildon, Zahl 95/38 vom 28.03.1938 (PEB Mgde. Wildon 1938).

04.04.1938: Arbeitslose

Arbeitslose - Bekanntgabe der ausgesteuerten zur Wiedererlangung der Unterstützung an das Arbeitsamt Leibnitz. (PEB Mgde. Wildon 1938)

05.04.1938: Personaländerungen

Personaländerungen bei öffentlichen Dienststellen - Weisungen (PEB Mgde. Wildon 1938).

06.04.1938: Gemeindeamtsroutine

Auskunftsbogen zB für Krankenhaus Aufenthalte, Krankentransporte - oft unter Beihilfe der Wildoner Ärzte Dr. Fürnau, Dr. Kertsch und Dr. Seehofer.
Überführungskosten ins Spital - Rettungsabteilung Wildon
Todesfallaufnahme durchführen - Bezirksgericht Wildon
Rückersatzforderungen für Sozialunterstützungen
Feststellung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse nach Krankenhausaufenthalten
Ausstellen Heimatschein zB für Aufnahme in ein Landes Siechenhaus (zB Feldbach)
Ansuchen um Aufnahme in die Heimatrolle
Streichungen aus der Heimatrolle
Leumundsschreiben
Zuständigkeitsbestätigung
Einhebung Lustbarkeitsabgabe (zB beim Kino Ludwig Hegedüs)
Ansuchen um monatliche Unterstützung (Sozialhilfe)

Erhebungsersuchen von Behörden wie
Steuerbehörde Leibnitz (Bekanntgabe der Hilfskräfte bei Firmen, Bekanntgabe Schlachtungsausweis Josef Prenner sen. für 1935)
BH Leibnitz (Aufenthaltsanfragen, Einheben von Strafen bei Strafverfügungen gegen Ortsbewohner zB 446/1938 PEB Wildon)
Landeshauptmannschaft Graz
Magistrat Graz(zB Rückforderung von Unterstützungen, etwa PEB Wildon 456/1938 vom 23.04.1938)
Vermessungsamt Leibnitz (zB Grundstücks-Abtrennung, etwa PEB Wildon 467/1938 vom 27.04.1938)

Saatkartoffeln Bestellung beim Verband ländlicher Genossenschaften, Wien I.

Auskünfte über Daten der Großeltern für den Arier Nachweis

Rundschreiben (etwa Bahngrund reinigen, Schuttablagern verboten oder
Sperrstunde - Einhaltung und Bezahlung der Offenhaltungsgebühren durch den Gastwirt) (PEB Mgde. Wildon 422 u 423/1938.

Kundmachungen an der Amtstafel zB
Arbeitsvermittlung für alte Kämpfer - Merkblatt (PEB Mgde. Wildon 429/1938)

Gesundheitspolizei, Scharlach Erkrankungs Anzeige (PEB Wildon 452/1938 vom 23.04.1938)

09.04.1938: Gemeindepolizei

Gemeindepolizeiwesen - Dienstaufsicht durch die Gendarmerie - Landeshauptmannschaft Graz Zahl 53/ge 9/1 vom 05.04.1938

09.04.1938: Mädchenschule

Anschaffung von 5 Stück Führerbilder für die Klosterschule öffentliche Mädchenschule Wildon (PEB Mgde. Wildon 406/1938)

10.04.1938: Volksabstimmung Großdeutschland

Nach dem Einmarsch deutscher Truppen wird am 10. April 1938 eine Volksabstimmung in Österreich zur "Legitimation" für den Anschluss an das Deutsche Reich veranstaltet. Die triste wirtschaftliche Lage und die Nazi Propaganda sorgen dafür, dass die Zustimmung nahezu 99 % beträgt. Andersdenkende werden eingeschüchtert oder sonst von der Abstimmung ferngehalten.

11.04.1938: Kinderbeihilfe u. Ehestandsdarlehen

Anforderung Zusendung von Weisungen und Drucksorten für Kinderbeihilfen und Ehestandsdarlehen an die Bezirks Steuerbehörde Leibnitz. (PEB Mgde. Wildon 409/1938).

13.04.1938: Wappenwerk

Neubearbeitung und Angleichung dem großen deutschen Ortswappenwerk - Kaffee Handels AG Bremen vom 12.04.1938 (PEB Mgde. Wildon 416/1938).

15.04.1938: Österreichischer Gewerbebund

Österreichischer Gewerbebund - Liquidierung und Beschlagnahme, Vermögenswerte sofort nach Graz einsenden. BH Leibnitz Zahl 14 Ge 66/1 vom 13.04.1938 (PEB Mgde. Wildon 426/1938)

15.04.1938: Volkszählung

Volkszählung - Ergänzungen und Richtigstellung des Einwohnerverzeichnisses, BH Leibnitz Zahl 2 V 34/1 vom 13.04.1938 (PEB Mgde. Wildon 427/1938).

19.04.1938: Viehmarkt

Am 25.03.1938 wird ein Ansuchen um Bewilligung für die Abhaltung eines Viehmarktes am 19.04.1938 an die BH Leibnitz gestellt.
(Quelle: Posteingangsbuch Mgde. Wildon, 343, 25.03.1938).

27.04.1938: Herbergskosten

Herbergskosten - Verrechnungsanzeige mit Verpflegungskosten von RM 350,-, Landeshauptmannschaft Graz vom 22.04.1938 (PEB Wildon 466/1938).

29.04.1938: Musterung

Nach-Musterung der nicht Erschienenen am 5. Mai in Graz, BH Leibnitz, PEB Wildon 475/1938.
Musterung des Jahrganges 1919; Umlegung der Abschriften des Jahrgangsregisters in Stammblätter, BH Leibnitz, vom 26.04.1938, PEB Wildon 477/1938.

29.04.1938: Unterstützungen

Unterstützungen - Bekanntgabe der Heimatberechtigten Unterstützten, BH Leibnitz vom 25.04.1938, PEB Wildon 481/1938

29.04.1938: Maikäfer Bekämpfung

Maikäfer Bekämpfung - Merkblatt, St. Landesregierung Graz

30.04.1938: Leifert Ernst

Leifert Ernst Ansuchen um Aufstellung einer ??, PEB Wildon 488/1938

30.04.1938: Deutscher Turnverein

Deutscher Turnverein - Einladung zur Gründung in Wildon, PEB Wildon 489/1938

01.05.1938: Maifeier

Sonn- und Feiertagsruhe am 1. Mai, BH Leibnitz vom 28.04.1938, PEB Wildon 476/1938,
Maifeier Einladung Bezirksleitung der NSDAP Wildon vom 29.04.1938, PEB Wildon 490/1938

04.05.1938: Kunstdünger

Kunstdünger Preisliste, Steir. Landwirteverband Werndorf, PEB Wildon 505/1938

05.05.1938: Sommer Josef

Sommer Josef, Ansuchen um Baubewilligung, PEB Wildon 509/1938

05.05.1938: Bierpreisermäßigung

Bierpreisermäßigung ab 5. Mai 1938, Stmk. Gast- und Schankgewerbe Zunft Graz, PEB Wildon 510/1938

05.05.1938: Umsatzsteuergesetz

Umsatzsteuergesetz für Gast- und Schankgewerbe - Stmk. Gast- und Schankgewerbe Zunft, Graz (PEB Wildon 511/1938).

05.05.1938: Landesstraßen Entstaubung

Landesstraßen Entstaubung - Ansuchen an das Landesbauamt Graz, Hofrat (D)Ing. Fritzberg (Alois) (PEB Wildon 514/1938).

06.05.1938: Reichsarbeitsamt

Reichsarbeitsamt - Ansuchen für Arbeitsbewilligungen für Altreich - an das Reichsarbeitsamt Esslingen (a V ?) gerichtet (PEB Wildon 523/1938).

06.05.1938: Volkspende

Volkspende - Sammlung innerhalb des Amtes, BH Leibnitz Zahl 16 V 17/1 vom 03.05.1938 (PEB Wildon 524/1938).

06.05.1938: Wehrevidenzstelle

Wehrevidenzstelle - Bekanntgabe der Anschrift, BH Leibnitz Zahl 1 W 59/1 vom 04.05.1938 (PEB Wildn 525/1938).

06.05.1938: Arbeitsdienst

Arbeitsdienst - Führerausbildung - Merkblatt, BH Leibnitz Zah 6 Re 36/1 vom 3.5.1938 (PEB Wildon 526/1938).

06.05.1938: Armenunterstützungen

Armenunterstützungen - alle Ansuchen bis 15.05. erledigen, Vermögenstand-Bekanntgabe, BH Leibnitz Zahl 6 U 12/1 vom 4.5.1938 (PEB Wildon 527).

06.05.1938: Rotlaufschutzimpfung

Rotlaufschutzimpfung - Anlegung eines Anmeldebogens, BH Leibnitz Zahl 13 R 3/15 vom 30.04.1938 (PEB Wildon 528/1938).

06.05.1938: Lieferungen, Arbeitsvergaben

Lieferungen Arbeitsvergaben Berücksichtigung von Parteigenossen, BH Leibnitz Zahl 16 L w/1 vom 03.05.1938 (PEB Wildon 529/1938).

06.05.1938: Winterhilfe

Winterhilfe - Abrechnung bis 10. Mai, BH Leibnitz Zahl 6 Wi 20/28 vom 04.05.1938 (PEB Wildon 531/1938).

07.05.1938: Grasnutzung

Granutzung entlang der Triester Bundesstraße - Versteigerung, Landesbauamt Graz, Zahl 14/10, vom 03.05.1938 (PEB Wildon 534/1938)

07.05.1938: Bücherei

Bücherei - Erhebung mittels Fragebogen, BH Leibnitz, Zahl 14 B 102/1 vom 06.05.1938 (PEB Wildon 536/1938):

10.05.1938: Fremdenverkehr

Fremdenverkehr Statistik Winterhalbjahr 1937, BH Leibnitz, Zahl 7 F 4/25, vom 05.05.1938 (PEB Wildon 557/1938).

11.05.1938: Dienstvorschrift

Dienstvorschrift für die Vermögensgebarung der Ortsgemeinden, Landes Hauptmannschaft Graz, Zahl 4-49/I Di 1/7 vom 25.04.1938.

11.05.1938: Wappenführung

Wappenführung - Ansuchen um nachträgliche Bewilligung, Sparkasse Wildon, vom 11.05.1938 (PEB Wildon 567/1938).

12.05.1938: Gewerbeschulbeitrag

Gewerbeschulbeitrag, Anforderung S 250,-(PEB Wildon 575/1938).

13.05.1938: Gärtner- u. Blumenbinderzunft

Gärtner- und Blumenbinderzunft, Vorbereitungsarbeit für 15. Mai 1938 (PEB Wildon 583/1938).

13.05.1938: Viehpass

Viehpass Ausstellung, Genehmigungs-Ansuchen, BH Leibnitz, Zahl 13 V 48/1 vom 05.05.1938 (PEB Wildon 585/1938).

14.05.1938: Kainach Regulierung

Kainach Regulierung, Ansuchen an die BH Leibnitz (PEB Wildon 588/1938).

18.05.1938: Umsatzsteuer

Umsatzsteuer, Vortrag am 23. Mai 1938, Bezirks Steuerbehörde Leibnitz, Zahl 33 vom 16.05.1938 (PEB Wildon 605/1938).

20.05.1938: Juden

Juden - Besuch von Bädern verboten, BH Leibnitz Zahl 14 J 76/1 vom 19.05.1938 (PEB Wildon 615/1938).

20.05.1938: Diphterie Schutzimpfung

Diphterie Schutzimpfung, Kinder von 1 bis 8 Jahren, Kundmachungen, BH Leibnitz Zahl 12 D 1/63 vom 18.05.1938 (PEB Wildon 68/1938)

23.05.1938: Tuberkulose

Hütter Johann - Tuberkulose Anzeige, Landes Krankenhaus Graz, Zahl 7682 (PEB Wildon 625/1938).

23.05.1938: Meldewesen

Meldewesen - Einhaltung der genauen Vorschriften, BH Leibnitz, Zahl 14 Me 20/1 vom 20.05.1938 (PEB Wildon 626/1938).

24.05.1938: Hochwasserschäden

Hochwasserschäden - Aufnahme der beschädigten Brücken und Wege, BH Leibnitz Zahl 9 H 9/1 vom 23.05.1938 (PEB Wildon 627/1938).

24.05.1938: Innerhofer Johann

Innerhofer Johann - Ausfolgung der Militär Einberufungsurkunde, italienisches Konsulat Graz, vom 20.05.1938 (PEB Wildon 631/1938).

25.05.1938: Hegedüs Ludwig

Hegedüs Ludwig, Kinobetriebsstätte - Kommission, Landes Hauptmannschaft Graz, Zahl 399 He 3/12, vom 25.05.1938 (PEB 637/1938).

30.05.1938: Arbeitslose

Arbeitslose - Pflichtarbeit im Hochwassergebiet, BH Leibnitz, Zahl 9 H 9/12 vom 27.05.1938 (PEB Wildon 646/1938).

30.05.1938: Einwohnerverzeichnis

Einwohnerverzeichnis, Zuweisung neuer Nummern, Gemeinde Höf, Bezirk Weiz, Amt des Reichsstatthalters Österreich, Zahl 174.719-6 vom 24.05.1938, BH Leibnitz Zahl 2 B 2/108 (PEB Wildon 60/1938).

01.01.1939: Das Standesamt

Ab 1. Jänner 1939: Die Eintragungen von Geburten, Eheschließungen und Todesfällen erfolgt nunmehr nicht mehr im Pfarramt sondern am Standesamt im Gemeindeamt. Der Standesamtsverband Wildon ist zuständig für die Gemeinden Stocking (Wurzing, Hart), Weitendorf (Kainach, Neudorf ob Wildon) und Wildon (Unterhaus).

Der erste Eintrag im Familienbuch (Ehebuch) datiert vom 09. Jänner 1939, Standesbeamter Fritz Unger, Wildon, Landkreis Leibnitz. Der erste Eintrag im Geburtenbuch datiert am 18. Jänner 1939. Der erste Eintrag im Sterbebuch datiert am 12. Jänner 1939.
 

1939: Reichsarbeitsdienst


Die Alte Reichsstraße (B 67) wird zwischen Bahnhof Wildon und Kleinsemmering als Gerade ausgeführt.

Der Reichsarbeitsdienst (RAD) errichtet unter anderem ein Lager in Wildon. Burschen und Mädchen ab dem 18. Lebensjahr hatten ihr Pflichtdienstjahr zu absolvieren. Neben Arbeitsleistung für konkrete Vorhaben wurden vor allem infrastrukturelle Verbesserungen des jeweiligen Gebietes erbracht.

Zwei Gebäude existieren noch heute in der Alten Reichsstraße (Aufseherhaus) und Leibnitzerstraße (RAD Baracke). Das ehemalige Kino Wildon, Unterer Markt, wurde ebenfalls vom RAD genutzt.

Zahlreiche Mauern entlang der Triester Straße werden saniert.

Firma Lübold in Wildon beliefert als Rüstungsbetrieb die Luftwaffe (Quelle: Stefan Karner, Die Steiermark im 20. Jahrhundert, S 267, Leykam, Graz, 2005).

04.07.1940: Pfarrer Karl Quass verhaftet.

Am 8. September 1891 in Wurzing, Pfarre Wildon als Sohn von Bartholomäus und Theresia Quass geboren, besuchte er die Knabenvolksschule Wildon und das Bischöfliche Seminar in Graz und studierte Theologie in Graz.

Am 2. Juli 1916 war die Priesterweihe und feierte die Primiz in seiner Heimatpfarre Wildon. Ab August 1916 war er Kaplan im Wallfahrtsort Heilbrunn nahe Naintsch, später in Wies, St. Veit am Vogau, Puch bei Weiz, Trofaiach, St. Johann bei Herberstein und Pischelsdorf.

Im April 1932 wurde er zum Provisor der Pfarre Mönchegg, heute St. Wolfgang bei Obdach. Im April 1935 wurde er zum Pfarrer von St. Wolfgang am Mönchegg ernannt. Im März 1939 wechselte er in die Pfarre Gamlitz. Neben seiner kirchlichen Tätigkeit wirkte er in Vereinen mit. Von 1931 bis 1938 war Quass Mitglied der katholischen Studentenverbindung "Traungau" und trat 1934 im Ständestaat der Einheitspartei der Vaterländischen Front als Mitglied bei.

Im September 1939 brach der 2. Weltkrieg aus und Pfarrer Quass machte aus seiner politischen Anschauung kein Hehl. Dadurch geriet er ins Visier des NSDAP Ortsgruppenleiters. Beim Blick auf ein Porträt von Adolf Hitler in einem Wohnhaus entfuhr ihm "Das ist der Totengräber von Deutschland, den habe ich in meinem Zimmer noch nie aufgehängt, er gehört auch nicht herein".

Am 29. Juni 1940 wurde Pfarrer Karl Quass von der Gendarmerie in Haft genommen und nach Leibnitz überstellt. Am 4. Juli 1940 musste Quass die Resignationserklärung nach Aufforderung durch das Bischöfliche Ordinariat notgedrungen unterzeichnen.

Am 7. Oktober 1940 kam es zum Prozess beim Sondergericht in Graz. Quass wurde nach dem Heimtückeparagrafen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt und trat die Strafe in Graz Karlau an.

Im August 1941 wurde Quass in die Strafanstalt Essen überstellt. Im Jänner 1943 erfolgte sein Transport in das Konzentrationslager Dachau bei München. Kar Quass überlebte das KZ und kehrte nach Kriegsende im Mai 1945 in die Steiermark und seine Diözese Graz-Seckau zurück - nach 58 Monaten Haft.

Statt in die Pfarre Gamlitz trat er die Pfarrerstelle in St. Anna am Lavantegg, der höchstgelegenen Pfarre in der Diözese an. Bald machte sich Quass Jähzorn bemerkbar.

Pfarrer wie Quass wurden als Sonderlinge und Außenseiter abgestempelt. Warum hat er denn so unvorsichtig, so unangepasst geredet? Warum hat er sich unklug verhalten? Hat die Kirche je der Glaubenszeugen in Kerkerhaft gedacht oder gedankt? (Sinngemäß Dr. Maximilian Liebmann, Karl-Franzens-Universität Graz)

Pfarrer Karl Quass starb am 28. Februar 1971 in St. Anna am Lavantegg im 80sten Lebensjahr. Am 2. März 1971 wurde er am Friedhof Wildon begraben.
(Quelle: Hengist Magazin 03/2012, Seite 8 bis 12, Dr. Gernot Obersteiner).

1940

1940 bis 1955 leiten der Bahnbeamte Heubl und RR Eduard Andres aus Lebring den Bienenzuchtverein Wildon. (Hengst Magazin 3/2005)

1941

Am 28. November 1941 stirbt Franz Heresch, 90 Jahre alt, im Taborhof. (Wiesflecker, Hengist Magazin 2/2006).

20.01.1942: Berlin, Wannsee Konferenz

Die "Endlösung" der "Judenfrage" wird von den höchsten NAZI Größen besprochen.

09.07.1942: Gewerbesteueraufkommen Wildon

NameVornameGewerbeAdresseDatumGewerbe-steuer in Reichs-mark (RM)
AmlerFranzStrickerWildon 8009.07.4210,00 
Erste Grazer Actien-Brauerei vorm. Franz Schreiner & Söhne BrauereiGraz-Puntigam04.02.431.212,00 
Biener RupertGemischtwarenhandlungWildon 6607.07.4248,00 
BöhmErwinBuchbinder u. TrafikantWildon 8307.07.42132,00 
BauerMariaGastwirtin und LandwirtinWildon 4307.07.42154,00 
BauerFranzSchmiedWildon 4414.05.4272,00 
BaldaufPaulineGemischtwarenhandlungWildon 9814.05.4288,00 
CeykaAdolfFriseurWildon 1307.07.42102,00 
ChristianLeonhardTischlerWildon 14207.07.4212,00 
DecrinisEdmundGemischtwarenhandlungWildon 8503.12.42310,00 
EntingerJosefSchneiderWildon 5109.07.4216,00 
FriedrichGottfriedGemischtwarenhandlungWildon 19803.03.43212,00 
FrühwirthBarbaraGastwirtinWildon 3416.10.4224,00 
FortmüllerJohannaSattlerWildon 1007.07.4236,00 
GeroldJohannaTrafikantinWildon 9805.08.4236,00 
GradischnigJohannUhrmacherWildon 8916.10.4212,00 
HerunterJosefFleischhauer u. GastwirtWildon 10816.11.42670,00 
HegedüsLudwigKinobesitzerWildon 1116.11.42430,00 
HegedüsThereseGastwirtin Wildon 1116.11.42200,00 
Franz Heresch & Co OHG Kunstmühle, Elektrizitäts- u. SägewerkWildon 14409.10.422.884,00 
HereschMariaGastwirtin Wildon 11705.08.42120,00 
HaberlEmmaGastwirtin Wildon 207.07.4236,00 
IskerGertrudeGastwirtin Wildon 6107.07.4222,00 
JarmerFerdinandTabakhauptverlagWildon 11405.06.42418,00 
KieferMariaBäckereibesitzerin u. LandwirtinWildon 10410.11.4272,50 
MurhammerRudolfBäckereibesitzer Wildon 10422.12.42507,50 
KienreichRobertSchneidermeisterWildon 7307.07.4212,00 
KrobathFriedrichFotografWildon 7509.07.4232,00 
KrobathFriedrich jun.MechanikerWildon 19407.07.42138,00 
KaufmannTheodoraPächterin BrückenwaageWildon 4607.07.4290,00 
LaberJosefTransportunternehmer seit 1923Wildon Bahnhof26.02.43898,00 
LinhardtJosefWildon 98Wildon 9805.08.4220,00 
LeberFritzWildon 87Wildon 8707.07.42274,00 
LeifertErnstFahrradeinzelhändlerWildon 9307.07.42192,00 
LiebmannAntonMaurermeisterWildon16705.06.42598,00 
MatejkaJosefZimmermeisterUnterhaus 3704.02.43192,00 
MolisFranzFriseurWildon 9607.07.42102,00 
MüllerFriedrichApothekerWildon 8904.06.421.874,00 
PrennerJosef jun.FleischhauerWildon 11612.02.4342,00 
PechmannAloisAuto TransportWildon 20004.02.43108,00 
PerleßAntonGastwirtWildon 10610.11.4284,00 
PrennerJosef sen.Fleischhauer, Gastwirt, LandwirtWildon 10007.07.4212,00 
RaggamAmaliaSchneiderinWildon 3805.08.4210,00 
RadgamKarlSchuhmacherWildon 3907.07.428,00 
RothammerFranzTischlermeisterWildon 10909.07.4232,00 
RainerHansAutounternehmerWildon 6509.07.42162,00 
RitzRudolfSodawassererzeugerWildon 9009.07.4280,00 
Shell Floridsdorfer Mineralöl Fabrik AG   17.06.43306,88 
SekillyAntonSattler u. TapeziererWildon 18906.07.42108,00 
SommersguterFranzSchuhmacherWildon 3509.07.4228,00 
SaurerAlfredSpenglermeisterWildon 3109.07.42250,00 
SailerMargareteGastwirtin u. LandwirtinWildon 9709.07.42460,00 
SieglAloisWagnerWildon 63 36,00 
SpielMariaGlasermeisterwitweWildon 10305.08.42236,00 
SchwarzFranzGastwirt u. ViehhändlerWildon 16416.11.4272,00 
SchulzTheresiaGlas- u. FarbenhandelWildon 11209.09.4244,00 
SchwarzJosefGeflügelzüchterWildon 13609.07.4248,00 
SchulzJosefMalermeisterWildon 9109.07.4296,00 
SchulzFranzMalermeisterWildon 16909.07.4216,00 
SchwarzJohannFleischhauer u. GastwirtWildon 9216.11.42384,00 
SchmidbauerAntonKaufmann, Großhandel und Import von Benzin, Petroleum, Gasöl, Motoröl, Export von EdelobstWildon 16116.11.423.940,00 
Steir. Verbraucher-genossenschaft Graz GmbH (Ende per 31.12.1942)  Graz, Lendplatz 3118.03.4371,98 
Gemeinschafts-werk Versorgungsring Graz GmbH  Umgründung  
Gemeinschaftswerk der Deutschen Arbeitsfront GmbH, Gebietsleitung Süd-Ost, Wien Hamburg, Wien 2/27, Praterstraße 8Nachfolgegesellschaft für Verbrauchergenossenschaft gewerbe-steuer-befreit
StrohmaierAntonStechviehhändlerWildon 6412.11.4272,00 
StiftJosefGastwirt u. LandwirtWildon 11810.11.4292,00 
StrohmaierJosefaGastwirtin u. LandwirtinWildon 6409.07.4228,00 
StraußJuliusSeilermeisterWildon 9809.07.4222,00 
Pachler u. Strohmaier KaufleuteWildon 409.10.42920,00 
TatzEliseGemischtwarenhandlungWildon 6315.02.4232,00 
TrummerJosefGastwirtWildon 7709.07.4252,00 
TechtHermannGemischtwarenhandlungWildon 8209.07.42124,00 
ÜberbacherSiegfriedGemischwarenhandlungWildon 11512.11.421.158,00 
UngerHermannDrogistWildon 905.08.42120,00 
UrschitzGeorgSchuhmacherWildon 20204.02.4328,00 
Vorschuß-kassenverein  Wildon16.11.4264,00 
WaluschnigAntonSchlosserWildon 8816.11.42192,00 
WeberFranzBranntweinbrennerWildon 12111.01.42360,00 
WerschitzKasimirRauchfangkehrermeisterWildon 12409.07.4278,00 
WolfJosefTischlermeisterWildon 9109.07.4220,00 
WolfFranziskaGemischtwarenhandlungWildon 9109.07.42228,00 
WernerAntonZuckerbäckerWildon 709.07.42732,00 
ZengerAntoniaBäckereiWildon 7509.07.421.276,00 
ZengerJohannObstgroßhandelWildon 16514.12.42426,00 
ZengerJohannGeflügelhandlungWildon 16523.09.42359,00 
ZaunschirmFranzLederhändlerWildon 11316.11.4244,00 
ZöbelKarlSchneiderWildon 4316.11.4248,00 
ZechnerAloisMühlenbautischlerWildon 13910.11.42410,00 
GewerbesteueraufkommenSumme Reichsmark25.777,86 
Quelle: Markt Wildon, Ordner Gewerbesteuerbescheide 1942, gezeichnet Fritz Unger
Aufbereitung: Mag. Hermann Ofner, Wildon, 17.02.2013

1943

1943 bis 1952 leitet DI Alois Frizberg (1887 - 1981) die Hereschwerke. Bis 1938 übte er das Amt des Landesbaudirektors aus und konnte als Pensionist die Führung der Hereschwerke übernehmen. (Wiesflecker, Hengist Magazin 2/2006)

30.03.1945: Bombentreffer in Wildon

Auch Wildon ist von Luftangriffen betroffen (Rüstungsbetrieb, Bahnhof, Postamt (Hauptplatz 80), Kainach- und Mur-Brücke). 

Tiefflieger machen Jagd auf Menschen auf den Feldern und Straßen.

Das Gebäude Hauptplatz 51 erleidet einen Bombentreffer. (Quelle: Augenzeugenberichte)

Weiters gab es einen Bombentreffer beim Hehn-Haus, heute Oberer Markt 83.
Einen Bombentreffer gab es zwischen Pfarrkirche und Pfarrhof (Quelle Pfarrchronik).

Einen Bombentreffer gab es im Bereich Sportplatz Wildon. Erzählt wird, dass in diesem Bombenkrater ein Panzer der Wehrmacht vergraben wurde.

01.03.1945: Grundbuch Wildon zerstört

1945: Das historische Grundbuch des Bezirksgerichtes Wildon für die Zeit von 1880 bis 1945 wird in einem brennenden Zug am Grazer Hauptbahnhof ein Raub der Flammen.

07.04.1945: Massaker am Präbichl

29.04.1945: Regierungserklärung Dr. Karl Renner

05.05.1949: Befreiung KZ Mauthausen

08.05.1945: Ende 2. Weltkrieg - Sowjetbesatzung

1945: Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde Wildon zuerst von den sowjetischen, dann ab 25. Juli 1945 von den britischen Truppen besetzt. Der Kommandant der britischen Truppen bezog sein Quartier in der "Villa Herberstein" (auch "Fürstenhof" nach dem Wildoner Lebzelter Anton Fürst) in der Alten Reichsstraße.

24.05.1945: Gardekapitän Bulgakow

24. Juli 1945: Einen Tag vor Abzug der Sowjets teilt der Gendarmerieposten Wildon mit, "dass der russische Gardekapitän Bulgakow zwei Frauen, und zwar Käthe Strassner, 1925, und Theresia Keckes, 1917, beide Wildon wohnhaft, bei seiner Abreise mitverschleppt" habe. "Seither fehlt jede Spur von den beiden Frauen" (Quelle: Stefan Karner, Die Steiermark im 20. Jahrhundert, S 319, Leykam, Graz, 2005)

10.09.1945: VS Direktor Karl Kramberger

1945 bis 1954 war Karl Kramberger (1889 - 1970) Direktor der Knabenvolksschule Wildon, Oberer Markt 100. Sohn Robert Kramberger war nach der Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft Lehrer von 1948 bis 1954 in Wildon. Die Mädchenvolksschule Oberer Markt 102 wurde von den Schulschwestern betrieben. (Hengist Magazin 1/2008)

01.09.1945: Gründung Sportverein Wildon

Nach dem zweiten Weltkrieg wird der Wildoner Sportverein unter dem Präsidenten Anton Schmiedbauer neu "gegründet", die Vereinstätigkeit wird wieder aufgenommen. Die Spielstärke entspricht der heutigen Unterliga.
Die Mannschaft damals -- Tor: Sepp Walch ( später Otto Scherübl ); Verteidigung: Franz Zöhrer, Otto Gröscheneg; Läufer: Peter Oremek, Josef Ninaus, Dr. Willi Praßl, Karl Sekli; Stürmer: Kurt Stöffler, Albert Festl, Felix Sekli, Franz Praßl, Herbert Sammer. Gegner von damals: Deutschlandsberg, Fürstenfeld, Weiz usw.

1947

1947: Von 1947 bis 1949 wurde die Wildoner Wasserleitung erweitert und die Ur- und Sieberquellen in der Nähe des Anwesens Knippitsch, Im Rasental 28, erschlossen und befinden sich auf Grundstück Nr. 332/1, KG Unterhaus, des Grafen Saldern-Ahlimp. Der Kaiserbehälter im Quellenweg umfasst 75 m³. Die Wasserleitungen werden erneuert.

1948 Freiwillige Feuerwehr Wildon 75 Jahre

Gründungsjahr 1873. Foto von Fritz Kure (adoptiert Satzke). 

1949

1949: Der Sportverein (Fußballverein) wird offiziell als Verein eingetragen.

1949 wurde Musikverein Marktkapelle Wildon gegründet. Gründungsobmann Alois Pechmann, Gründungskapellmeister August Zöbl.

1949: Gründung der Alpenverein Ortsgruppe Wildon.

1949: Die Glocken in der Pfarrkirche mussten im Zweiten Weltkrieg abgegeben werden und werden nun neu angebracht.

05.05.1949: Europarat

Am 5. Mai 1949 wurde der Europarat gebildet. An die Gründung von Europas führender Organisation für Menschenrechte erinnert seit 1964 ein Gedenktag.

1950

8. Mai 1950 bis 21. März 1954: Dr. Josef Pittermann wird zum Bürgermeister von Unterhaus gewählt. (Obersteiner, Hengist Magazin 3/2006)

1950: Die Gemeinde Unterhaus unter Bürgermeister Dr. Josef Pittermann errichtet ein 40.000 Liter Löschwasserbecken unter dem Anwesen vgl. Leximi der damaligen Besitzerin Josefine Sieber. Gemeinderäte von Unterhaus waren Gottfried Satzke, Alois Jöbstl-Arbeiter vulgo Bockmoar, Josef Jöbstl vulgo Haberl und Alois Pechmann.

09.05.1950: Idee zur Europäischen Union

Europatag ist am 9. Mai. An diesem Datum im Jahr 1950 formulierte der damalige französische Außenminister Robert Schuman die Grundideen einer Europäischen Union. 1985 vereinbarten die Staats- und Regierungschefs der damaligen Europäischen Gemeinschaft, künftig am 9. Mai mit einem Aktionstag daran zu erinnern. In vielen EU-Ländern sollen Anfang Mai eine ganze Woche lang Feiern und Veranstaltungen die Menschen des Kontinents zusammenbringen.

1950 Ansicht Wildon Hochzeitsteller

Hochzeitspaare erhielten vom Bürgermeister der Marktgemeinde Wildon einen Hochzeitsteller mit einer Ansicht der Pfarrkirche Wildon und der ehemaligen Mädchenschule überreicht.

1951

1951: Die Gemeinden Wildon und Unterhaus werden zusammengelegt. Bürgermeister wird Alois Pechmann, Vizebürgermeister Dr. Josef Pittermann (bis 1965). (Obersteiner, Hengist Magazin 3/2006)

1951: Karl Schulz wird ÖKB Obmann

Karl Schulz, Maler- und Glasermeister, wird 1951 zum Obmann des Kameradschaftsbundes gewählt.

1952

Der Union Tennisclub Wildon wird 1952 gegründet. Gründungsobmann ist Dr. Anton Probst. Der Tennisplatz ist in der Aframerstraße gelegen.

1952: Wildoner Schlossberg und Burgruinen gehen in das Eigentum der Familie Frizberg über. (Hengist Magazin 2/2008) Dr. Helmut Frizberg übernahm die Führung der Hereschwerke Wildon. (Wiesflecker, Hengist Magazin 2/2006).

Die Knabenvolksschule Wildon, Oberer Markt 100, wird 1952 renoviert.

09.12.1952: Kindergarten

Mit Ansuchen vom 09.12.1952 sucht die Kongregation der Armen Schulschwestern unserer Lieben Frau um die Baubewilligung für den Neubau eines Kindergarten in Wildon 70 (Oberer Markt 102) durch Schwester Oberin Maria Klementine Frisch an. Die Baubewilligung wird mit 06. Mai 1953 von Bürgermeister Alois Pechmann erteilt.

Das Ansuchen um Benützungsbewilligung wird von Schwester Maria Regis Lasnowsky vom 16. Februar 1959 gestellt. Die Benützungsbewilligung wird mit 04. August 1959 erteilt. Der Kindergarten bleibt bis zur Eröffnung des neuen Kindergartens Alte Reichsstraße 3 im September 1995 in Betrieb.

Das Kindergartenhaus wird im Zuge des Umbaues der Mädchen-Volksschule zu 15 Wohneinheiten zwischen 1992 und 1995 abgerissen. (Quelle: Bauakt Oberer Markt 102, Marktgemeinde Wildon).

1953

Dr. Josef Pittermann wurde 1953 zum Vorstandsmitglied der Bundestierärztekammer gewählt. Für den Steirischen Bauernbund vertrat er als Landtagsabgeordneter der ÖVP von 1953 bis 1966 landwirtschaftliche Interessen. Seit 1958 bekleidete Dr. Pittermann die Funktion des Präsidenten des Stmk. Traberzucht- und Rennvereines, der die Trabrennanlage in Wildon betrieb. Im Männergesangsverein wirkte er als langjähriger Obmann. 1966 wurde er zum Landesveterinärdirektor bestellt und zum Hofrat ernannt, eine Funktion, die er bis zur Pensionierung 1972 inne hatte. 1972 erhielt er auch das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Am 7. Juli 1979 verstarb Dr. Josef Pittermann in Graz. (Obersteiner, Hengist Magazin 3/2006)

1954


Am 4. Dezember 1954 beschließt der Gemeinderat der Marktgemeinde Wildon unter Bürgermeister Alois Pechmann die Zusammenlegung mit der Gemeinde Unterhaus unter Bürgermeister Franz Hirschmann. Kurz zuvor, am 25. November 1954 fasst auch die Gemeinde Unterhaus einen Beschluss zur Vereinigung mit Wildon.

1955

Jänner bis 18. April 1955: Regierungskommissär Alois Pechmann und Beirat Franz Hirschmann bilden eine "Übergangsregierung" bis zur Neuwahl.

18. April 1955: Neuwahlen nach der Zusammenlegung der Gemeinden Unterhaus und Wildon. Als Bürgermeister wird Alois Pechmann gewählt. Franz Hirschmann scheidet aus dem Gemeinderat aus. Bürgermeister-Stellvertreter wird Hofrat Dr. Josef Pittermann (bis 14. Mai 1965).

Am 1. Juni 1955 wird der Marktgemeinde Wildon die Konzessionsurkunde zur Abhaltung von Monatsviehmärkten für Rinder, Schafe und Ziegen, jeweils am 12. des Monats verliehen. Der Viehmarktplatz befand sich im Bereich des Bahnhofes auf Grundstück Nr. 90/1, KG Wildon. Die Marktgemeinde Wildon erläßt eine eigene Marktordnung für die Viehmärkte aufgrund des Tierseuchengesetzes mit 25. Juli 1957.

1955 bis 1969 ist Willi Schratz Obmann des Bienenzuchtvereines. (Hengst Magazin 3/2005)

15.05.1955: Leopold Figl: "Österreich ist frei"

Der Staatsvertrag mit den Besatzungsmächten wird unterzeichnet.

1957

1957: Die Wildoner Murbrücke wird neu gebaut.

1958 AKG

1958: Die Firma AKG übernimmt das Firmengelände im heutigen Oberen Markt 111.

1958 Schloss Schwarzenegg: Orgovani-Hanstein

Im Mai 1958 kaufen Adalbest und Maximiliane Orgovani-Hanstein das Gut Schwarzenegg von Leopold Graf von Saldern-Ahlimb. Am 27. Mai 1959 wurde ein Ansuchen bei der Diözese Graz-Seckau gestellt, im Zuge von Umbauarbeiten, die Schlosskapelle abzutragen. Der Altar gelante so nach Zehndorf bei Wettmannstätten und die Gnadenstatue wird unter dem Namen "Maria Schutz" verehrt. (Hengist Magazin 2/2007)

1958 Lebzelterei Perleß schließt

1958 schließt die Lebzelterei von Anton Perleß. Die Handwerksgeräte gelangen in das Steirische Volkskundemuseum in Graz. Damit gingen 300 Jahre Lebzelter-Geschichte in Wildon zu Ende. (Hengst Magazin 3/2005)

1958 Kainach Hochwasser

Kainach Hochwasser 1958, Volksschule und Pfarrkirche Wildon, Foto: Robert Kramberger, Quelle: Hengist Magazin 01/2013

1959

1960

In den Jahren 1960 bis 1968 waren Dr. Rudolf und Mag. Anneliese Eisenzopf Pächter der Apotheke Wildon. (Obersteiner, Hengist Magazin 3/2006).

30.06.1960: Gasthaus Kleinsemmering

Café Restaurant Kleinsemmering, Wildon, Alte Reichsstraße 51, Ferrania, Quelle: Christine Harler

24.05.1961: Krämermarktordnung

Am 24. Mai 1961 genehmigt das Amt der Stmk. Landesregierung die Krämermarktordnung der Marktgemeinde Wildon. Die Marktgemeinde Wildon war aufgrund der Konzessionsurkunde vom Amt der Stmk. Landesregierung vom 30. Mai 1956 berechtigt folgende Krämermärkte abzuhalten: 24. Februar (Matthias - in Schaltjahren am 25. Februar), am Osterdienstag, am 2. Juli (Maria Heimsuchung), am 22. Juli (Magdalena), am 29. September (Michael), und am 25. November (Katharina). Die Krämermärkte wurden am Hauptplatz abgehalten. Die Marktzeit war von 7 Uhr bis 18.30 Uhr, wobei die Ware ab 6 Uhr ausgepackt wurde und spätestens um 20 Uhr alles abgeräumt sein mußte.

30.06.1961: Wasserleitung Im Langfeld, Grazer Straße


1961: Mit Bescheid vom 30.06.1961 der Abteilung 3 des Amts der Stmk. Landesregierung wird die Erweiterung der Ortswasserleitung bewilligt. Angeschlossen werden die Siedlungsgebiete links der Mur (Im Langfeld) und entlang der Grazer Straße. Der Brunnen 1 in KG Sukdull wird errichtet und der Schlossbergbehälter mit 320 m³ wird neu gebaut. Weiters wird ein Brunnenschutzgebiet für den Brunnen 1 festgelegt, der allerdings durch einen ehemaligen Teerverwertungsbetrieb Fa. Lederer & Mellitzer gefährdet wurde.

1962: Neubau Hauptschule

1962: Neubau der Wildoner Hauptschule in der heutigen Alten Reichsstraße 6.

1963

1963: Motorrad (Speedway)-Rennen auf der Wildoner Trabrennbahn unter Speedway-Staatsmeister "Bubi" Josef Bössner.

30.06.1963: Lederhaas, Unterer Markt 4

Postkarte mit Wildon, Unterer Markt 4, Kriegerdenkmal, Lederhaas, Tankstelle, Postkartenverlag Walter Kramer, Graz-Eggenberg, Quelle: Postkarte Christine Harler

21.10.1963: Trabrennbahn Wildon

Postkarte Trabrennbahn Wildon, Postkartenverlag Walter Kramer, Graz-Eggenberg, Quelle: Christine Harler

15.07.1964: Hauptschule Wildon

Hauptschule Wildon mit "Fürstenhof" und Schloßberg, Foto: Postkartenverlag Walter Kramer, Graz-Eggenberg, Quelle: Christine Harler, Postkarte

1964

15.07.1964: Hochwasser Mur und Kainach HQ100

Fotos zum Hochwasser Mur und Kainach Mitte Juli 1964, Fotos von Herbert WALTER, Hauptplatz, Wildon.

1965

1965 bis 1969 wurde das alte Rathaus, Bezirksgericht, unter Bezirksrichter Dr. Armand Schrimpf generalsaniert. Vom historichen Baubestand blieb nur die Fassade. Auch der barocke Pranger trat wieder zum Vorschein. (Hengist Magazin 1/2007)

15.07.1965: Hochwasser Mur

Hochwasser Mur 1965, Wahring 2, Foto: Herbert WALTER, Hauptplatz, Wildon

1965: Karl Schulz tritt als ÖKB Obmann zurück

Karl Schulz, der von 1951 bis 1965 als Obmann die Geschicke des Kameradschaftsbundes Wildon lenkte tritt zurück. Er ist als Maler- und Glasermeister, Ehrenbürger und Ehrenringträger der Marktgemeinde Wildon bekannt.

1966

Im Schuljahr 1966/1967 nimmt der Polytechnische Lehrgang bzw die Polytechnische Schule Wildon den Betrieb auf.

1966 - 1973: Neubau des Sporthauses. Eröffnung 1973 unter Obmann Alfred Haberl und Bürgermeister Franz Hirschmann.

01.07.1966: Staatsbürgerschaft Evidenzgemeinde

Bis zum 30.06.1966 war der Geburtsort Evidenzgemeinde für die Staatsbürgerschaftsevidenz.

Ab 01.07.1966 ist die Evidenzgemeinde für die Staatsbürgerschaft der Wohnort der Mutter zum Zeitpunkt der Geburt. Wenn Gemeinden einen Staatsbürgerschaftsverband bilden, dann ist die Sitzgemeinde die Evidenzstelle wo die Daten zur Staatsbürgerschaft einer Person geführt werden.

1967

Am 1. Jänner 1967 tritt Kaplan Josef Wendling den Dienst in der Pfarre Wildon unter dem Pfarrer Johann Schreiner an. (Pfarrblatt Miteinander Nr. 92, Juli 2010).

1968

1968 bis 1982: Bürgermeister Franz Hirschmann.

1969

Von 1969 bis 1993 ist der Gendarm und spätere Postenkommandant von Wildon Karl Wolf Obmann des Bienenzuchtvereines. (Hengist Magazin 3/2005)

1970

1970: Bau der Adria-Wien-Pipeline in Wildon.